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28.07.2011

Sommer-Lehrerfortbildung an der Hase in Eversburg

14 Kolleginnen und Kollegen konnte die neue Koordinatorin des Schulnetzwerkes für eine Lebendige Hase, Björg Dewert, am 5. Juli am Wassersportzentrum in Eversburg begrüßen. Sie sahen einem überaus informativen Nachmittag entgegen, denn sie lernten nicht nur vieles über das sich entfaltende Leben im Bereich des neu angelegten Hasearms – auch die aktuellen naturschutzfachlichen Planungen waren ein spannendes Thema.

Projektleiterin Christiane Balks erläutert die naturschutzfachlichen Planungen.
Kontrolle einer Reuse
Neunstachliger Stichling (Pungitius pungitius)

So stellte Christiane Balks vom Fachbereich Umwelt zunächst das städtische Naturschutzprojekt „Neuer Hasearm sucht Anschluss“ vor. Sie erläuterte Hintergründe und Besonderheiten dieses Naturschutzprojektes in der Haseaue, in das auch der alte Hasearm einbezogen ist. Dieser letzte verbliebene Altarm auf dem Gebiet der Stadt Osnabrück hat als Rückzugsraum für Fische und Amphibien eine besondere Bedeutung. Langfristig sollen – so erklärte Christiane Balks – der Altarm und der neue Arm an die Hase angeschlossen werden.
Die Projektleiterin der „Lebendigen Hase“ bedauerte, dass die Stadt gezwungen war, das Gelände rund um den neuen Gewässerarm einzuzäunen, aber die vielen Hundespaziergänger im Gelände hätten einfach zu großen Schaden angerichtet. Auch scheine es, dass wohlmeinende Spaziergänger der Natur auf die Sprünge helfen wollten. So finden sich in dem 2009 angelegten Gewässer bereits große Bestände von Krebsschere (Stratiotes aloides) und Kanadischer Wasserpest (Elodea canadensis). Christiane Balks betonte, dass lediglich Erlen (Alnus glutinosa) zur Ufersicherung gepflanzt worden seien. Im übrigen sei es im Naturschutz üblich, keine Initialpflanzung vorzunehmen, damit die im Gebiet heimischen Arten sich von alleine ansiedeln können.

Stichling, Wasserfrosch und Goldfisch
Der Gewässerbiologe Friedrich Hehmann erläuterte den Fortbildungsteilnehmern anschließend bei einem Rundgang weitere Details über die aquatischen Bewohner. Gemeinsam wurden fünf Reusen kontrolliert. Hierbei konnte der Neunstachlige Stichling (Pungitius pungitius), Quappen des Wasserfrosches (Rana spec.) sowie juvenile Grasfrösche (Rana temporaria) nachgewiesen werden. Außerdem hatte Friedrich Hehmann gemeinsam mit Sohn Linus viele typische Vertreter der hiesigen Fischfauna in Aquarien mitgebracht. So konnten die Lehrer - die meisten übrigens Bachpaten im Schulnetzwerk Lebendige Hase - die verschiedenen Fische kennenlernen. Überraschend für alle war das Vorkommen von Goldfisch (Carassius gibelio forma auratus) und Blaubandbärblingen (Pseudorasbora parva). Sie sind eigentlich gebietsfremd, verbreiten sich jedoch leider durch unbedachtes Freilassen aus Gartenteichen immer mehr in unseren Gewässern.

Gefahr durch amerikanische Flusskrebse
Ähnliches gilt für die Flusskrebse. Seit Jahrzehnten breiten sich verschiedene amerikanische Flusskrebsarten und mit ihnen die tödliche Krebspest bei uns aus. Sie ist dabei, den deutschen Edelkrebs (Astacus astacus) in seinem angestammten Lebensraum weitgehend auszurotten. Im Osnabrücker Raum gibt es an der Nette noch einen seiner letzten ursprünglichen Bestände in Niedersachsen. Friedrich Hehmann erklärte, dass ein Umdenken im Fließgewässerschutz zwingend sei, um diese Restbestände zu sichern. Wenn es auch allgemein oberste Priorität sei, die Zerstückelung der Fließgewässer möglichst aufzuheben, um für die vielen wandernden Arten wieder durchgängige Lebensräume zu schaffen, können in diesem Fall bestehende Barrieren helfen, die aufwandernden Flusskrebse mit dem Erreger der Krebspest fernzuhalten.

Erfahrungsaustausch beim WSV

Im Anschluss an die Exkursion fand sich die Fortbildungsgruppe in den Räumlichkeiten des Wassersportvereins Osnabrück e.V. zum Erfahrungsaustausch ein. Eingeladen hatte die von Rita Leitmann betreute Jugendgruppe des WSV, die schon lange als Bachpate für die Hase aktiv ist.

Björg Dewert

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