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27.11.2020

Mehr Nachhaltigkeit im Stadtverkehr: MobilitätsWerk-Stadt 2025 startet in Osnabrück

Wie lässt sich der Anteil der Mobilität in Osnabrück auf umweltfreundliche Formen verlagern? Und welche Maßnahmen sind dafür notwendig? Diese beiden Fragen standen im Zentrum der ersten Diskussionsrunde der „MobilitätsWerkStadt 2025“.

So erläuterte es Heike Stumberg, die Leiterin des Fachdienstes Verkehrsplanung, während ihres Eröffnungsimpulses. Die Online-Konferenz mit 30 Teilnehmenden bildete den Auftakt des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts, in dem ein ganzheitliches Mobilitätskonzept für Osnabrück entwickelt werden soll. Basis dafür sind sowohl bestehende Konzepte und Planungsansätze als auch die zusätzlich gefassten Ratsbeschlüsse der Stadt. 

„Es braucht viel Mut, wenn wir die Ziele nicht nur verfolgen, sondern auch erreichen wollen“, betonte Maxi Hase. Zuvor hatte die Koordinatorin der „MobilitätsWerkStadt 2025“ die bisherigen Konzepte und Maßnahmen in Osnabrück vorgestellt, die den Anteil des Umweltverbundes (ÖPNV, Fuß- und Radverkehr) am Verkehrsaufkommen erhöhen sollen. Sie nannte beispielsweise Daten aus dem Masterplan 100 % Klimaschutz oder dem Radverkehrsplan. 

Hase wies auf erste Erfolge hin: Der Anteil des Radverkehrs am Modal-Split hat sich im Binnenverkehr, also den Wegen der Osnabrücker innerhalb des Stadtgebietes, auf 28 Prozent erhöht (Stand 2018) – im Vergleich zur Ausgangsgröße von 23 Prozent im Jahr 2013. Er soll insgesamt bis 2030 auf 30 Prozent gesteigert werden. Der Anteil des ÖPNV ist im gleichen Zeitraum von acht Prozent um einen Punkt gestiegen. Vor allem aber: Die Reduzierung des Anteils privater PKW müsse sich noch bewegen, hob Hase hervor. Der soll um 30 Prozent gesenkt werden um die Klimaziele aus dem Masterplan 100 % Klimaschutz zu erreichen, habe sich aber bislang nur von 39 auf 37 Prozent bewegt.

Hier müsse man viel aktiver werden, um das Ziel erreichen zu können, waren sich mehrere Teilnehmende der Veranstaltung sicher. Im ersten Schritt der „MobilitätsWerkStadt 2025“ werden bestehende Konzepte, strategische Pläne und Planungsansätze analysiert. In einem zweiten Schritt sollen die gefassten verkehrspolitischen Beschlüsse priorisiert und Lösungsansätze entwickelt werden, die zu einer zielgerichteten Stärkung des Umweltverbundes führen. 

Dieser Prozess wird durch drei Arbeitskreissitzungen zwischen November 2020 bis März 2021 begleitet, bei denen sowohl politische Vertreterinnen und Vertreter als auch lokale Akteurinnen und Akteure – beispielsweise aus Hochschule, Universität und Stadtwerken – beteiligt sind. Auch Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises sind zu den Sitzungen eingeladen. Aber auch die Meinung der Bürger und Bürgerinnen von Osnabrück ist gefragt. In einer Online-Umfrage (www.osnabrueck.de/umfragen) werden ihre Mobilitätsgewohnheiten erfragt, ebenso aber auch ihre Wünsche und Bedürfnisse, damit eine Verkehrswende erreicht wird. 

Die Teilnehmer des Arbeitskreises wollen nach Lösungen suchen, um Mobilität weiterhin zu ermöglichen, bei gleichzeitiger Reduzierung von Treibhausgasen, Schadstoffbelastungen, Lärm und Flächenverbrauch. Dafür sind nachhaltige Mobilitätslösungen notwendig. Dabei sind sich die Beteiligten bewusst, dass sie Zielkonflikte nicht nur berücksichtigen, sondern auch Lösungen dafür suchen müssen. Das zeigte sich mithilfe von fünf Umfragen, die Dr. Michael Glatthaar und Dr. Franziska Lehmann vom Planungsbüro proloco, Bremen, als Moderator und Moderatorin der Veranstaltung durchführten. 

Stadtbaurat Frank Otte wies auf ein Problem hin: „Alle bisherigen Anstrengungen sind verpufft, weil die Autos immer größer und schwerer werden. Außerdem steigt die Anzahl privater Pkw weiterhin.“ Dass es schwer ist, deren Anteil am Verkehr zu reduzieren und den Raum in der Stadt auf andere zu verteilen, sagte Otte und beklagte den Einfluss der Auto-Lobby auf die Politik: „Wir müssen auch berücksichtigen, was von außen auf die Stadt zukommt“, sagte er. Zudem gelte es, genügend Raum für den ÖPNV zur Verfügung zu stellen, damit der durch kürzere Fahrtzeiten punkten könne. 

Viele Menschen steigen immer noch für Strecken unter fünf Kilometer ins Auto, für die eigentlich auch das Fahrrad gut geeignet sei. Um das zu ändern, müssen Umsteigeangebote gemacht werden, sagten mehrere Teilnehmende, während Prof. Dr.-Ing. Carsten Gertz von der TU Hamburg-Harburg aufzeigte, wie viel Raum Autos einnehmen, obwohl sie im Schnitt lediglich drei Prozent des Tages genutzt würden und. „Es sind nie mehr als zehn Prozent aller Pkw gleichzeitig unterwegs“, dennoch sei der öffentliche Raum auf sie ausgerichtet. Der Professor für Verkehrsplanung begleitet das Projekt wissenschaftlich. 

Die Corona-Pandemie hat auch dieses Projekt durcheinandergewirbelt, erläuterte Heike Stumberg. Nach der Zusage Ende letzten Jahres, sollte es im Januar starten und bis zum 31. Dezember abgeschlossen sein. Pandemiebedingt konnte die Stelle der Koordinatorin erst zu Anfang Oktober besetzt werden, das Ministerium sagte deshalb eine Verlängerung bis Ende März 2021 zu. 

Die nächsten Sitzungen der „MobilitätsWerkStadt 2025“ sind für den 10. Februar und den 11. März 2021 geplant.


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