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24.02.2009

Fischpass an der Neuen Mühle

Durch den Einbau eines Fischpasses wird das Hasewehr an der Neuen Mühle jetzt endlich für Fische durchlässig. In den letzten Tagen wurde die Baustelle dafür an der Heinrich-Heine-Brücke eingerichtet. Kampfmittelspezialisten haben das Gelände eingehend auf unliebsame Kriegsrelikte untersucht und „grünes Licht gegeben“: Am Aschermittwoch werden Spundwände in den Boden gerammt.

Die Baustelle ist vorbereitet: Steinschüttung am 6. Februar 2009
Einsatz der Kampfmittelbeseitiger am 10. Februar 2009

Möglichst vollständiger Austausch
Der neue Fischpass soll einen möglichst vollständigen Austausch der Fauna zwischen dem Oberwasser auf Pottgrabenseite und dem Unterwasser auf der Mühlenseite ermöglichen. Das Ingenieurbüro Lothar Dütemeyer hat im Auftrag der Stadt Osnabrück nach einer idealen Lösung gesucht und nach Abwägung der baulichen Gegebenheiten und Erfordernisse einen Borstenfischpass vorgeschlagen, wie er nun in den nächsten Monaten am rechtsseitigen Wehrdurchfluss installiert wird.

Besengleiche Bremsen
Der Borstenfischpass wurde an der Uni Kassel entwickelt. Die ihm eigenen Borstenelemente bremsen die Fließgeschwindigkeit des Wassers, so dass die Sohlgleite von den aufwärts strebenden Fischen leicht überwunden werden kann. In ihrem Aussehen ähneln die Elemente überdimensionalen Straßenbesen, die mit den Borsten nach oben auf die Sohle des Fischpasses geschraubt werden. Die grünen Borsten haben eine Länge von 40 bis 50 Zentimetern und einen Durchmesser von ca. 5 Millimetern.

Auffindbarkeit und Passierbarkeit als Kriterien
Damit die Fische den Durchgang finden und tatsächlich nutzen, muss für eine deutlich wahrnehmbare „Lockströmung“ und gute Passierbarkeit gesorgt werden. Für talwärts wandernde Fische liegt der Einstieg in den Fischpass auf der rechten Uferseite „lockströmungsgünstig“ am Ende der davor liegenden Außenkurve, dem Prallufer. Auch für die aufwärts wandernden Fische wird eine gute Auffindbarkeit gewährleistet, indem zur Wasserstandsregulierung primär die direkt neben dem Fischpass liegenden Wehröffnungen genutzt werden, womit dort die Hauptströmung erzeugt wird. Die geforderte leichte Passierbarkeit ist durch die Reduzierung der Fließgeschwindigkeit mittels der Borstenelemente sehr gut gewährleistet. Dies wurde in Untersuchungen sogar für schlechte Schwimmer nachgewiesen.

Zwischen den Borstenelementen wird auf die Sohlgleite ein lückenreiches Kiessubstrat aufgebracht. Dieses ermöglicht auch Kleinlebewesen, die Sohlgleite flussaufwärts zu passieren.

Mit Booten passierbar
Und was den Wassertieren recht ist, ist den Wassersportlern billig: Mit dem Borstenfischpass an der Neuen Mühle können sie in ihren Kajaks oder Kanus das Hasewehr bequem passieren. Sollte ein hoher Wasserstand dies einmal nicht zulassen, werden auf beiden Seiten der Brücke Bootsländen eingerichtet, um ein Umtragen der Boote zu ermöglichen.


Downloads

Lageplan, ca. 800 KB

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