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22.07.2021

„Was wäre, wenn… ?“ - Wie ist die Stadt auf Naturkatastrophen vorbereitet?

Das Hochwasser in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen ist eine nationale Katastrophe, die Hilfsbereitschaft aber auch ergreifend. Osnabrücker:innen, die Verwandte und Freunde in der Region haben, sind aufgebrochen, um vor Ort zu helfen.

Auch die Feuerwehr Osnabrück hat Personal und Material in die Region geschickt. Angefordert waren insbesondere spezielle Hochleistungspumpen, die für Hochwasserereignisse besonders geeignet sind. Osnabrücker Feuerwehrleute sind in die Stabsarbeit vor Ort eingebunden. „Wir werden auch aus diesen Erfahrungen lernen, neue Erkenntnisse umsetzen und uns in Osnabrück fragen, wie wir auf ein entsprechendes Ereignis vorbereitet wären? Was wäre, wenn… ?“, fragt Stadträtin Katharina Pötter, für die Feuerwehr zuständiger Vorstand der Stadtverwaltung: „Wer erinnert sich nicht an den Sommer des Jahres 2010, als langanhaltender starker Regen Hase und Düte über die Ufer treten ließ und weite Flächen der Stadt überschwemmten?“ 

Dietrich Bettenbrock, Leiter der Berufsfeuerwehr erklärt: „Das Hochwasser von 2010 und die Starkregenereignisse in den vergangenen Jahren sind nicht vergleichbar mit der gegenwärtigen Katastrophe. Wir haben aber damals gelernt, dass solche Ereignisse auch die Stadt Osnabrück treffen können. Deswegen haben wir erhebliche Mittel in Fahrzeuge und Technik investiert.“ Die Feuerwehr Osnabrück verfügt über fünf kommunal beschaffte Löschfahrzeuge die dem Standard für die Katastrophenabwehr entsprechen. Hinzu kommen zwei Löschfahrzeuge und ein Schlauchwagen die vom Bund zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem betreibt die Feuerwehr Osnabrück ein Hochleistungspumpensystem, das nahezu bei jeder größeren Schadenslage im Umkreis zum Einsatz kommt. Dabei bildet dieses System – wie beispielsweise bei dem Moorbrand in Meppen und der aktuellen Lage in NRW –  einen Verbund mit dem System aus Hannover. „Im Notfall helfen wir anderen, wie andere auch uns helfen würden“, sagt Pötter, „denn keiner kann sich auf alles vorbereiten.“ 

Neben den kommunal bereitgestellten Kräften und Gerätschaften muss die Stadt Osnabrück Einheiten des Sanitätsdienstes und der Versorgung vorhalten. In Abstimmung mit dem Land Niedersachsen wurden diese Einheiten für die Stadt Osnabrück auf Basis eines neuen Landeskonzeptes im Jahr 2018 neu strukturiert. Die Ausstattung wird sukzessive erneuert, bzw. angepasst. Das Personal wird durch die im Katastrophenschutz tätigen Hilfsorganisationen gestellt. 

„Ganz wichtig ist, dass wir mittlerweile über einen Stabsraum mit entsprechender Technik verfügen, der sehr schnell hochgefahren werden kann. Regelmäßig üben wir und simulieren solche Situationen, um zu lernen. Ohne solche Übungen wären wir nicht in der Lage, den Ernstfall zu bestehen“, sagt Bettenbrock. Die vorhandene, auch digitale Technik unterstützt die Arbeit des Stabes bei jeder Einsatzlage, insbesondere bei Krisen. Geprüft wird, ob ein größerer Stabsraum gebraucht wird. 

Seit dem Abbau der Sirenen des Bundes in den Neunzigerjahren war eine flächendeckende Warnung der Bevölkerung nicht mehr möglich. Viele Städte setzten zur schnellen Information der Bevölkerung ausschließlich auf Warnapps. Mit dem Ratsbeschluss „Warnung der Bevölkerung“ vom 07.11.2017 wurde aber nach einer sehr differenzierten Diskussion der Aufbau eines flächendeckenden Sirenennetzes für die Stadt Osnabrück beschlossen. Das aktuelle Unwetterereignis hat die Auffassung der Stadt Osnabrück bestärkt, dass Warnapps wie NINA und KATWARN aufgrund der empfindlichen Infrastruktur hilfreich, aber nur begrenzt geeignet sind. „Nicht jeder hat diese kostenlosen Apps auf seinem Handy und nicht jeder hat sein Handy rund um die Uhr bei sich. Die aktuellen Ereignisse bestätigen also die Entscheidung der Stadt Osnabrück, wieder auf ein Sirenennetz zu setzen“, erklärt Pötter. Standortsuche für die Sirenen ist aber ein komplexer Vorgang, dem ein zeitaufwändiges Ausschreibungsverfahren mit einer entsprechenden Planung vorausging. Nicht jedes Dach ist geeignet. Derzeit sind die ersten Sirenen bereits aufgebaut. Investiert werden dafür 400.000 Euro. Wegen pandemiebedingter Lieferschwierigkeiten des Herstellers hat sich der Aufbau verzögert, der aber bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. 

Inzwischen wurde für die Stadt ein Hochwasserschutzplan für die Gefahrenabwehrkräfte erstellt, der insbesondere lokal begrenzte Ereignisse betrachtet. „Wir nehmen die Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zum Anlass, um unsere Strukturen zu überprüfen und den aktuellen Herausforderungen anzupassen, denn wir müssen davon ausgehen, dass Extremwetterereignisse auch die Stadt Osnabrück treffen können. Darauf bereiten wir uns vor.“

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