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07.05.2008

Hasefisch des Monats Mai 2008: der Dreistachlige Stichling

Ein besonders kleiner, aber nicht minder interessanter Bewohner der städtischen Hase ist der Dreistachlige Stichling (lat. Gasterosteus aculeatus). Er erreicht meist nur eine Länge von 8 cm. Seine Größe ist unter anderem der Grund, warum er im Stadtgebiet in nur relativ geringer Zahl vorkommt, da er hier viel zu oft einem Räuber wie beispielsweise dem Flussbarsch oder dem Hecht zum Opfer fällt. In der Klöckner-Hase und in den kleineren Zuflüssen der Hase ist er in einer deutlich höheren Dichte vorzufinden.

Ein ganz Kleiner: der Dreistachlige Stichling, Foto: Michael Hehmann
In der Klöcknerhase ist der Stichling in höherer Dichte anzutreffen.

Stachlig statt schuppig
Der Dreistachlige Stichling besitzt, wie alle Stichlinge, keine Schuppen, bildet aber Knochen- platten aus, welche in einer Reihe angeordnet an den Flanken zu finden sind. Namensgebend sind die drei bei Gefahr aufrichtbaren Stachelstrahlen vor der Rückenflosse. Zu verwechseln ist die Art mit dem Zwergstichling, dieser trägt jedoch mindestens 7 einzelne Stachelstrahlen auf dem Rücken. Die Färbung des Dreistachligen Stichlings wirkt dunkelbraun marmoriert, wobei er einen dunkleren Rücken und einen hellen Bauch aufweist.

Äußerst anpassungsfähig und genügsam
Eine Besonderheit des Dreistachligen Stichlings ist, dass er sowohl im Süßwasser, als auch im Salzwasser vorkommt. Es sind zweierlei Lebensweisen ausgeprägt: es gibt Individuen, die lediglich zur Laich in die Flüsse aufwandert und ansonsten Meeresbewohner sind, und es gibt Vertreter dieser Art, die das ganze Jahr über in Flüssen oder Seen leben.
In den Binnengewässern halten sich Dreistachlige Stichlinge am liebsten versteckt im Pflanzengwirr auf, wo sie vor Räubern weitgehend sicher sind. An ihr Gewässer in dem sie leben stellen sie keine besonderen Ansprüche – im Gegenteil, sie gelten sogar als Pionierfische, die kleine Gewässer bereits besiedeln können, in denen andere Fischarten nicht fähig wären zu überleben. Und auch was ihre Ernährung betrifft sind Dreistachlige Stichlinge sehr genügsam. Sie ernähren sich von verschiedensten Kleintieren wie Würmern, Krebsen und Insektenlarven, und verschmäht darüber hinaus auch Fischlaich und Jungfische nicht. Aufgrund ihrer Toleranz gegenüber Gewässerbelastungen und ihrer Genügsamkeit gelten Dreistachlige Stichlinge auch nicht als gefährdet.

Ein Studienobjekt der Verhaltensforschung
Das Balzverhalten des Stichlings ist gut bekannt. Es läuft nach einem ganz bestimmten Muster ab und erscheint für einen Fisch eher ungewöhnlich, da man ein solches Verhalten eher bei einem Vogel erwarten würde. Die Laichzeit wird eingeläutet, indem sich die Färbung des Männchens verändert. Seine marmorierte Färbung bildet sich zwischen April und Juni zurück, wohingegen sich die Bauchseite rot färbt, der Rücken einen blauen Streifen ausbildet und sich die Augen blau färben. Hat das Männchen ein geeignetes Revier gefunden, so beginnt es ein Nest zu bauen. Es benutzt dazu Teile von Wasserpflanzen, welche mit einem Sekret aus seiner Niere zu einem kugelförmigen Nest verklebt werden. In der Zeit des Nestbaus ist das Männchen besonders aggressiv und verteidigt sein Revier (einen Bereich von rund einem Meter Durchmesser) vehement gegen alle Angreifer, mögen sie noch so groß sein. Auch Weibchen lässt es noch nicht in seine Nähe. Erst wenn der Nestbau abgeschlossen ist ändert es sein Verhalten und begrüßt ein vorbeikommendes Weibchen mit einem in der Literatur als „Zickzacktanz“ beschriebenen Bewegungsablauf, einer Art Balztanz. Ist das Weibchen paarungsbereit, so zeigt es dem Männchen ihren geschwollenen Bauch und schwimmt mit dem Kopf voran in das Nest, so dass ihr Schwanz noch herausschaut. Damit sie nun die Eier im Nest ablegt, muss das Männchen mit seiner Schnauze den Schwanzstiel des Weibchens in Vibration versetzen. Hat sie die Eier schließlich abgegeben, so schwimmt sie von dannen und das Männchen befruchtet die Eier. Im Anschluss daran bewacht und pflegt das Männchen die Brut aufopferungsvoll. Es wedelt den Eier regelmäßig Frischwasser zu und verteidigt das Nest gegenüber Räubern. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Stichlingslarven und auch wenn die Kleinen schon ihre ersten Ausflüge unternehmen hat das Männchen noch ein Auge auf sie.

(Julia Meinhard)

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