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24.02.2010

Bachpaten entdecken kuriose Hochzeitsgesellschaft

Am 31. März 2009 konnten wir eine große gepunktete, wabbelige Masse im Mühlteich an der Nette entdecken. Aus ihrer Mitte ertönte ein tiefes Grunzen. Was war da los?

Ein junger Grasfrosch in der Netteaue
Dort haben über 50 Grasfroschpaare ihre Eier abgelegt.

Bei näherem Hinsehen konnten wir viele, viele Frösche sehen. Sie guckten mit dem Kopf aus dem Wasser, hüpften und schwammen einzeln und im Doppelpack herum und quakten. Begeistert zeigten wir allen unsere Entdeckung und es stellte sich heraus, dass hier eine Massenhochzeit der Grasfrösche im Gange war. Männchen und Weibchen treffen sich im Frühjahr an einer sonnengewärmten Flachwasserstelle, um sich zu paaren und ihre Eier in Form eines Laichballens abzulegen. Die Grasfrösche bekunden durch ihr tiefes Quaken, das an ein Grunzen erinnert, eine geeignete Stelle. Davon werden andere Grasfrösche im Umfeld angelockt, die dann auch hier ihre Eier ablegen. So entstehen die sogenannten Laichgesellschaften. Über 50 Paare haben hier jeweils ca. 500 Eier abgelegt. Danach verlassen die erwachsenen Frösche das Gewässer sehr schnell. Zurück bleiben die mindestens 25.000 Eier. Eine Gallertmasse und ihre große Menge schützt die Eier. Denn diese nahrhafte Mahlzeit steht auf dem Speiseplan von Enten, Molchen und vielen anderen Tieren. Nach einigen Wochen schlüpften die kleinen Kaulquappen. Nur eine relativ geringe Zahl schafft schließlich die Verwandlung zum kleinen Grasfrosch. Im Spätsommer haben wir einige entdeckt. Auf dem Bild seht ihr ein Jungtier aus dem Vorjahr. Die Landschaften werden generell immer trockener. Was für den Haus- und Straßenbau und die landwirtschaftliche Nutzung wichtig ist, schadet leider vielen Pflanzen und Tieren und hier auch ganz stark den Grasfröschen. Letztere lieben große Pfützen auf feuchten Wiesen und Überschwemmungsbereiche von Bächen und Flüssen. Sie nehmen auch mit Gräben vorlieb, solange das Wasser dort kaum fließt. Seitdem an der Nackten Mühle Strom aus Wasserkraft erzeugt wird, ist der Wasserstand der Nette und damit auch des Mühlenteiches relativ konstant. Anscheinend hat sich das schnell bei den Grasfröschen herumgesprochen.

(Björg Dewert)

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