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25.05.2007

Vor 100 Jahren im Mai …

Seit Jahren hatte es immer wieder Ärger gegeben um die Flussbadeanstalten an der Hase. Wiederkehrende Wasserverschmutzungen machten das Plantschen nicht gerade zum Vergnügen. Die Badeanstalt an der Klus war längst geschlossen. Und doch war das Verlangen der Osnabrücker nach dem Baden im Freien ungebrochen. So diskutierte die „Vereinigung des östlichen Stadtviertels“ darüber, wie eine Wiederbelebung des Flussbadens zu machen sei:

Das "Osnabrücker Tageblatt" berichtet
„... Die Frage einer Wiederherstellung der Badeanstalt im Osten der Stadt rief eine lebhafte Debatte hervor. Gärtner Reuter führte hierzu aus, daß im Osten der Stadt eine öffentliche Badeanstalt unbedingt notwendig sei, da die Anstalt an der Nette wegen der weiten Entfernung kaum in Betracht kommen könne. Die Arbeiterbevölkerung aber brauche Freibäder. Er glaube, daß die Fertigstellung des Kanals eine größere Reinheit der Hase herbeiführen würde. Bürgervorsteher Ingenieur Brockmann führte dazu aus: Wir haben im Kollegium über diese Frage verhandelt. Weshalb die Badeanstalt an der Klus geschlossen ist, während sie an der Neuenmühle beibehalten wurde, ist mir nicht klar, denn die Verhältnisse sind in beiden Fällen dieselben. Das Wasser ist an der Neuenmühle nichts reiner, als an der Klus. Eher ist das Gegenteil der Fall. Vor der neuen Mühle lagert sich Schmutz ab und an der Oberfläche kann er nicht abfließen. Von einer Klärung auf der Strecke Klus-Neuemühle kann keine Rede sein. Ich begreife nicht, weshalb man keine Analyse des Wassers vorgenommen hat. Meines Erachtens könnte beantragt werden, die Klusbadeanstalt wieder zu öffnen. Es dürfte ratsam sein, wenn auch der Bürgerverein hierfür eintritt und eine Analyse des Wassers machen läßt. Einwandfreies Wasser wird nicht zu erreichen sein, solange nicht das rechte Haseufer kanalisiert ist. Diese Kanalisation sollte 1907 in Angriff genommen werden. Früher wollte man mit dem Kanal hinter der Tentenburg her. Weil man dann aber damit 7 Meter tief in die Erde mußte, hat man diese Idee fallen lassen und wählt jetzt einen anderen Weg, damit auch das Stahlwerk und der Güterbahnhof angeschlossen werden können. So haben technische Schwierigkeiten und die Eisenbahnfrage veranlaßt, daß der Kanal nicht 1907 in Angriff genommen ist. In letzter Zeit ist ein Beschluß gefaßt, daß man bald damit beginnen will. Von verschiedenen Seiten wurde hervorgehoben, daß lediglich das Stahlwerk die Hase verunreinige. Die neue Hase führe stets reines Wasser. Das Stahlwerk habe zwar Abortgruben angelegt, aber von diesen seine Ueberlaufrohre in die alte Hase geleitet. Es wurde dann beschlossen, daß der Vorstand vorstellig werden soll, der Magistrat möge oberhalb des Zusammenflusses der alten und der neuen Hase sofort eine Badeanstalt anlegen.“
(Osnabrücker Tageblatt, 10.05.1907)


Es sollte noch viel Wasser die Hase hinunterfließen...
Aus allen Beschlüssen und Überlegungen sollte aber erst mal nichts werden. Auch die Flussbadeanstalt an der Neuen Mühle musste schon bald wegen unzumutbarer Wasserverhältnisse geschlossen werden. Erst im Sommer 1912 konnte wieder auf städtischem Grund in der Hase gebadet werden – weit draußen an der Wellmannsbrücke.

Weitere historische Fakten zur Hase im NUSO-Archiv
Stöbern Sie doch einmal im NUSO-Online-Archiv. Unter dem Schlagwort "Hase" finden Sie fast 1400 Einträge - Zeitungsartikel von 1850 bis heute.  Link

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