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19.06.2019

Dr. Andreas Hänel übergibt Leitung des Planetariums Osnabrück nach 33 Jahren an Dr. Thorsten Ratzka

Galaktisches Erbe

32 Jahre und 11 Monate – in astronomischen Zeitrechnungen sicherlich ein Wimpernschlag, doch für Osnabrück, die astronomische Gemeinschaft und unzählige Astronomie-Begeisterte geht eine kleine Ära zu Ende. Dr. Andreas Hänel, Planetariumsleiter im Museum am Schölerberg, geht Ende Juni in den Ruhestand und übergibt sein im wahrsten Sinne des Wortes galaktisches Erbe an seinen Nachfolger Dr. Thorsten Ratzka.

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(203821 P) Von links: Stadtrat Wolfgang Beckermann, Dr. Thorsten Ratzka, Dr. Andreas Hänel und Norbert Niedernostheide. Foto: Swaantje Hehmann

„Das ist doch das Haus mit dem Hänel! Diese Worte habe ich oft gehört“, so der Leiter des Museums am Schölerberg, Norbert Niedernostheide. Vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg kam Dr. Andreas Hänel nach Osnabrück, um hier ein Tor ins Universum für Jedermann aufzubauen. Und das gelang ihm: noch zwei Jahre bevor das Museum am Schölerberg überhaupt fertiggestellt war, kamen am Eröffnungswochenende 4.500 Besucher in das Planetarium. Seitdem gelang es Hänel und seinem Team über 625.000 Besucher in circa 17.500 Vorstellungen für das Weltall und seine Phänomene zu begeistern.

„Als ich ankam, war alles noch im Rohbau“, erinnert sich Hänel. „Auch zur Eröffnung stiegen die Gäste noch über Betonstaub hinunter in das Planetarium.“ Doch dass die Baufirma, das Kombinat VEB Carl Zeiss Jena aus der DDR, nicht nur gute Arbeit leistete, sondern auch noch einen Teil zur Völkerverständigung beitrug, ahnte damals wohl keiner. Die Ausstattung des Planetariums mit dem Sternenprojektor von Jena-Optik gab den Anstoß für die Städtefreundschaft zwischen Osnabrück und Greifswald und auch 33 Jahre später ermöglicht die auf den Millimeter genau gearbeitete und unbeschadete Gips-Kuppel die 360-Grad-Reisen durchs All.

Und das ist nur eines von vielen bemerkenswerten Ereignissen der folgenden Jahre. Ganz nebenbei begleiteten das Planetarium und Dr. Andreas Hänel Meilensteine der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung: Wie den Einsatz „Neuer Medien“ – damals waren damit CD-ROM und Videorekorder gemeint – oder der „Einführung“ des Internets ab 1993 mit dem zu dieser Zeit größten internationalen Internet-Projekt für Sternkundefans.

Ebenfalls seit 1993 setzt sich der Astronom gegen Lichtverschmutzung ein. „Gäste im Planetarium beklagten sich bei mir, dass sie lange schon nicht mehr so einen tollen Sternhimmel gesehen hätten. Gegen den Verlust der Nacht musste ich etwas tun“, so Hänel. Und das tat er. Er leitet die deutsche Fachgruppe DARK SKY der Vereinigung der Sternfreunde und gilt heute als einer der führenden Experten für Lichtverschmutzung in Deutschland. Die Gründung aller vier Sternenparks in Deutschland und kürzlich auch der Sternenstadt Fulda hat er maßgeblich initiiert und mitbegleitet.

„Wir sind stolz und dankbar Andreas im Team gehabt zu haben“, betont Norbert Niedernostheide. „Es ist etwas Besonderes, ein Planetarium im Haus zu haben. Neben Münster sind wir das einzige Naturkundemuseum in Deutschland mit dieser Kompetenz und können damit auf eine breite wissenschaftliche Basis zurückgreifen, um Natur und Umwelt viel umfänglicher zu vermitteln.“

„Umso schöner ist es, dass wir mit Dr. Thorsten Ratzka nun einen exzellenten Nachfolger gefunden haben“, betont Stadtrat Wolfgang Beckermann. Der Astrophysiker stößt vom Institut für Physik der Karl-Franzens-Universität Graz zum Team dazu. „Begeistert hat mich vor allem die Lebendigkeit des Museums. Das bekam ich schon bei meinem Bewerbungstag mit, als mehrere Schulklassen das Haus erkundeten“, so Ratzka. Eine neue Planetariumsbestuhlung, die Planung neuer Projektionstechnik und die Aussicht auf die Erneuerung der Dauerausstellungen des Museums am Schölerberg – es wird auf jeden Fall nicht langweilig am Schölerberg.


www.osnabrueck.de

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