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04.12.2017

Beispielhafte Pflegemaßnahmen in schutzwürdigen Biotopen werden gewürdigt

Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück und Stadt Osnabrück vergeben gemeinsam den Naturschutzpreis 2017. Die Haarmann Stiftung – Natur und Umwelt verleihen einen Umweltpreis und einen Nachwuchspreis.

Gruppenfoto Preisverleihung.
(Gruppenfoto Preisverleihung) Foto: Uwe Lewandowski

Der diesjährige Naturschutzpreis wurde zum zweiten Mal gemeinsam von der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück und der Stadt Osnabrück ausgeschrieben. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung durch die Haarmann Stiftung konnten sich auch dieses Jahr wieder Osnabrückerinnen und Osnabrücker mit einem Beitrag um den Preis bewerben. Der Naturschutzpreis 2017 wird für beispielhafte Pflegemaßnahmen in schützenswerten Biotopen vergeben.

Von besonderer Bedeutung für den Naturschutz sind naturnahe Biotope wie Moore, Sümpfe, Quellbereiche und Fließgewässer, aber auch Heiden, nährstoffarme Feuchtwiesen, karge Halbtrockenrasen und Streuobstwiesen als typische Elemente der extensiv genutzten Kulturlandschaft.

Intensive Bewirtschaftung, Schadstoffeinträge sowie Baumaßnahmen haben in den letzten Jahrzehnten viele dieser ökologisch wertvollen Lebensräume gefährdeter Tier- und Pflanzenarten zerstört. Da sie äußerst selten geworden sind, benötigen sie besonderen Schutz und spezielle Pflege.   
 
Sowohl die Mahd von Mager- und Trockenrasenflächen, Streuobst- und Feuchtwiesen, die Entkusselung zur Freihaltung von Heiden und Mooren als auch der Rückschnitt von wuchernden Gehölzen und Kopfweiden sowie die Renaturierung von Fließgewässern zählen zu den typischen Pflegemaßnahmen schützenswerter Biotope.  

Zudem liegt ein zunehmender Schwerpunkt bei den Pflegearbeiten auf der Zurückdrängung von eingewanderten Pflanzenarten (Neophyten), die unserer heimischen Flora durch eine starke Ausbreitung und schnelles Wachstum überlegen sind.  

Erhaltungs- und Pflegearbeiten stellen seit langem eine der Kernaufgaben der Mitglieder von Naturschutzvereinen und -verbänden dar. Aber auch Schülerinnen und Schüler als auch einzelne Privatpersonen engagieren sich ehrenamtlich, bei den meist durch Handarbeit geprägten Maßnahmen. Um welche Maßnahmen mit Beispielcharakter es sich hier handelt, möchten die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück und die Stadt Osnabrück mit der Ausschreibung und Vergabe des diesjährigen Naturschutzpreises aufzeigen und honorieren.

Am Dienstag, 28. November, wurden im Bohnenkamp-Haus im Botanischen Garten Osnabrück die diesjährigen Empfängerinnen und Empfänger von Landkreis und Stadt Osnabrück mit dem insgesamt 7.500 Euro dotierten Preisgeld ausgezeichnet.  

Für den Naturschutzpreis der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück wurden zwölf Bewerbungen und Vorschläge eingereicht, von denen sich fünf Empfängerinnen und Empfänger das Preisgeld von 5.000 Euro teilen.

Weitere 2.500 Euro werden mit Unterstützung der Haarmann Stiftung an fünf Preisträgerinnen und Preisträger aus der Stadt Osnabrück vergeben.

Jeweils 500 Euro  erhalten

  • der Naturschutzbund Osnabrück e.V.,
  • die AG-Naturschutzjugend der ANTL e.V.,
  • die Montessori-Schule Osnabrück,
  • das Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium Osnabrück und
  • der Freundeskreis Botanischer Garten der Universität Osnabrück e.V.

Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern der Stadt Osnabrück

Naturschutzbund Osnabrück e.V.

Die Mitglieder des NABU Osnabrück führen regelmäßig in schützenswerten Biotopen Erhaltung- und Pflegemaßnahmen durch. Das „Vogelschutzgehölz Bröckerweg“ ist dafür beispielhaft zu nennen. Dieses Gebiet wird seit ca. 60 Jahren vom NABU Osnabrück gepflegt und entwickelt. Eine regelmäßige Mahd des Trockenrasens und die Gehölzfreihaltung der Fläche gehören u.a. zu den Maßnahmen.

Begleitend zu den Pflegemaßnahmen werden auf den Flächen regelmäßige Kartierungsarbeiten der Flora und Fauna durchgeführt.  

AG-Naturschutzjugend der Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) e.V.

Im Stadtgebiet engagieren sich die Mitglieder der AG-Naturschutzjugend der ANTL e.V. seit gut zehn Jahren für die regelmäßige Pflege der Kopfweiden. Jährlich werden etwa 20 bis 30 Kopfweiden im Stadtgebiet gepflegt. Dabei erfolgt die Kopfweidenpflege auf Eigeninitiative der AG-Naturschutzjugend. Die Maßnahmen werden jedoch zuvor mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Osnabrück abgestimmt.

Bei ihren Pflegearbeiten werden die Kinder und Jugendlichen regelmäßig von Landwirten und Anwohnern durch Maschineneinsatz unterstützt.

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die Aktivitäten der Mitglieder der Naturschutzjugend bei der Installation und Pflege von Nistangeboten für den Steinkauz und Schleiereulen.  

Seit der Gründung organisiert, koordiniert und begleitet Friedhelm Scheel die Arbeit der Kinder und Jugendlichen. Das Projekt stellt laut Meinung der Jury ein Leuchtturm-Beispiel jugendlicher ehrenamtlicher Aktivitäten für den Naturschutz dar.

Montessori-Schule Osnabrück

Schüler und Schülerinnen des berufsvorbereitenden Gartenprojektes der Klassen 8 und 10 bis 12 und interessierte Schülerinnen und Schüler der Montessori-Schule Osnabrück führen seit 2014 regelmäßige Renaturierungsmaßnahmen am Sandbach und an der Düte in Osnabrück durch. Unter Anleitung von Björg Dewert vom Verein „Natur unterwegs e.V.“ und in Abstimmung mit dem Unterhaltungsverband führen die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrerin Katja Woppowa Maßnahmen wie der Einbau von Strömungslenkern, die Erweiterung des Bachbetts oder Uferentfesselungen durch.

Viele Schülerinnen und Schüler sind so interessiert, dass sie bereits bei mehreren Renaturierungseinsätzen mitgeholfen haben.

Seit 2007 ist die Montessori-Schule Bachparte im „Netzwerk Schulen für eine lebendige Hase“.  

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Osnabrück

Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangstufe führen jährlich im Biologie Leistungskurs Renaturierungsmaßnahmen am Sandbach durch. In Kooperation mit der Grundschule Widukindland arbeiten Oberstufen- und Grundschülerinnen und Oberstufen- und Grundschüler in dem Projekt „Kleine und Große lernen am Sandbach“ dabei zusammen. Im Rahmen der Kooperation wurden unte anderem neue Lebensraumstrukturen im Bachbett geschaffen, Flutmulden eingebaut und Uferbepflanzungen vorgenommen. Der Biologie Leistungskurs führt jährlich mit ihrem Lehrer Holger Oldekamp Untersuchungen der Fließgewässerfauna durch und untersucht den chemischen und biologischen Gewässerzustand des Sandbaches. Im Unterricht werden diese Ergebnisse integriert und diskutiert und Zusammenhänge erarbeitet.

Das EMA ist seit 2009 Bachpate im „Netzwerk für eine lebendige Hase“ für den Sandbach im Bereich Haster Weg.

Freundeskreis Botanischer Garten der Universität Osnabrück e.V.

Seit dem Jahr 2003 engagieren sich die Mitglieder des Freundeskreises für die Pflege und Erhaltung der Kalkhänge im Bereich des Botanischen Gartens. Im zweiten Steinbruch, der seit 2011 in den Botanischen Garten integriert ist, werden regelmäßig durch die Mitglieder des Freundeskreises verschiedene Maßnahmen durchgeführt, um die heimischen Pflanzen in dem geschützten Naturraum zu erhalten und zu entwickeln. Reinigungs- und Gehölzrückschnittarbeiten gehören genauso zu den Pflegemaßnahmen wie die Bekämpfung von invasiven Pflanzenarten wie Herkulesstaude oder Japanischer Knöterich. Seit 2017 ergänzen Ziegen die manuellen Pflegearbeiten im Steinbruch.

Das gesamte Areal steht unter Landschaftsschutz. Die „ebenerdigen“ Flächen stehen unter Biotopschutz nach § 30 BNatSchG.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen den Freundeskreis bei der Durchführung der Maßnahmen. Förderungen für Materialien oder Maschinen erfolgt durch verschiedene Stiftungen (z.B. Haarmann Stiftung, Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Nds. Bingo Stiftung, Dieter Fuchs Stiftung, Bohnenkamp-Stiftung).

Die Haarmann Stiftung zeichnet zudem Friedhelm Scheel für sein jahrelanges Engagement im Natur- und Umweltschutz mit einem 5.000 Euro dotierten Umweltpreis aus. Zudem vergibt die Haarmann Stiftung in diesem Jahr erstmalig einen Nachwuchspreis an Janina Voskuhl, der mit 2.500 Euro dotiert ist.  



www.osnabrueck.de

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