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12.09.2016

An der Hase auf Taschenmonster-Pirsch

Das neue Handy-Spiel "Pokémon Go" zieht vermehrt junge Leute an die Hase. Von dem Spiel gehen viele Anreize aus, den Fluss zu erkunden.

Das Spiel blendet die Taschenmonster in die reale Umgebung ein: Hier an der Hase am Hauptbahnhof  ist ein Sterndu-Pokémon mit 373 Wettkampfpunkten erscheinen.
Das Karpador-Taschenmonster gehört zur Gruppe der Wasser-Pokémon. Es erinnert etwas platt an einen Fisch.
Der Bereich Oewer de Hase in der Darstellung der Pokémon Go-Karte: Vorne neben der Spielerfigur ist ein „Pokestop“ zu sehen, etwas weiter hinten eine „Arena“.
Der Pokéstop auf der Brücke am Caro heißt „Eternal Love“. Die vier Bilder zeigen den Pokéstop in der Kartendarstellung, in der vergrößerten Ansicht zum Interagieren und in der ebenfalls im Spiel enthaltenen Fotoansicht.
Zunftzeichen Krämer, Fontäne der Wünsche und Men At Work: In Pokémon Go sind fast alle Kunstwerke an der Hase verortet. Häufig wird der Blick auch auf weniger bekannte Details wie das Zunftzeichen gerückt.
Die "Neue Mühle" in Pokémon Go: Der "Pokéstop" nennt sich "Wasserkraft".
Blick auf den Haarmanns-Brunnen auf der Pokémon Go-Karte.

Das neue Handy-Spiel „Pokémon Go“ sorgt an der Hase in der Osnabrücker Innenstadt für regen Menschenzustrom. Auf dem Herrenteichswall, den nahe gelegenen Brücken und in vielen weiteren Uferbereichen sind quasi seit dem Start des Spiels ständig viele Menschen unterwegs, die, weil sie ihren Blick mehr oder weniger fest auf den Bildschirm ihres Smartphones gerichtet haben, unschwer als Spieler zu erkennen sind. 

Es zeichnet sich ab, dass ähnlich wie der Osnabrücker Zoo, dem die Taschenmonster-Pirsch neue abendliche Besucherrekorde beschert hat, auch die Hase von „Pokémon Go“ profitiert – jedenfalls, was die Anzahl der Besucher angeht. Beliebte Spielorte, an denen oft Spieler anzutreffen sind, sind etwa die Brücke zum Gymnasium Carolinum mit dem Schulvorplatz auf dem Conrad-Bäumer-Weg und die Bereiche Herrenteichsstraße/Haarmannsbrunnen und „Öwer de Hase“. 

Die „Lebendige Hase“ hat sich natürlich gefragt, wie es der vom japanischen Unterhaltungskonzern Nintendo und der US-Entwicklerfirma Niantic gestarteten Handy-Applikation gelingt, Menschen in Osnabrück in Bewegung zu versetzen. Also haben wir „Pokémon Go“ ausprobiert.

Erster Eindruck: Das Spiel ist ein bisschen wie „Geocaching“ – natürlich spielerischer und nicht so technisiert, aber ähnlich wie von der Suche nach versteckten „Schätzen“ mittels Koordinaten gehen auch von der Taschenmonsterjagd mannigfaltige Anreize aus, die Umgebung zu erkundenn und dabei besonders auch den Osnabrücker Stadtfluss aufzusuchen und sogar zu erwandern. 

„Pokémon Go“ funktioniert letztlich wie ein Fahrzeug-Navigationssystem oder eine jener modernen Apps, mit denen Touristen zu Sehenswürdigkeiten geführt werden: Es zeigt mittels GPS-Ortung die Position des Spielers auf einer Karte an, die sich wie in solchen Mapping-Applikationen entsprechend seiner Bewegungen im realen Leben mitbewegt. Auf der Karte tauchen markante Orte aus der realen Welt als Spielstationen auf, die von den Spielern im wirklichen Leben aufgesucht werden müssen, um in der Taschenmonster-Welt mit ihnen interagieren zu können. 

Entlang der Hase sind Bauwerke, Kunstwerke, Denkmale ebenso wie teilweise eher unauffällige Details aus dem Stadtbild in das Spiel einbezogen. Da von solchen markanten Orten jeweils kleine Bilder und Fotos in Großansichten vorhanden sind, die mit Titeln beschriftet sind, lässt sich „Pokémon Go“ – ein solches Interesse vorausgesetzt – tatsächlich wie ein elektronischer Stadtführer nutzen. 

Das ist auch für „Eingeborene“ spannend, weil vielfach eher unbekannte Details wie beispielsweise ein (allerdings wegen der Bauarbeiten gerade abgehängtes) Zunftzeichen an einem Gebäude an der Herrenteichsstraße in dem Spiel auftauchen, die sich sonst dem Blick nur allzu leicht entziehen.

Kritisch ist, dass auch an der Hase solche Orte und Gebäude einbezogen sind, an denen es als störend empfunden werden kann, wenn dort Spieler mit Handys erscheinen – etwa Kirchen oder die „Stolpersteine“, deren Auftauchen in „Pokémon Go“ besonders umstritten ist. 

Zwar können in Kirchen platzierte Spielstationen zumeist genutzt werden, ohne dass es erforderlich ist, die Gebäude zu betreten oder sie befinden sich wie beispielsweise am Dom nicht im Inneren, sondern auf dem Vorplatz. Tatsächlich gibt es in „Pokémon Go“ aber auch Spielstationen, die sich auf Firmengeländen, Friedhöfen oder in Gedenkanlagen befinden. Es kann Einspruch gegen solche Spielstationen eingelegt werden. Die Macher wollen Beschwerden prüfen und Spielorte gegebenenfalls löschen. 

Es ist unklar, wie die Spielstationen in die App gelangt sind. Die auf Google-Material basierende Karte wurde ursprünglich für das ebenfalls ortsbasierte Vorläuferspiel „Ingress“ von der Niantic erarbeitet und nun für das gemeinsam mit Nintendo realisierte „Pokémon Go“ genutzt. Orte, Namen und Bilder konnten wohl zeitweise von den Ingress-Spielern für die erste Karte vorgeschlagen und eingesandt werden.

Ein bisschen verwirrend ist, dass die Spielstationen nicht selten unter Bezeichnungen auftauchen, die nicht dem üblichen Sprachgebrauch entsprechen (das gilt nicht für die Stolpersteine). Andererseits werden Spieler dadurch dazu gebracht, sich Gedanken über die Herleitung solcher Begriffe zu machen und das eigene Wissen zu vergegenwärtigen bzw. gegebenenfalls bei Google nachzusehen. 

Neben den Spielstationen gibt es noch einen Anreiz, in der Osnabrücker Innenstadt an der Hase auf Taschenmonster-Pirsch zu gehen: Das Spiel bezieht vage die Beschaffenheit des Geländes mit ein, so dass es ewta solche Pokémon, die der „Kategorie“ Wasser angehören (insgesamt gibt es 18 Sorten), eben nur an Flüssen, Seen, am Meer etc. erscheinen lässt. Und da die Hase und ihre Nebenflüsse in Osnabrück ja nun einmal zu den wichtigsten Gewässern gehören, geht kein Weg an ihnen vorbei, wenn es die Spieler auf  virtuelle Wasserwesen wie Karpador, Sterndu, Seeper & Co. abgesehen haben. 

Die Hase mit „Pokémon Go“ zu entdecken, ist jedenfalls ein ganz neues Erlebnis – das Spiel legt sozusagen eine virtuelle Ebene über die Wirklichkeit und davon gehen Anreize aus, sich auch im realen Leben umzusehen. Durch die vielen verorteten Stellen an der Hase, den Zuflüssen und Nebengewässern, zu denen auch Stationen im Hasepark, Hafen oder am Stichkanal gehören, erschließt sich die Möglichkeit, mit dem Spiel auf Jogging- oder Radfahrtouren ans Wasser zu gehen. Die „Lebendige Hase“ freut sich darüber, dass es einen solchen neuen Anreiz gibt, den Osnabrücker Stadtfluss zu entdecken. 

Wer mag, darf uns gerne besondere Hase-Erlebnisse oder lustige Schnappschüsse von der Pokémon-Pirsch am Fluss über unsere Facebook-Seite übermitteln. 

 

 

Zur Info:„Pokémon Go“ gibt es für Android- und iOS-Smartphones, es kann bei Google Play und bei Apple im App-Store heruntergeladen und auf dem eigenen Gerät installiert werden. Wer es spielen will, muss zulassen, dass Positionsangaben und weitere Daten übermittelt werden.

Ziel des Spiels ist es, möglichst viele der bisher 151 verfügbaren Pokémon für die eigene Sammlung zu erlangen. Zum Einfangen müssen die Pokémon mit einem Ball beworfen und getroffen werden – das klappt meistens nach einigen Versuchen, manchmal aber auch nicht. Außerdem können Pokémon ausgebrütet werden.  Dazu müssen Spieler 2, 5 oder 10 Kilometer laufen. Um an die Bälle und andere nützliche Spielgegenstände zu kommen, müssen die Spieler die zahlreichen Spielstationen, sogenannte „Pokéstops“, aufsuchen, die auf der Karte auftauchen und sie auf dem Handy antippen. Daneben gibt es „Arenen“, in denen die Taschenmonster in Kämpfe gegeneinander geschickt werden können.

Aber es ist der Entscheidung der Spieler überlassen, ob sie solche Kämpfe austragen – viele Spieler machen das aber erst einmal nicht, sondern beschäftigen sich vor allem mit dem Jagen/Sammeln von Pokémon, was in Computerspielen ein ebenso populäres Prinzip wie das Kämpfen ist. Und dass es auch ein beliebter Zeitvertreib ist, virtuelle Tierchen einfach nur groß zu ziehen, dürfte ja seit dem 1990er-Jahre-Elektronikspielzeug Tamagotchi hinlänglich bekannt sein.

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