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19.12.2008

Hasefisch des Monats November 2008: der Europäische Aal

Ein besonders interessanter Bewohner unserer Hase ist der Europäische Aal (lat. anguilla anguilla). Auch wenn er selten geworden ist, so kann man ihn dennoch ab und zu noch im städtischen Bereich der Hase antreffen, auch wenn dies auf Besatzmaßnahmen zurückzuführen ist. Was hat nun der Aal, was andere Fische nicht haben? Zunächst einmal sieht er mit seiner schlangenförmigen Erscheinung so gar nicht fischtypisch aus. Der Aal besitzt zudem einen zusammenhängenden Flossensaum auf dem Rücken, und auch seine sehr dunkle Färbung sucht ihresgleichen unter den Fischen des Süßwassers

Durch Besatzmaßnahmen auch in der Hase - der Europäische Aal. Foto: Michael Hehmann

Zu Höchstleistungen fähig
Auf den ersten Blick ist der Aal kein Fisch der Superlative, doch auf den zweiten Blick sieht es ganz anders aus. Weibliche Tiere können zum Beispiel bis zu 150 cm lang werden und legen bis zu einer halben Million Eier pro Kilogramm Körpergewicht. Noch viel unvorstellbarer, aber dennoch wahr, ist die Leistung des Geruchssinns der Aale: sie können ein einzelnes Molekül, welches sich gelöst in 2,9 Trillionen Wassermolekülen befindet, wahrnehmen! Dies nutzen sie unter anderem um ihre Nahrung aufzuspüren. Aale ernähren sich hauptsächlich von kleinen Krebsen, Würmern und Insektenlarven, aber auch von anderen Fischen und deren Laich. Der gute Geruchssinn nutzt den Tieren aber nicht nur um Nahrung aufzuspüren, er ist vermutlich mit einer der Gründe, warum sie ihre 5000 km entfernte „Geburtsstätte“ in der Sargassosee wieder auffinden können.

Ein bewegtes Leben
Will man die Lebensgeschichte eines Aals erzählen, so muss man zwangsweise in der weit draußen im Atlantik gelegenen Sargassosee beginnen. Hier schlüpfen aus den im freien Wasser schwimmenden Eiern kleine Larven, die so genannten Weidenblattlarven. Diese machen sich von dort aus auf eine zwei bis drei Jahre dauernde Reise zu den europäischen Küsten. Am Ziel angekommen machen die Larven eine Umwandlung zu den so genannten Glasaalen durch. Erst nach dieser Umwandlung wandern sie aus dem Salzwasser der Meere ins Süßwasser der Flüsse ein. Sie können sogar Hindernisse wie kleine Wehre und Schleusen überwinden. Hilfreich ist den Aalen dabei ihre schleimigen Haut, mit der sie Sauerstoff aus der Luft aufnehmen können und daher auch kürzere Strecken über Land bewältigen können. Je nach Nahrungsangebot verbleiben sie nach ihrem Aufstieg für mehrere Jahre in den Fließgewässern Europas. Sie wachsen heran und legen sich ein beträchtliches Fettpolster an, bis sie die Geschlechtsreife erreicht haben – dies kann bis zu 15 Jahre dauern. Ist die Fortpflanzungszeit dann erreicht, beginnen die Tiere von unseren Gewässern aus in Richtung Atlantik aufzubrechen. Hierbei machen sie erneut eine Umwandlung durch: die Nahrungsaufnahme wird eingestellt und der Verdauungstrakt weicht den Geschlechtsorganen, die im Endstadium den Bauchraum vollständig ausfüllen. Auch äußerlich sind einige Veränderungen zu verzeichnen, beispielsweise die Umfärbung des Bauches, der von grün zu grau wechselt. In diesem Stadium wird vom Blankaal gesprochen. Nun zehrt er die gesamte Strecke bis in die Sargassosee von seinen Fettreserven. Sind dann nach mehreren Monaten die Laichgründe endlich erreicht, erfolgt die Abgabe und Befruchtung der Eier. Die kräftezehrende Wanderung führt anschließend dazu, dass die Aale an Ort und Stelle sterben.

Schlechte Prognosen
Aale werden als Glasaale in großer Zahl gefangen, denn diese sind eine sehr geschätzte Delikatesse. Darüber hinaus werden die Glasaale gefangen, um sie zu mästen und dann zum Verkauf anzubieten. Bisher haben es Forscher nicht geschafft Aale zu züchten, so dass für den Handel gänzlich auf natürliche Ressourcen zurückgegriffen werden muss. Dies führt zu einem steten Rückgang der Art. Doch dies ist nicht der einzige Grund dafür, dass man schätzt, dass der Aal in etwa 20 Jahren ausgestorben sein wird. Auch der Gewässerverbau und Umweltverschmutzungen spielen dem Aal übel mit. (Julia Meinhard)

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www.osnabrueck.de

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