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19.06.2018

Verdienstmedaille für Martina Scholz

Der Friedenssaal des historischen Osnabrücker Rathauses war gut gefüllt. Zahlreiche Weggefährten aus der Kultur-, Frauen-, Schwulen- und  Lesbenszene wollten dabei sein, wenn Martina Scholz, Urgestein der Osnabrücker Kulturarbeit, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhält.

2018 06 18 Martina Scholz.
(2018 06 18 Martina Scholz) Von links nach rechts: Martina Scholz mit Stadtrat Wolfgang Beckermann; Foto: Stadt Osnabrück, Gerhard Meyering

Stadtrat Wolfgang Beckermann, der Oberbürgermeister Wolfgang Griesert vertrat, verlieh Martina Scholz am Montag, 18. Juni, in Anerkennung ihres nahezu vierzigjährigen Engagements im kulturellen und sozialen Bereich, insbesondere für ihren Einsatz zum Thema Gewalt gegen Frauen, in einem feierlichen Akt dieses wichtige Ehrenzeichen.

„Sie, Frau Scholz, repräsentieren in treffender Weise das Wesen unserer Stadt, einer Stadt, die sich ‚Die Friedensstadt‘ nennt und die sich dem gedeihlichen, nachbarschaftlichen und respektvollen Zusammenleben der Kulturen, Nationen und von Menschen mit unterschiedlicher Lebensweise auf das Engste verpflichtet fühlt,“ so Beckermann.

Seit Ende der 1970er Jahre wirkte Martina Scholz in der Lagerhalle mit und wurde 1987 in den Vorstand des Lagerhalle e.V. gewählt, wo sie mittlerweile hauptberuflich als Kulturplanerin tätig ist. Unter ihrer maßgeblichen Mitwirkung wurde der Spitzboden des Veranstaltungszentrums zu einem Kleinkunst-Café ausgebaut. Darüber hinaus initiierte sie das bundesweit bekannte Kabarettfestival.

„Frau Scholz hat mit ihrem Wirken immer das Ziel gehabt, Zusammenhänge herzustellen, Vernetzungen und kurze Wege zu schaffen, um gemeinsam mehr erreichen zu können. Dazu nutzten Sie ihre Funktion als Hinzugewählte im Kulturausschuss der Stadt Osnabrück und vertraten unter anderem dabei die Interessen der freien Träger in der Kulturarbeit“, so Osnabrücks Kulturdezernent.

Größter Schwerpunkt von Martina Scholz sind die Rechte von Frauen und die von Lesben, Schwulen und Transgender-Menschen. Sie rief nicht nur den Stammtisch der „Kulturfrauen Osnabrück“, das Frauenmusikfestival und die „Walpurgisnacht“ ins Leben, ihr außerordentliches Engagement kommt zum Beispiel auch in der von ihr initiierten Beteiligung Osnabrücks an der weltweiten Kampagne „One Billion Rising“ zum Ausdruck, die sich gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen richtet. Sie engagierte sich beim „Gay-in-May-Festival“ in Osnabrück und war zeitweise an der Organisation des Rosa-Courage-Preises beteiligt, der seit 1992 im Rahmen von „Gay in May“ verliehen wird.

„Martina Scholz ist eine ganz besondere Persönlichkeit in unserer Stadt, die sich durch ihr Interesse, ihr herausragendes Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Grundrechte, für die Frauen-, Lesben und Schwulenbelange und für das Kulturleben unserer Stadt auszeichnet. Durch sie werden deutliche Akzente gesetzt und Facetten betont, die das Gesicht der Friedensstadt Osnabrück prägen. Damit ist sie selber zu einem Gesicht unserer Stadt geworden“, betonte Stadtrat Wolfgang Beckermann in seiner Laudatio.

Viel mochte Martina Scholz, die gemeinsam mit ihrer Partnerin erschienen ist, in ihrer Dankesrede gar nicht sagen. Gleichwohl war ihrer erste Überlegung, als sie das Scheiben aus der Staatskanzlei bekam, dass sie mit der Verdienstmedaille geehrt werden würde, ob sie diese Würdigung denn überhaupt annehmen solle. Da aber, so Scholz, bislang überwiegend Männer diese Auszeichnung bekommen haben, wollte sie als Frau mit ihren Themen zu dieser Auszeichnung stehen und entschied sich, die Medaille anzunehmen.


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