Navigation über die Inhaltsbereiche dieser Seite

Der Hauptinhaltsbereich - hier finden Sie Artikel zum Thema Aktuelles

08.10.2008

Hasefisch des Monats Oktober 2008: die Bachschmerle

Auf dem Grund der städtischen Hase lebt ein recht zurückgezogener Bewohner, die Bachschmerle (lat. Barbatula barbatula). Tagsüber bekommt man sie nicht zu sehen, denn dann schlummert sie in Verstecken, wie zum Beispiel unter Steinen oder im Blattwerk von Wasserpflanzen. Aber auch nachts muss man sehr viel Glück haben, denn die Bachschmerle – oder Bartgrundel wie sie auch genannt wird – ist leider nur noch in sehr geringer Zahl im städtischen Bereich der Hase vorzufinden.

Die Barteln sind ihr Markenzeichen - die Bachschmerle, Foto: M. Hehmann

Schwer zu finden und schleimig
Als nachtaktiver Bodenfisch ist die Bachschmerle mit ihrer dunkel gefleckten Färbung optimal an den sandigen Untergrund den sie bevorzugt angepasst. Wenn man sie aber doch einmal zu Gesicht bekommt, so fällt sie nicht wegen ihrer Größe ins Auge, denn sie misst nur etwa 12 cm. Auffallend sind bei diesem kleinen, länglichen Fisch vielmehr die sechs Barteln, die um sein Maul herum angeordnet sind. Die Barteln helfen der Bachschmerle des Nachtens ihre Beute aufzuspüren. Sie tastet damit den Gewässergrund in ihrer Umgebung ab und sucht nach kleinen Krebsen, Insektenlarven und Würmern die ihr als Nahrung dienen.
Gegenüber Gewässerverunreinigungen ist die Bachschmerle weitgehend unempfindlich. Dies macht sie zu einem Pionierfisch, wenn es um die Wiederbesiedlung von zuvor stark belasteten Gewässerabschnitten geht. Der Grund für ihre Widerstandsfähigkeit ist, dass sie ohne weiteres längere Phasen von Sauerstoffmangel überdauern zu kann. Die Bachschmerle verfügt nämlich über gleich zwei etwas ungewöhnliche Möglichkeiten Sauerstoff aufzunehmen: einerseits durch ihren Darm und andererseits über die Schleimschicht, die ihre nahezu schuppenfreie Haut bedeckt.

Ein Schutzfilm aus Sandkörnchen
Zwischen März und Mai laicht die Bachschmerle und bevorzugt zur Ablage ihrer Eier einen sandigen Untergrund in Ufernähe. Ein einziges Weibchen gibt dabei bis zu 3000 Eier ab, welche anschließend vom Männchen befruchtet werden. Die klebrigen Eier bleiben an den im Uferbereich wachsenden Pflanzen heften oder fallen einfach zu Boden. Die am Boden liegenden Eier verkleben dann mit Sandkörnchen, welche wie eine schützende Hülle wirken. Nach rund zwei Wochen schlüpfen die Larven und nehmen bereits nach wenigen Tagen die erste Nahrung in Form von Plankton auf.

Im Rückgang begriffen
Bundesweit zählt die Bachschmerle nicht zu den stark gefährdeten Arten, doch ist diese Art allgemein im Rückgang begriffen. In einigen Gebieten ist sie trotz ihrer anspruchslosen Lebensweise als gefährdet eingestuft, so dass man sie aus einem Gewässer nicht entnehmen darf. Die meist rückläufige Entwicklung der Populationen lässt sich durch Querbauwerke erklären, welche den Austausch von Genmaterial zwischen benachbarten Populationen erschweren und zum Teil unmöglich machen. Dieser Effekt ist auch der Grund, warum in der Hase nur noch sehr wenige Exemplare der Bachschmerle vorzufinden sind.

(Julia Meinhard)

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

www.osnabrueck.de

Datenschutz | Impressum | Urheberrechte © 1996-2021: Stadt Osnabrück | Tel: 0541 323-0

zum Seitenanfang mit der Seitenbereichsnavigation springen