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22.06.2018

Vier polnische Überlebende der Konzentrationslager und Ghettos zu Gast in der Stadt Osnabrück

Sie haben die Konzentrationslager oder die Ghettos überlebt. Als Zeitzeugen berichten vier polnische Frauen von ihren Erfahrungen als Opfer der Nationalsozialisten, die ihnen ihre unbeschwerte Kindheit raubten. Die heute 80 bis 86 Jahre alten Frauen sind auf Initiative des Maximilian-Kolbe-Werks für zwei Wochen zu Gast im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) in Lingen. Dabei sprachen sie nicht nur in sechs Schulen, sondern hatten sonst auch ein reich gefülltes Programm, zu dem auch ein Empfang im Friedenssaal gehörte.

2018 06 22 Zeitzeugen Polen SilkeBrickwedde 1.
(2018 06 22 Zeitzeugen Polen SilkeBrickwedde 1) Agnes Kläsener vom Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen, Irena Szczarek aus Lodz, Urszula Koperska aus Warschau, Jozefa Posch-Kotyrba aus Kattowitz, Maria Stroinska aus Warschau, Dolmetscherin Marianne Drechsel-Gillner und Fritz Brickwedde, Beigeordneter. Foto: Stadt Osnabrück, Silke Brickwedde

Geboren sind sie zwischen 1932 und 1938: Urszula Koperska, Jόzefa Posch-Kotyrba, Maria Stroinska und Irena Szczurek haben die Gräueltaten in den Ghettos Warschau und Brody sowie den Konzentrationslagern  Auschwitz-Birkenau, Sachsenhausen, Katowice-Myslowice, Kietrz, Bogumin, Rybnik, Gorzyce Maie, Potulice und Blankenburg erlebt – und überlebt, was einem Wunder gleichkommt. Irena Szczurek zum Beispiel wurde aus dem Ghetto Brody von ihrem Kindermädchen gerettet, Schmiergeld machte es möglich. 

Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Beigeordneter im Rat der Stadt Osnabrück, empfing die vier Frauen, ihre Übersetzerin Marianne Drechsel-Gillner und Agnes Kläsener vom  Ludwig-Windthorst-Haus im Friedenssaal. Er skizzierte die Geschichte der Stadt Osnabrück von seiner Gründung über den Westfälischen Frieden bis zum Schriftsteller Erich Maria Remarque und dem Rechtsanwalt Hans Georg Calmeyer. Besonders der Rechtsanwalt Hans Georg Calmeyer, der während des Hitler-Regimes Tausenden von Juden in den Niederlanden das Leben gerettet hatte, war den Frauen ein Begriff, Maria Stroinska nickte wissend als sie nur den Namen hörte – die Übersetzung benötigte sie gar nicht.

„Osnabrück lebt stark von der Geschichte“, betonte Brickwedde, „heute ist sie eine wachsende Stadt mit vielen jungen Menschen.“ Jungen Menschen von ihren Erfahrungen zu berichten, ist das Anliegen der vier Polinnen, die zwischen 80 und 86 Jahre alt sind. In diesem Fall hörten ihnen Schüler in Lingen, Bad Bentheim oder Nordhorn zu. „Schulen nehmen unser Angebot immer sehr gern an“, berichtet Agnes Kläsener. Die Zeitzeuginnen verbringen ihre Zeit in Deutschland allerdings längst nicht nur in Klassenräumen. „Wir haben ein straffes Freizeitprogramm: Wir waren nicht nur in Osnabrück, sondern auch in Münster, im Barockschloss Clemenswerth, in Neuharlingersiel und in Holland.“ 


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