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31.08.2009

„Tatsache, man darf mit“: Als Kielschwein auf der Hase – Familienwanderfahrt des Wassersportsvereins

Was ist ein Kielschwein? Landratten wissen es meistens nicht. Anders der sechsjährige Louis Vieting, der jetzt zusammen mit zehn Erwachsenen und elf Kindern an der Familienwanderfahrt des Wassersportvereins Meppen von Herzlake über Haselünne bis nach Meppen teilgenommen hat.

Als Kielschwein auf der Hase: Der sechsjährige Louis Vieting freut sich auf seine erste große Fahrt. Foto: Anna Solbach

Der Erstklässler mit dem blonden Lockenschopf war selbst ein „Kielschwein“. So heißt in der Rudersprache ein zusätzlicher Passagier, der im Bug des Bootes sitzen muss, weil für ihn weder ein Steuer- noch ein Ruderplatz vorhanden ist. „In der Regel sind es die kleinen Kinder, die man eingepackt in der Rettungsweste mit ins Boot nimmt“, erläutert die Organisatorin Gabi Moß-Wegmann, dass ein Sechsjähriger die 34 Kilometer lange Strecke weder am Ruder noch am Steuer bewältigen kann. Als „Kielschweinchen“ aber konnte Louis in der Nähe seiner Mutter im Doppelvierer „Pegasus“ bleiben und den sonnigen Tag auf der Hase genießen. Ein großes Kissen half, den sonst recht unbequemen Platz im Bug auszupolstern.


Auch Julian Hiller begann seine Ruderkarriere auf der Hase als zusätzlicher Passagier. „Ich saß schon dreimal hintereinander im Boot als Kielschwein“, berichtet der Neunjährige und fügt kurz hinzu: „Hauptsache, man darf mit.“ Das erste Mal war vor etwa vier oder drei Jahren, als sein Papa ihn zum ersten Mal in das Boot mitnahm. Heute ist Julian noch kein erfahrener Ruderer, doch er weiß schon gut Bescheid, wie man das Ruderboot sicher steuern kann. „Da muss man auf alle Steine und schwimmenden Baustämme in der Hase aufpassen“, klärte uns die kleine Wasserrate in Herzlake auf. Die wichtigste Aufgabe eines Steuermanns sei, das Ufer nicht zu rammen. Dies sei allerdings an manchen Stellen, insbesondere hinter Haselünne, wo die Strömung auf einmal stark wird, nicht so einfach. Doch dann helfen die Erwachsenen mit.


Moß-Wegmann erläutert, dass der Begriff „Kielschwein“ aus dem Schiff- und Bootsbau kommt. Man versteht darunter einen Teil des Bootsrumpfes, der dem Kiel Stabilität gibt. Mit dem Wort „Kielschwein“ verbinden die Seeleute allerdings auch viele lustigen Geschichten. Wenn man sich zum Beispiel mit „Landratten“ einen Spaß machen will, schickt man sie los, das Kielschwein zu füttern. „Auch bei uns Ruderern werden die Kielschweine gefüttert“, scherzt die dreifache Mutter, die die Familienwanderfahrt vor fünf Jahren ins Leben gerufen und bereits viele Ruderfamilien dafür begeistert hat. Die Rudertour beginnt immer mit einem Picknick am Bootsanleger in Herzlake. Und bevor alle Kinder im Heuhotel in Haselünne-Dröge übernachten, wird reichlich gegrillt. „Rudern ist ein schönes Erlebnis, das wir unseren Kindern weiter geben wollen“, so die rudernden Mütter und Väter.

 

Downloads:

Kielschwein

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