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04.04.2008

Hasefisch des Monats April 2008: der Döbel

Der Döbel gehört zu den Karpfenfischen und ist auch unter dem Namen Alet oder Eitel bekannt. In der Umgebung von Osnabrück kann man ihn zum Beispiel im Bereich des Güterbahnhofs anzutreffen. Mit einer Länge von durchschnittlich 40 cm und einem Gewicht von rund einem Kilogramm ist der Döbel ein relativ großer Süßwasserfisch. Besonders große Exemplare können sogar bis zu 70 cm lang und 5 kg schwer werden. Äußerlich sticht der Döbel außerdem durch sein großes Maul und seine großen, dunkel gerandeten Schuppen, die eine netzartige Körperzeichnung hervorrufen.

Ein "Großmaul": der Döbel. Foto: Michael Hehmann

Ein Räuber ohne Zähne im Maul
Der Döbel ist eine sehr anpassungsfähige Art, kommt also auch in weniger naturnahen Gewässern vor. Er fühlt sich vor allem in schnell fließenden Gewässern wohl, kommt aber auch gelegentlich in Seen vor. Die Ernährung und das Verhalten des Döbels sind altersabhängig. Junge Döbel leben oberflächennah in Gruppen und ernähren sich vor allem von Wasserpflanzen und Kleintieren wie z.B. Insektenlarven, Schnecken und Würmern. Ältere Tiere hingegen sind weitgehend Einzelgänger und halten sich in tieferen Bereichen des Gewässers auf. Wie alle anderen Karpfenfische auch besitzt der Döbel keine Zähne im eigentlichen Sinn und zählt daher zu den so genannten Friedfischen. Weil er aber im Alter vorwiegend kleinere Fische oder auch Frösche jagt, ist er eigentlich ein typischer Allesfresser.

Zwischen April und Juni bilden Döbel kleine Laichschwärme und wandern zu geeigneten Laichplätzen. Dort legen die Weibchen dann bis zu 100.000 Eier an Wasserpflanzen, Steinen oder ein auf dem Kiesgrund ab. Nach der Befruchtung durch das Männchen dauert es dann rund 8 Tage bis die Larven schlüpfen.

Ein eigensinniger Gesell
Wenn man einen Döbel überlisten will, so muss man sich schon einiges einfallen lassen. Er gilt als sehr misstrauischer und eigenwilliger Fisch, da er sehr lernfähig und intelligent ist. Man bezeichnet ihn daher auch als Dickkopf. Diesen Namen trägt nicht zuletzt auch wegen seinem verhältnismäßig großen Kopf.

In unseren Fließgewässern stellt der Döbel eine der häufigsten Fischarten dar, wobei er jedoch in West- und Süddeutschland noch weiter verbreitet ist als in den östlichen Bundesländern. Der Döbel ist demnach keine gefährdete Art, doch hat er es zum Teil trotzdem schwer. Er gilt beispielsweise im Bereich der städtischen Hase mittlerweile sogar als potentiell gefährdet. Der Grund hierfür liegt in den vielen Querbauwerken, die eine Wanderung - und somit den Aufbau einer stabilen Population - verhindern bzw. deutlich einschränken. Eine eingeschränkte Döbelpopulation hat wiederum Auswirkungen auf andere Arten, die auf das Vorhandensein des Döbels angewiesen sind. So zum Beispiel die vom Aussterben bedrohte Bachmuschel, denn der Döbel ist einer ihrer wichtigsten Wirtsfische zur Verbreitung ihrer Larven.

(Julia Meinhard)

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