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22.06.2017

Informationstafel „Gesellenaufstand 1801“ eingeweiht

Wolfgang Beckermann, Allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters und Vorstand für Kultur, hat am Mittwoch, 21. Juni, die Informationstafel „Gesellenaufstand 1801“ eingeweiht. Die Tafel steht am Haster Weg auf der Höhe des Alten Forsthauses zwischen den Stadtteilen Dodesheide und Schinkel. Der Rat hatte im August 2016 einstimmig beschlossen, den historischen Wegeabschnitt in Erinnerung an den Aufstand in „Gesellenweg“ umzubenennen. Zur Einweihung kamen mehr als 50 Interessierte, darunter einige Mitglieder des Stadtrates.

Tafel Gesellenaufstand Simon Vonstein.
(Tafel Gesellenaufstand Simon Vonstein) (von links) Heiko Schulze vom Fachbereich Kultur hört die Rede von Wolfgang Beckermann, Allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters und Vorstand für Kultur. Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

Bei dem Gesellenaufstand von 1801 haben zehn Zivilisten - darunter ein Kind - ihr Leben verloren. Auslöser des Aufstandes war ein Streit über die Kleiderordnung der Schuhmachergesellen. Als diese sich gegen die ungerechte Behandlung durch die Gildemeister und die Obrigkeit der Stadt Osnabrück zur Wehr setzten, solidarisierten sich alle Osnabrücker Handwerksgesellen mit ihnen. Sie gingen in den Streik und bezogen Quartier im Gasthaus Gartlage. Um die Gesellen zur Rückkehr an ihre Arbeitsplätze zu bewegen, rückten 120 Soldaten auf dem Gelände des Gasthauses an. Die Stimmung heizte sich auf und es kam zu den tödlichen Schüssen. Der Gesellenaufstand gilt bis heute als der blutigste Arbeitskampf der Osnabrücker Stadtgeschichte.

Beckermann machte in seiner Einweihungsrede darauf aufmerksam, dass der Aufstand als „so etwas wie ein historisches Lehrstück“ anzusehen ist. „Ein Lehrstück dergestalt, dass wir alles tun müssen, nie wieder - auch nur annähernd - derartige Differenzen zwischen Rat, Verwaltung und Osnabrücker Bevölkerung aufkommen zu lassen.“ Er dankte besonders Walter Leineweber vom Bürgerverein Schinkel-Ost, der die Errichtung der Tafel gemeinsam mit dem Bürgerverein Schinkel initiiert hatte. Ein Dank ging ebenfalls an die jungen Leute aus dem Zentrum für Jugendberufshilfe in der Dammstraße, die die Holzkonstruktion aus massiver Eiche hergestellt haben. Mitarbeiter des Osnabrücker Servicebetriebs sorgten für ein stabiles Fundament und die gut zugängliche Außenanlage.

Mit seinem umfangreichen Wissen über den Gesellenaufstand hat Heiko Schulze vom Fachbereich Kultur maßgeblich zur Errichtung der Tafel beigetragen. Bereits im Jahre 2007 war die erste Auflage seines historischen Romans „Geplatzte Kragen“ erschienen, in dem der Autor zahlreiche Details des historischen Geschehens facettenreich und detailgetreu wiedergibt. Er moderierte die Vorstellung der neuen Informationstafel, bei der Petra Tiesmeyer, Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes und Sven Ruschhaupt, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland, die Bedeutung von Arbeitnehmerrechten betonten. Benedikt Tönnies (Gitarre) und Mareike Schulze (Querflöte) begleiteten die Veranstaltung musikalisch.


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