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04.11.2016

Keimzelle bildet bis heute das Zentrum: Osnabrücks Mitte liegt an der Hase

Interessant: Osnabrücks Stadtmitte liegt bis heute dort, wo vor etwa 1300 Jahren alles seinen Anfang genommen hat. 

Hat den Mittelpunkt errechnet: Gerd Heit - genau in der Mitte der Stadt..
Hinweistafel enthüllt (v.l.): OB Wolfgang Griesert, Ralf Reizer vom Metallbau-Unternehmen Reizer, VVO-Chef Rüdiger Kuhlmann..
Rainer Lahmann-Lammert (M.) gab mit einem Artikel in der Neuen Osnabrücker Zeitung den Anstoß zur Berechnung des Ortsmittelpunkts. Gert Heit (l.) zeigte OB Wolfgang Griesert die Seite mit dem Bericht..

Es war eine Furt durch die Hase, den Osnabrücker Stadtfluss, die erste Siedler auf das heutige Stadtgebiet lockte und im 8. Jahrhundert wurde schließlich auf einer Erhebung in der Haseniederung die erste Missionszelle errichtet, aus der Osnabrück hervorging. Ganz in der Nähe der Stelle am heutigen Dom, an der nach den Erkenntnissen der Archäologen die erste Kirche errichtet wurde, befindet sich bis heute die Mitte der Stadt: Wie jetzt feststeht, liegt Osnabrücks geografischer Mittelpunkt direkt am Haseufer am Herrenteichswall, etwa 15 Meter entfernt von der Brücke am Gymnasium Carolinum (Conrad-Bäumer-Weg).

Zur Zeit der Stadtgründung bildeten die Hase und ihre Nebenflüsse einen natürlichen Schutz vor Angreifern. Die Domburg und die ersten Ansiedlungen waren ringsum von dem Fluss und seinen Nebenläufen umgeben. Die Hase hatte auch für die weitere Entwicklung der Stadt wichtige Bedeutung. Sie trieb Mühlen an, lieferte Wasser für Gerbereien und andere Handwerksbetriebe, an den Ufern bestanden Wasch- und Badeplätze, aber der Fluss lieferte auch Trinkwasser und sorgte dafür, dass die Abwässer aus der Stadt abliefen. 

Auch der Name Osnabrück steht im Zusammenhang mit dem Fluss: Die Hase wurde zur Zeit der Stadtgründung „Osen“ oder „Osna“ genannt, wobei dies wohl auf das altgermanische Göttergeschlecht der „Asen“ zurückgeht. Eine andere Herleitung führt die Entstehung des Wortes auf das germanische Wort „haswa“ (grau) zurück, das in ähnlicher Form mit „hasu“ auch im Altenglischen vorkommt. Beim römischen Geschichtsschreiber Tacitus (ca. 58-120 n.Chr.) taucht der Begriff im Völkernamen Chasuarii (Haseanwohner) auf. 

Die genauen Koordinaten des Stadtmittelpunkts lauten 52°16‘39‘‘ nördlicher Breite und 8°02‘51‘‘ östlicher Länge. Das hat nun Gerd Heit errechnet, ein früherer Geodatenspezialist des Fachbereichs Städtebau der Stadt Osnabrück. Er hatte sich bereits 2001 für den Fachbereich Geodaten mit der Berechnung des Mittelpunkts der Stadt befasst. Nachdem er damals eine nahe gelegene Position auf der anderen Seite des Ufers als Mitte ausgemacht hatte, hat er die Berechnung nun mit präziseren Daten und einem genaueren Kartenmaßstab wiederholt. 

Dabei hat Heit den „geografischen“ Mittelpunkt errechnet, wobei bei diesem Verfahren ein Rechteck um den Stadtumriss gelegt und die Mitte zwischen den Eckpunkten ermittelt wird. Es wären noch andere Berechnungsverfahren denkbar, etwa indem das Zentrum aus lauter gedachten Dreiecken errechnet wird, die ausgehend von den Stadtumrissen nach innen gerichtet sind. Danach läge Osnabrücks Mitte etwas weiter im Osten im Bereich Luisenstraße/Alte Poststraße. 

Über die unterschiedlichen Ergebnisse der Berechnungsverfahren hatte bereits 2001 anlässlich Heits erster Ermittlung der Stadtmitte der Journalist Rainer Lahmann-Lammert in der Neuen Osnabrücker Zeitung berichtet. Und beim Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück (VVO) kam die Idee auf, dass Osnabrücks Mitte „öffentlich sichtbar“ markiert werden sollte. Der Plan, ein Schild aufzustellen, wurde noch vom früheren VVO-Vorsitzenden Gerrit Nüssmeier entwickelt und blieb dann sozusagen als "offene Aufgabe" seinem Nachfolger Rüdiger Kuhlmann überlassen. Er hat nun initiiert, dass der Mittelpunkt in einem Gemeinschaftsvorhaben mit der Stadt Osnabrück und einem Metallbauunternehmen "verortet" wurde. 

Um auf den geografischen Mittelpunkt hinzuweisen, wurde an der Uferböschung eine rote Kugel auf einem Betonsockel aufgestellt. Zusätzlich wurde an der Brücke am Caro ein Hinweisschild aufgehängt, das auf den Mittelpunkt hinweist und die Koordinaten aufführt. Kugel und Schild wurden nun von Heit, Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, VVO-Chef Rüdiger Kuhlmann und Ralf Reizer vom Metallbau-Unternehmen Reizer enthüllt. 

Es müssen nun übrigens nicht alle Entfernungsangaben auf Straßenschildern geändert werden, die auf Osnabrück hinweisen: Wie Heit auf Nachfrage erklärte, weisen solche Angaben nicht die Entfernung bis zur Ortsmitte, sondern bis zur Mündung der jeweiligen Route auf eine der örtlichen Hauptverkehrsstraßen aus. 


www.osnabrueck.de

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