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09.07.2008

Hasefisch des Monats Juli 2008: der Hecht

Der Hecht (lat. Esox lucius) kommt nicht nur im Karpfenteich vor – nein, auch in der Hase ist er vertreten. In der gesamten städtischen Hase kommt er regelmäßig vor, denn die recht zahlreichen Friedfische stellen quasi einen gedeckten Tisch für ihn dar.

Jäger und Räuber mit scharfen Zähnen: der Hecht. Fotos: Michael Hehmann
Der Hecht ist in der Hase noch gut vertreten.

Wendig mit Turbobeschleunigung

Man kann den Hecht in unseren Gewässern als den Räuber schlechthin bezeichnen. Und als solcher kann er imposante Ausmaße annehmen: seine durchschnittliche Größe liegt bei 50 bis 100 cm, Weibchen können jedoch sogar bis zu 150 cm lang werden. Auch ein Gewicht um 20 kg ist nicht ungewöhnlich. Ein Hecht wird bis zu 15 Jahre alt, in seltenen Fällen sogar bis zu 30 Jahre. Abgesehen von seiner Größe weist der Hecht aber noch viele andere Eigenschaften auf, die ihn zu einem hervorragenden Jäger machen. Er kann zum Beispiel durch die sehr weit hinten liegende Rückenflosse blitzschnell beschleunigen und ist unter anderem durch die große Schwanzflosse auch noch ein enorm wendiger Schwimmer. Sein lang gestreckter Kopf beherbergt ein Maul mit vielen scharfen Zähnen. Diese sind leicht nach hinten gebogen, so dass die Beute, wenn sie erstmal im Maul ist, nicht mehr entwischen kann. Seine Färbung ist unauffällig olivgrün und wird zum Bauch hin heller, womit er im Pflanzengewirr der Uferzonen nur schwer auszumachen ist. Seine Taktik ist einfach: Lauern und Angreifen. Vor allem bei unvorsichtigen Gesellen, die das freie Wasser durchschwimmen und somit den Schutz ihrer Deckung aufgeben, ist äußerst erfolgreich. Und nicht umsonst gilt er als besonders gefräßig, denn sogar Entenküken verschmäht er nicht. In ähnlicher Weise wie die kleineren Friedfische Verstecke benötigen, so braucht auch der Hecht genügend Rückhalte, aus denen heraus er seiner Beute nachstellen kann. Das führt dazu, dass der Hecht struktur- und pflanzenreiche Gewässer bevorzugt. Außerdem findet man ihn hauptsächlich in langsam fließenden bis stehenden Gewässer. Wenn er aber erst einmal gute Bedingungen vorgefunden hat, so ist er standorttreu und verteidigt sein Revier gegen Konkurrenten aufs Schärfste.

Seltener werdende Laichplätze gefährden die Art in Deutschland

Im Februar beginnt die Laichzeit der Hechte. Bis in den Mai sind dann die Weibchen derart stark umkämpft, dass aggressive Auseinandersetzungen zwischen den Männchen die Regel sind. Geeignete Laichplätze bieten überschwemmte Wiesen, flache Uferbereich oder kleinere Gräben mit dichtem Pflanzenbewuchs. Hechte gehören zu den so genannten Haftlaichern und als solche besitzen sie sehr klebrige Eier, die an Wasserpflanzen anhaften und somit nicht durch die Strömung fortgespült werden. Im Anschluss an das Ablaichen kommt es immer wieder vor, dass das Weibchen das zumeist deutlich kleinere Männchen angreift und frisst.
Nach 10 bis 15 Tagen schlüpfen die Larven bereits aus den Eiern. Für die Dauer, in der sie noch von ihrem Dottervorrat zehren können, bleiben sie noch angeheftet an den Wasserpflanzen.
Trotz recht guter Nahrungsgründe ist der Hecht in weiten Teilen Deutschlands als gefährdet anzusehen. Der Grund dafür liegt an den immer seltener werdenden Laichplätzen. Typische Auen- bzw. Überschwemmungsgebiete, die eine optimale Umgebung für die Brut des Hechts darstellen, sind durch den Verbau von Gewässern stetig im Rückgang begriffen. Vielerorts wird versucht diesem Rückgang durch Besatzmaßnahmen entgegen zu wirken. So auch im Bereich der städtischen Hase, wo ebenfalls nur noch wenige geeignete Laichplätze vorzufinden sind. Lediglich die Klöckner-Hase und mit Wasserpflanzen überwucherte Gräben dienen als erfolgreiche Laichgründe.

(Julia Meinhard)

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