Navigation über die Inhaltsbereiche dieser Seite

Der Hauptinhaltsbereich - hier finden Sie Artikel zum Thema Aktuelles

13.06.2008

Hasefisch des Monats Juni 2008: die Groppe

Mit ihrem breiten und bulligen Kopf und den großen fächerförmigen Brustflossen ist die Groppe (lat. Cottus gobio) leicht von anderen Fischen unserer Gewässer zu unterscheiden. Man nennt sie auch Mühlkoppe oder kurz Koppe, und zuweilen - aufgrund ihres ausgeprägten Kopfes - auch Bullenkopf oder Breitschädel. Im städtischen Bereich der Hase ist die Groppe leider nicht mehr anzutreffen. Es sind lediglich noch einige Exemplare in der Nette und in der Düte vorzufinden.

Ausgesprochener Dickkopf: die Groppe, Foto: Michael Hehmann

Durch und durch ein Bodenbewohner
Die Groppe wird 10 bis 15 cm groß und besitzt eine schuppenlose Haut. Sie wirkt ein wenig Furcht einflößend, nicht zuletzt durch ihr breites Maul und den nicht ganz ungefährlichen Stachel am Hinterrand des Kiemendeckels. Darüber hinaus ragen auch viele ihrer spitzen Flossenstrahlen über den Flossensaum hinaus, so dass sie sich durchaus zu verteidigen weiß.
Die Groppe ist ein typischer Bodenfisch und als solcher bringt diese Art einige Anpassungen an das Leben am Gewässergrund mit sich. Beispielsweise ist ihre Körperform abgeplattet und ihre Augen nicht seitlich, sondern oben auf dem Kopf, so dass sie alles im Blick hat, was über ihr geschieht. Ebenso lässt die dunkelbraun marmorierte Färbung der Groppe es nur schwer zu, sie auf dem Gewässerboden auszumachen.
Eine weitere Anpassung ist die Rückbildung der Schwimmblase, denn Groppen schwimmen nie im freien Wasser, sondern sind immer in Kontakt mit dem Boden, wo sie sich sicher fühlen. Das führt dazu, dass sie Querbauwerke in einem Gewässer nicht überwinden können, denn ihr Schwimmvermögen ist stark eingeschränkt. Sie wirken eher unbeholfen, wenn sie sich fortbewegen, denn dies geschieht sonderbar ruckartig und mit gespreizten Brustflossen, mit denen sie sich am Untergrund entlang tasten. Sobald eine Gefahr lauert, haben sie aber einen Trick entwickelt, um ihrem Verfolger schnell zu entkommen: mit ihrer Schwanzflosse wirbeln sie durch einen gezielten Schlag Sand vom Boden auf, der dem Angreifer die Sicht nimmt.
Groppen sind Einzelgänger und halten sich tagsüber versteckt. Sie kommen erst in der Dämmerung aus ihrem Unterschlupf hervor und stellen dann Bachflohkrebsen, Insektenlarven, Fischlaich und sogar kleinen Fischen nach. Die Beute wird dann oftmals nur durch einfaches Aufreißen des Mauls und ein kräftiges Einsaugen in die Falle gelockt.

Wo man eine Groppe trifft scheint alles in Ordnung zu sein …
Die Groppe ist eine anspruchsvolle Art. Sie bevorzugt schnell fließende Gewässer mit einem hohen Sauerstoffgehalt und einer guten Wasserqualität. Aber das allein reicht ihr nicht! Das Gewässer, in dem sie sich wohl fühlt, sollte zudem naturnah und sehr vielgestaltig sein, also keinesfalls eintönig oder gar begradigt. Und weil die kleine Groppe so viele Ansprüche an ihre Umgebung stellt, wird sie auch als Zeigerart oder Bioindikator bezeichnet. Man kann also davon ausgehen, dass in einem Fließgewässer, in dem man sie regelmäßig antrifft, alles in Ordnung ist. Doch mittlerweile gilt die Groppe bundesweit als stark gefährdet. Querbauwerke, die die Groppe aufgrund ihrer geringen Schwimmfähigkeit nicht überwinden kann, sind einer der Hauptgründe für den starken Rückgang der Art. Bedingt dadurch, dass viele Unter- und Mittelläufe von Gewässern eine nur mäßige Wasserqualität aufweisen, wird die anspruchsvollere Groppe zudem mehr und mehr in die Oberläufe verdrängt. Dies führt zu einer Isolation der Restpopulationen, welche somit ihr genetisches Material nicht mehr untereinander austauschen können und keine langfristig gesicherten Bestände aus ihnen hervorgehen können.

Anspruchsvolle Vaterpflichten
Die Laichzeit der Groppe liegt etwa zwischen Februar und Mai, ist jedoch stark von der im Gewässer vorherrschenden Temperatur abhängig. In den Zwischenräumen im steinigen Bachbett legen die Männchen dann Mulden an, wo die Weibchen die Eier ablegen. Nachdem diese befruchtet wurden, ist das Männchen mit der Brutpflege beauftragt. So gut es kann schützt es das Gelege vor Fressfeinden und wedelt den Eiern regelmäßig frisches, sauerstoffreiches Wasser zu, damit sie sich gut entwickeln. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Jungen dann nach etwa drei bis sechs Wochen dieser hingebungsvollen Pflege.

(Julia Meinhard)

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

www.osnabrueck.de

Datenschutz | Impressum | Urheberrechte © 1996-2021: Stadt Osnabrück | Tel: 0541 323-0

zum Seitenanfang mit der Seitenbereichsnavigation springen