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02.09.2019

„m3 – Medien – Message – Massage. Konfrontation mit Gedrucktem“

Ein Kunst- und Medienprojekt von Uwe Appold und Stephan Richter im Erich Maria Remarque – Friedenszentrum

Das Internet verändert den Blick auf die Welt. Alles wird infrage gestellt, gedruckten Medien nicht mehr geglaubt. Von „gefühlten“ oder „alternativen“ Fakten ist die Rede – oder von „Lügenpresse“. In den digitalen Netzwerken tobt der Meinungskampf, tun sich „Filterblasen“ auf. Doch wie haben mehr als 500 Jahre lang Schlagzeilen, Meldungen und Bilder in den gedruckten Medien Leser und Leserinnen gefangengenommen und das Denken der Menschen, Politik und Gesellschaft beeinflusst?

Appold Richter Osnabrück, Karstadt © Uwe Appold.
(Appold Richter Osnabrück, Karstadt © Uwe Appold) Appold Richter Osnabrück, Karstadt © Uwe Appold
Appold Richter Osnabrück, September 2019, Remarque © Uwe Appold.
(Appold Richter Osnabrück, September 2019, Remarque © Uwe Appold) Appold Richter Osnabrück, September 2019, Remarque © Uwe Appold
Appold Richter Osnabrück, Nesthäckchen © Uwe Appold.
(Appold Richter Osnabrück, Nesthäckchen © Uwe Appold) Appold Richter Osnabrück, Nesthäckchen © Uwe Appold

In dem Kunst- und Medienprojekt „m3 – Medien – Message – Massage. Konfrontation mit Gedrucktem“, das vom 12. September bis 17. November im Erich Maria Remarque-Friedensszentrum präsentiert wird, hat der Maler und Bildhauer Uwe Appold, begleitet vom Journalisten Stephan Richter, 60 Original-Zeitungen und Drucksachen aus 300 Jahren in ebenso ungewöhnliche wie überraschende Rahmen gesetzt und in Objekte verwandelt – darunter ein Originalexemplar der „Wöchentliche Osnabrückische Anzeigen“ vom 8. Februar 1783. Das gedruckte Wort und Bild erhalten so eine neue Dimension. „Durch die zusätzliche künstlerische Ebene wird der Blick auf die Medien geweitet. Was macht die Zeitung mit dem Betrachter – was für Gedanken und Bilder lösen die Schlagzeilen in Menschen bis heute aus?“, fragte Uwe Appold. 

„Die Zeitung ist das Medium des zweiten Gedankens. Das Gerede von ihrem Untergang ist falsch und gefährlich“, schreibt der Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen (Freiburg) in einem Begleitkatalog zu dem Kunst- und Medienprojekt. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Dietmar Wolff, sieht in der Initiative des Künstlers Uwe Appold und des Journalisten Stephan Richter, der 26 Jahre lang als Chefredakteur in der Zeitungsbranche tätig war, einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte. Wolff: „Hier geht es nicht um einen nostalgischen Blick auf das gedruckte Wort, sondern um Mutmaßungen über eine glückende Kommunikation im 21. Jahrhundert.“

Das Kunst- und Medienprojekt von Uwe Appold und Stephan Richter lädt zum Nachdenken über den Medienwandel und die Folgen für die öffentliche und politische Kommunikation ein. Dabei ging es bei der Zusammenstellung der Originalausgaben verschiedener deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des 20. Jahrhunderts nicht um eine technologische Zeitreise oder um einen historischen Blick auf besondere Ereignisse – zumal, wenn sie im kollektiven Gedächtnis mit besonderen Erinnerungen verknüpft sind. Die Auswahl macht vielmehr das oftmals Banale und Alltägliche in der Nachrichtenflut sowie den ständigen Wandel – getrieben durch scheinbare Aktualität – deutlich. Dabei fällt nicht zuletzt der Haptik des Printmediums und den künstlerisch gestalteten Rahmen der Exponate, die auf die mechanische Technologie des Buchdrucks und die damit verbundene Art der Betrachtung verweisen, eine besondere Bedeutung zu. Zu jedem Kunstobjekt hat Uwe Appold – ergänzend zur Originalzeitung – Zeichnungen und Collagen geschaffen, in denen er einzelne Meldungen, Schlagzeilen, Fotos oder auch Anzeigen des jeweiligen Mediums aufgreift.

Erstmals präsentiert wurden die Objekte im März 2017 im „Haus der Presse“ in Berlin. Der international renommierte Künstler und Kommunikationsdesigner Prof. Michael Schirner („Pictures in our Minds“) bezeichnete die Arbeiten bei der Ausstellungseröffnung in der Europa-Universität Flensburg als einmaligen, mitreißenden Blick in die „Gutenberg-Galaxie“. Die Exponate würden in Anlehnung an den großen Kommunikationstheoretiker Marshall McLuhan auf besondere Weise zum Medium und zur Botschaft.

Erich Maria Remarque-Friedenszentrum
Markt 6
49074 Osnabrück
Telefon: 0541 323-2109

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr
Samstag/Sonntag 11 bis 17 Uhr


www.osnabrueck.de

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