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18.02.2019

Viele Ideen und Visionen für ein lebenswertes Osnabrück 2030

„Die Menschen und nicht die Häuser machen die Stadt“ – dieser Erkenntnis des griechischen Philosophen Perikles folgend fand am Samstag die erste Zukunftskonferenz in Osnabrück statt. Die Stadt schreibt derzeit ihre strategischen Ziele für die Jahre 2021 bis 2030 fort und hat Vertreter aus den Bereichen Soziales, Wissenschaft, Bildung, Kultur, Politik, Wirtschaft sowie zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zum Dialog eingeladen. Das Ergebnis: Bezahlbarer Wohnraum, die Stadt als dynamischer Wirtschaftsraum, überregionale Kooperation, nachhaltige Mobilität, innovative Bildungsangebote und Kultur als Pflichtaufgabe stehen für Bürger, Wirtschaft, Kulturschaffende und Gesellschaft im Mittelpunkt.

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(2019 02 16 Zukunftswerkstatt DSC4315) Zukunftskonferenz in Osnabrück; Foto: Stadt Osnabrück, Uwe Lewandowski

Wolfgang Beckermann, Vorstand für Bildung, Soziales, Kultur der Stadt Osnabrück, begrüßte die Teilnehmer. Es sei wichtig, Osnabrück weiter als eine lebenswerte Stadt zu entwickeln. Dazu seien strategische Ziele wichtig, die darstellen, wie die Stadt 2030 aussehen soll. Diese Ziele werden 2019 im Rahmen eines Fortschreibungsprozesses erarbeitet, den das Beraterbüro Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung (KoRiS) begleitet. „Unterschiedliche Einstellungen brauchen gemeinsames Handeln und gegenseitigen Respekt“, sagte Beraterin Karolin Thieleking in der Vorstellung des Konzeptes. „Jeder Beitrag, jede Einschätzung und Sichtweise ist wichtig.“

Einen aktuellen Blick auf die Situation der Stadt gaben zunächst Finanzvorstand Thomas Fillep, der Vorstand für Städtebau, Umwelt, Ordnung, Frank Otte und Beckermann als Vorstand für Bildung, Soziales, Kultur. Bisher bestehen strategische Ziele von 2016 bis 2020, berichtete Beckermann. Dieser Zeitraum sei für strategische Entscheidungen sehr kurz gegriffen und soll nun auf 10 Jahre erweitert werden. Erfolgreiche Projekte wie die Ganztagsschule und der Ausbau der Kita-Plätze seien in seinem Bereich auf einem guten Weg. Und auch die Entwicklung der beruflichen Bildung oder der Medienentwicklungsplan für die Schulen seien erfolgreich. Dennoch blieben Themen wie Jugend, Ältere oder Migration, die die Zukunft prägen würden. Aber Wünsche kosten Geld. Daran erinnerte Fillep. Aktuell steigenden Einnahmen ständen steigende Ausgaben gegenüber. Zudem müsse die Stadt die aktuelle Sonderkonjunktur nutzen, bestehende Verbindlichkeiten abzubauen. Auch in Ottes Aufgabenbereich fallen einige zentrale Projekte für die kommenden Jahre. 3000 Wohneinheiten sollten nach der bisherigen Planung ausgewiesen werden. Das sei sogar schon erreicht, berichtete Otte. „Aber die müssen an den Markt gelangen“, stellte er fest. Gleichzeitig müsse die Stadt die Verkehrsplanung neu und nachhaltig aufstellen und den Umweltschutz vorantreiben. Hier gelte es, Gegensätze aufzuheben und langfristiger zu planen.

In dem Fortschreibungsprozess soll nun bisher Richtiges bewahrt und Neues aufgenommen werden. Wie all dies erreicht werden kann soll im Rahmen des aktuellen Prozesses erarbeitet werden. Grundlage für eine zielführende Diskussion ist in dem von KoRiS vorgegeben Rahmen zunächst eine gemeinsame Bestandsaufnahme. Dazu wurden zu den Themen „Bauen, Wohnen, Freiraum“,  „Wirtschaft, Arbeit“, „Bildung, Soziales, Gesundheit“, „Mobilität, Umwelt, Klima“, „Kultur, Freizeit, Sport“ und „Regionale Kooperation, Kommunikation und Partizipation“ gemeinsam Stärken und Schwächen herausgearbeitet.

Viele gute Ansätze gäbe es bereits, waren sich die meisten Konferenzteilnehmer sicher. Gleichzeitig müsse Osnabrück in den nächsten Jahren noch vieles leisten. Vor allem soziale Fragen standen in den verschiedenen Bereichen im Mittelpunkt. Egal ob Integration, bezahlbarer Wohnraum, Kinderarmut oder die Möglichkeiten, Verkehr in Zukunft nachhaltig zu gestalten wurden als Herausforderungen gesehen. Positiv standen vor allem der starke Mittelstand, die gute wirtschaftliche Entwicklung sowie die Bildung, vor allem die Universität und die Hochschule, da.

Die Visionen und Ziele standen am Nachmittag im Mittelpunkt. Viele Ideen waren bereits im Rahmen der Situationsaufnahme mit aufgeworfen worden. „Osnabrück 2030: Wo wollen wir hin?“ hieß es in sieben thematisch vorgegebenen Arbeitsgruppen.  Wichtig waren hier vor allem Visionen zur Frage „Wie soll Osnabrück 2030 aussehen?“. In der Bürgergruppe standen vor allem Fragen der Mobilität im Zentrum. Radwege aber auch eine gesteigerte Aufenthaltsqualität in der Stadt und an der Hase sowie eine Anbindung der Bereiche um die Stadt standen im Mittelpunkt der Vision. In der Fachgruppe „Wirtschaft und Arbeit“ standen Einkauf, Erlebnis und Tourismus im Zentrum. Auch hier galt Mobilität als wichtiger Faktor, um die Erreichbarkeit der Stadt zu sichern. Mitarbeiter sollten nach Möglichkeit in der Stadt leben können, wer aus dem Umland kommt die Stadt möglichst CO2-arm erreichen. Auf die regionale Zusammenarbeit will auch die Politik verstärkt setzen – am besten über wachsende, gemeinsame Inhalte und nicht durch organisatorische Strukturen. In der Stadt soll Obdachlosigkeit bekämpft und Schulorte entwickelt werden. Das wünschte sich auch die Themengruppe Soziales. Alle mitzunehmen und echte Inklusion zu leben bedeute hier auch, Mobilität und Lebensqualität für die wachsende Gruppe der Senioren sicherzustellen. Kultur soll Pflichtaufgabe werden, forderte die Gruppe Kultur. Zudem müsse sie selbstverständlicher Faktor in der Bildung werden. Der Themenkreis Bildung stellte gleichzeitig die Stärkung der Bildungsstandorte in den Mittelpunkt. Hier gehe es vor allem um Vernetzung und soziale Integration von der Kita bis zur Hochschule. Zum Abschluss konnten sich die Gruppen mischen und in den einzelnen Bereichen themenbezogen Schwerpunkte setzen, die dann mit ersten Vorschlägen für die aktuelle Umsetzung gefüllt wurden.

Im weiteren Verlauf werden nun KoRiS-Mitarbeiter die Ideen sichten und in den Prozess einbauen. Alle Vorschläge könne man natürlich nicht übernehmen, bedauerte Thieleking. „Dafür gibt es einfach zu viele gegenteilige Vorstellungen.“ Allerdings werde man versuchen, so vielen Eingaben wie möglich in die weiteren Beratungen zu integrieren. Die Zukunftskonferenz ist nur ein Teil eines ressortübergreifenden Prozesses, in dem die strategischen Ziele 2021 bis 2030 erarbeitet werden sollen. Ein erstes Verwaltungsforum hat bereits stattgefunden, es folgen eine Beratung im Jugendparlament, ein Konzerngespräch sowie ein Politikforum bevor der Beschlussvorschlag der strategischen Ziele voraussichtlich im April in den Rat eingebracht wird. Im Anschluss hat die Verwaltung die Aufgabe die Ziele weiter zu konkretisieren und hiervon zentrale Handlungsfelder abzuleiten. Im Herbst dieses Jahres sollen dann der Beschluss der Handlungsfelder stehen.

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