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04.03.2008

Hasefisch des Monats März 2008: der Steinbeißer

Der Steinbeißer (lat. Cobitis taeni) gehört zur Familie der Schmerlen. Er ist auch bekannt unter dem Namen Steinpicker oder Dorngrundel. Man sollte ihn nicht mit dem Seewolf bzw. Katfisch verwechseln, welcher im Fischhandel ebenso als Steinbeißer bezeichnet wird.

Der Steinbeißer misst nur acht bis zwölf Zentimeter. Foto: Michael Hehmann
Oberhalb des Wehres der Pernickelmühle ist der Steinbeißer anzutreffen.

Ein Fisch, der stechen kann
In der städtischen Hase ist der Steinbeißer vor allem oberhalb vom Stau der Pernickelmühle vorzufinden, aber auch unterhalb vom Stau Ahlstrom. Mit einer durchschnittlichen Größe von acht bis maximal zwölf Zentimeter ist der Steinbeißer ein relativ kleiner Gesell unserer Gewässer. Noch dazu ist er mit seiner dunkelbraunen Musterung gut getarnt. Seine Körperform ist lang gestreckt und nahezu drehrund. Typisch für einen bodenlebenden Fisch wie den Steinbeißer sind die am Maul zu findenden Barteln mit denen er den Boden abtasten kann.
Unter dem Auge besitzt der Steinbeißer eine Hautfalte, in der sich ein zweispitziger Dorn befindet. Er kann diesen aufrichten und damit andere Fische schmerzhaft stechen. Dieser Augendorn ist auch ein Unterscheidungsmerkmal zur Bachschmerle, welche keinen solchen Dorn aufweist, ansonsten aber leicht mit dem Steinbeißer verwechselt werden kann.

Ein Gebiss zum Steine beißen?
Dass man einen Steinbeißer nur selten zu Gesicht bekommt liegt unter anderem daran, dass er nachtaktiv ist. Tagsüber lebt er fast vollständig vergraben im Sand und wird erst in der Dämmerung munter - aber dann macht er seinem Namen alle Ehre. Nein, er zerbeißt nicht wirklich Steine. Der Steinbeißer ernährt sich von Kleintieren und anderen organischen Materialien, die an Sandkörnern anhaften. Um an diese Nahrung zu gelangen, nimmt er mit dem Maul Sand auf und „kaut“ diesen durch, wobei die essbaren Bestandteile vom Sand getrennt werden. Der unverdauliche Sand wird anschließend wieder über die Kiemen ausgestoßen.
Aufgrund dieser speziellen Ernährungsweise sind Steinbeißer an das Vorhandensein von so genannten Pioniersanden gebunden. Das heißt, es muss in ihrem Lebensraum genügend Sand vorkommen, der regelmäßig umgelagert wird und somit frei von Schlammablagerungen und Algenbewuchs ist. Solche Bedingungen ergeben sich in naturnahen Fließgewässern durch die Strömung von ganz allein.
Abgesehen von einem unverschlammten, sandigen Untergrund bevorzugen Steinbeißer langsam fließende Bereiche mit klarem, sauerstoffreichen Wasser.

Reserve in der Not
Neben der normalen Atmung über die Kiemen verfügt der Steinbeißer zusätzlich noch über die so genannte „akzessorische Darmatmung“. Diese Art der Atmung ermöglicht es ihm, auch in sauerstoffarmer Umgebung eine Weile zu überleben. Er schwimmt dazu an die Wasseroberfläche und schluckt dort Luft. Im Enddarm wird dieser Luft dann der Sauerstoff entzogen und über die Darmwand ins Blut transportiert.

Zwischen April und Juli versammeln sich in der Dämmerung fortpflanzungsreife Steinbeißer zur Laich. Im Uferbereich legen die Weibchen dann über Wurzeln, Ästen, Wasserpflanzen oder Steinen starkklebrige Eier ab – in einer Saison sind es mehrere Hundert Eier pro Weibchen. Anschließend werden die Eier vom Männchen besamt und schon nach drei bis sechs Tagen schlüpfen die Larven.

Eine bedrohte Art vor der Haustür
Bundesweit gilt der Steinbeißer als stark gefährdet, in einigen Bundesländern sogar als ausgestorben. Es gibt nur noch wenige Restpopulationen, die es also um so mehr zu schützen gilt. Hauptproblem ist die Eutrophierung. Durch sie kommt es zu verstärktem Algenwuchs und einer vermehrten Verschlammung des Untergrundes. Die starke Verbauung der Gewässer tut ihr Übriges, so dass derzeit auch im Bereich der städtischen Hase keine dauerhaft überlebensfähige Population anzutreffen ist. (Julia Meinhard)

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