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11.09.2018

Der Lüstringer Kupferschatz reist nach Berlin

Der herausragende archäologische Fund der letzten Jahre in Osnabrück wird ab dem 21. September in der  Sonderausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ in Berlin gezeigt: Vor zwei Jahren bei einer Baustellenbeobachtung entdeckt, stellt der 5.000 Jahre alte jungsteinzeitliche „Kupferschatz von Lüstringen“ eine in ganz Deutschland einzigartige Niederlegung von wertvollen vorgeschichtlichen Gütern dar.

Lu stringer Kupferschatz 2018 06.
(Lu stringer Kupferschatz 2018 06) Das vollständige Fundensemble aus dem jungsteinzeitlichen „Kupferschatz von Lüstringen“; Foto: Volker Minkus / Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Juni 2018

Die Zusammensetzung und der Umfang dieses Fundes sind außergewöhnlich: Unter einer Knaufhammeraxt lagen waagerecht drei große, mondsichelförmige Schmuckstücke aus sorgfältig bearbeitetem Kupferblech. Diese Lunulae („kleine Monde“) dienten vermutlich als Hals- und Brustschmuck. Das Fundensemble zählt zu den ältesten Metallprodukten der eigentlich metallfreien Jungsteinzeit Norddeutschlands. Nach ersten Materialanalysen liegt der Ursprung der Stücke in Südosteuropa oder gar dem Kaukasusgebiet. Sie liefern einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um die frühe Metallnutzung, über tausende von Kilometern erfolgten Gütertransfer und die Herausbildung von gesellschaftlichen Eliten vor 5.000 Jahren.
 
Anlässlich des Europäischen Kulturerbejahres 2018 zeigen das Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin und der Verband der Landesarchäologen im Gropius Bau in der Bundeshauptstadt die Sonderausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“. Digitale Kommunikations- und schnelle Transportmöglichkeiten bringen die Menschen immer enger zusammen und lassen die Globalisierung als modernes Phänomen erscheinen. Tatsächlich aber ist die überregionale Vernetzung mit allen ihren Auswirkungen seit jeher ein fester Bestandteil der Gesellschaft und beeinflusst das Leben der Menschen seit prähistorischer Zeit grundlegend. Täglich machen Archäologen im gesamten Bundesgebiet Entdeckungen, die dies eindrucksvoll belegen. „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ präsentiert die spektakulärsten archäologischen Neufunde der letzten 20 Jahre von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert. Anhand der vier Themen Mobilität, Konflikt, Austausch und Innovation werden mit über 1.000 Exponaten die Folgen überregionaler Interaktion auf persönlicher, wirtschaftlicher und kultureller Ebene erfahrbar gemacht
 
„Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und wird am 20. September von ihm feierlich eröffnet. Vom 21. September 2018 bis zum 6. Januar 2019  können der „Kupferschatz von Lüstringen“, der „Goldhort von Gessel“, die „Himmelsscheibe von Nebra“ und andere Höhepunkte der Archäologie im Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, in Berlin besucht werden. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Montag von 10–19 Uhr (dienstags geschlossen), der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro (Eintritt frei bis 16 Jahre).
 
Linktipp: www.osnabrueck.de/kupferschatz

 

 



www.osnabrueck.de

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