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04.02.2008

Hasefisch des Monats Februar 2008: der Flussbarsch

Im Stadtgebiet der Hase ist der Flussbarsch (lat. Perca fluviatilis) häufig anzutreffen. Er trägt an seinen Flanken schwarze Querbinden und seine Bauch-, After- und Schwanzflosse sind zum Teil kräftig rot gefärbt. Auch seine zweigeteilte Rückenflosse, deren vorderer Teil aus deutlich erkennbaren spitze Flossenstrahlen besteht, macht ihn zu einem ansehnlichen Vertreter der Fischfamilie.

Auch mitten in der Stadt ist der Flussbarsch heimisch, hier an der Heinrich-Heine-Brücke/Pottgraben
Häufiges Vorkommen durch hohe Anpassungsfähigkeit: der Flussbarsch. Foto: Michael Hehmann

Je nach Umfeld stark unterschiedliche Größen
Der Flussbarsch ist eine sehr anpassungsfähige Art und daher weit verbreitet. Er bevorzugt größere See und langsam fließende Gewässer und gehört dort zu den häufigsten Arten. Flussbarsche sind demnach nicht vom Aussterben bedroht.

Im Schnitt werden Flussbarsche etwa 25 cm groß und rund ein Pfund schwer. Ihr Wachstum ist aber sehr unterschiedlich. Die größten Exemplare haben eine stattliche Größe von 50 cm und können mehrere Kilo wiegen. Wie groß ein Flussbarsch wird, hängt nicht nur von seinen genetischen Anlagen ab, sondern auch von dem Umfeld in dem er lebt. So kommt es bei Flussbarschen vor, dass sich bei Nahrungsknappheit ausschließlich kleine Exemplare entwickeln. Dass heißt, dass statt weniger großer Tiere sehr viele kleine Flussbarsche in einem Gewässer vorgefunden werden. Diese Tiere wachsen dann auch im Alter nicht weiter. Man nennt diese Erscheinung Verbuttung.

Das Problem der Strömung
Zwischen März und Juni ist Laichzeit. Zu dieser Zeit suchen die Flussbarsche flache Bereiche in Ufernähe auf um ihrem Laich zwischen Uferpflanzen eine möglichst störungsfreie Kinderstube zu bieten. In Fließgewässern besteht jedoch die Gefahr, dass der Laich einfach mit der Strömung mitgerissen wird. Die Evolution hat unterschiedliche Mechanismen hervor gebracht um diesem Umstand entgegen zu wirken. Das Flussbarsch-Weibchen legt seine Eier in Form von Laichbändern, in denen die Eier über eine klebrige Gallerte miteinander verbunden sind. Somit bleiben die Eier beispielsweise an Wasserpflanzen, Wurzeln oder Ästen hängen und werden nicht so leicht verdriftet. Direkt nach dem Ablaichen befruchtet das Männchen die Eier. Die Fischlarven schlüpfen dann nach ca. 3 Wochen. Die Larven ernähren sich von kleinen Planktonorganismen und entwickeln sich nach und nach zu Jungfischen.

Ein sehr individuelles Völkchen
Nicht jeder Flussbarsch gleicht dem anderen. Das Alter eines Flussbarsches beeinflusst zum Beispiel sein Verhalten und seine Ernährungsweise. Junge Flussbarsche halten sich häufiger in flachem Wasser auf und ernähren sich von Plankton, Kleinkrebsen und kleine Insektenlarven. Auch suchen die Jungtiere noch den Schutz der Gruppe und halten sich daher meist in Schwärmen auf. Erwachsene Flussbarsche sind vorwiegend Einzelgänger. Sie lauern in tieferem Wasser auf Beute, die vorzugsweise aus kleinen Fischen besteht. Hin und wieder schließen sie sich aber auch zu kleinen Trupps zusammen und jagen gemeinsam.
Die Lebensweise und das Aussehen werden allerdings nicht nur durch das Alter bestimmt. Drei unterschiedliche Typen, so genannte Ökotypen, von Flussbarschen können auftreten. Es gibt schwach gefärbte „Jagdbarsche“ die im freien Wasser nach Fischen jagen, große und dunkel gefärbte Exemplare die im tiefen Wasser auf Jagd gehen („Tiefenbarsche“) und kleinere stark gefärbte „Krautbarsche“ die im Uferbereich leben und sich von Kleintieren ernähren.
Diese drei Formen sind allerdings nur in besonders vielgestaltigen Gewässern ausgeprägt. Außerdem treten alle denkbaren Mischformen auf.
(Julia Meinhard)

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