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08.12.2008

Hasefisch des Monats Dezember 2008: die Elritze

Ein kleinerer Vertreter unserer Hasefische ist die Elritze (lat. Phoxinus phoxinus). Ihr lang gestreckter Körper misst maximal 12 cm. Die Elritze trägt sehr viele verschiedene Namen, so ist sie zum Beispiel auch als Pfrille oder Bitterfisch bekannt. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Elritze früher ein sehr häufig vorkommender Fisch war. Ob man sie im städtischen Bereich der Hase heutzutage überhaupt noch antreffen kann ist fraglich, doch kommt sie noch in der Düte vor.

Selten allein, denn die Eltritze hat ein ausgeprägtes Schwarmverhalten. Fotos: Michael Hehmann
Elritzen sind klein, lang gestreckt und regional unterschiedlich "gewandet".

Berühmt für Sinnesleistungen, und viele haben sie "zum Fressen gern"
Dass es so viele verschiedene Namen für die Elritze gibt rührt mitunter auch daher, dass sie von Region zu Region eine sehr unterschiedliche Färbung besitzen kann. Die mit nur sehr kleinen Schuppen besetzte Haut ist zumeist bräunlich bis grünlich und mit einer gestreiften oder getupften Musterung versehen. Zu den Besonderheiten der Elritze zählt ein sehr gut entwickelter Gehörsinn, wodurch sie vor Feinden früh gewarnt ist und sich schnell in ein Versteck zurückziehen kann. Elritzen haben es sogar zu einem gewissen Ruhm gebracht was ihre Sinnesleistungen angeht, da viele der grundlegenden Kenntnisse über die Leistungsfähigkeit der Sinne von Fischen durch Laborexperimente an ihnen aufgeklärt wurden. Der bevorzugte Lebensraum einer Elritze ist ein schnell fließender Bach, in welchem sie sauerstoffreiches, klares Wasser vorfindet. Doch wird man nur selten eine Elritze allein vorfinden, da Elritzen ein sehr ausgeprägtes Schwarmverhalten besitzen. Ob tags oder nachts, die Tiere suchen immer den Verbund der Gruppe, so dass man nicht selten recht große Schwärme von ihnen nahe der Wasseroberfläche ausmachen kann. Doch entfernen sich Elritzen nie allzu weit von einem Unterschlupf, denn sie haben ausgesprochen viele Feinde. Zum Beispiel der Döbel, die Bachforelle oder auch der Eisvogel haben Elritzen zum Fressen gern. Die Elritze selbst ernährt sich hingegen von Kleingetier wie Würmern, Insektenlarven, Kleinkrebsen, Fischlaich und Insekten die auf der Wasseroberfläche landen.

Gemeinsam sind Elritzen stark
Von April bis Juni sind Elritzen in Laichstimmung. Eine Rotfärbung der Bauchseite der Männchen verrät, dass sie paarungsbereit sind. Sowohl die Männchen, als auch die Weibchen bilden in dieser Zeit außerdem einen auffallenden, körnigen Laichausschlag aus. Die Elritzen halten nun nach flachen Gewässerstellen mit einem kiesigen Untergrund Ausschau. Sind keine geeigneten Laichplätze in ihrem Wohngewässer vorhanden, ziehen sie in Schwärmen in günstigere Gefilde. Hat der Schwarm einen solchen Platz ausfindig gemacht, so geben die Weibchen die Eier ab. Ein einziges Weibchen kann dabei bis zu 4000 Eier abgeben, welche anschließend vom Männchen besamt werden. Bereits nach einer Woche schlüpfen die ersten Jungtiere, die noch zunächst unter Steinen und in Pflanzenbeständen Schutz suchen. Die Jungtiere bilden ebenso so wie die erwachsenen Tiere größere Schwärme, um durch die große Anzahl von gleich aussehenden Tieren potenzielle Räuber zu verwirren und somit den Schutz der Gruppe zu nutzen. Hindernisse und zu viele Räuber Auch wenn die Elritze im städtischen Bereich Osnabrücks noch in der Düte anzutreffen ist, so ist es diesen Tieren nicht möglich sich über das Dütesystem auch wieder in der Hase anzusiedeln. Grund dafür ist die fehlende Durchgängigkeit. Die Elritze gilt daher in den Osnabrücker Gewässern als stark gefährdet. Bundesweit zählt sie ebenso zu den gefährdeten Arten, denn nicht nur der Gewässerverbau setzt ihr zu. Aufgrund dessen, dass die Elritze viel Sauerstoff benötigt ist beispielsweise auch die Verschmutzung von Gewässern ein wichtiger Faktor für ihren Rückgang. Überdies dezimiert ebenso der vielerorts zu intensive Besatz mit Raubfischen die Elritzenbestände. (Julia Meinhard)

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