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19.06.2020

430.000 Euro für kulturelle Projektförderung bewilligt

Um Kulturschaffende zu unterstützen, deren Einnahmen während der Corona-Krise eingebrochen sind, hatte der Rat am 21. April einstimmig beschlossen, für die kulturelle Projektförderung zusätzlich 250.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Über 170 Förderanträge wurden für diese zusätzlichen Mittel gestellt. Die Antragszahl zeigt die prekäre Situation insbesondere für freiberufliche Kulturschaffende, „und macht deutlich, wie wichtig diese kommunale Förderung für Osnabrück ist“, so Wolfgang Beckermann, Vorstand für Bildung, Kultur und Familie. „Großartig, dass die regionalen Stiftungen dies so unterstützen“.

Die erste Antragsrunde für das Jahr 2020 (Antragsfrist: 15. September 2019) war Anfang des Jahres bereits abgeschlossen. Die Beratung der Anträge, die im Rahmen der zweiten Antragsrunde (Antragsfrist: 1. März) eingegangen waren, musste wegen der Corona-Pandemie zunächst unterbrochen werden. Das Verfahren wurde nach dem Ratsbeschluss vom 21. April wiederaufgenommen. Der Ratsbeschluss sah vor, insbesondere Solo-Selbstständige besonders zu fördern, weil sie durch das Raster der Bundes- und Landessoforthilfen fielen.

Die Kriterien und das Verfahren wurden an die besondere Situation angepasst. Ziel war eine zeitnahe Entscheidung und Auszahlung. Dies galt insbesondere für Anträge mit einer Förderung unter 3.000 Euro. Hier wurde das Beratungsverfahren verkürzt, indem die Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur, Patricia Mersinger, nach Beratung durch interne Expertinnen und Experten über die Förderung entscheiden konnte. Wegen der deutlichen Überzeichnung des Budgets war die zeitnahe Auszahlung nicht möglich. Die Anträge mussten insgesamt bewertet und die begrenzten Mittel entsprechend verteilt werden.

Die inhaltliche Bewertung der Förderfähigkeit der eingegangenen Anträge über 3.000 Euro nahmen drei Jurys vor. Zu Beratungszwecken und mit dem Ziel der Vermittlung einiger Projektanträge haben an den Jurysitzungen zusätzlich Vertreterinnen und Vertreter verschiedener regionaler Stiftungen teilgenommen. 

Prof. Dr. Hans-Wolf Sievert von der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur betont: „In diesen besonderen Zeiten werden die Kunst und kulturelle Veranstaltungen oftmals als am ehesten verzichtbar angesehen. Vor diesem Hintergrund freut sich die Sievert Stiftung ganz besonders, diejenigen unterstützen zu können, die hinter unserer vielfältigen lokalen Kulturlandschaft stehen und diese überhaupt erst ermöglichen: die Kulturschaffenden der Stadt und Region Osnabrück.“ Und Dr. Johannes Dälken und Professor Dr. Felix Osterheider, Vorstand der Felicitas und Werner Egerland Stiftung, ergänzen: „In der Zeit der Pandemie erweist sich einmal mehr, wie wichtig Stiftungsarbeit in unserer Region ist - nicht die öffentliche Hand ersetzend, sondern sie ergänzend. So sichern wir Hand in Hand das reichhaltige Kulturleben vor Ort. Wir freuen uns, dass es in gemeinsamer Anstrengung von Seiten der Stadt Osna-
brück zusammen mit zahlreichen Stiftungen möglich war, Osnabrücker Künstlerinnen und Künstler kurzfristig und unbürokratisch in dieser schwierigen Situation durch die Förderung ihrer künstlerischen und pädagogischen Arbeit zu unterstützen.“

„Sehr viele Bereiche des sozialen und kulturellen Lebens sind durch die Corona-Krise betroffen. Für die Kulturschaffenden Menschen geht es schlicht um die finanzielle Existenz. Deshalb haben wir als spontane Hilfe in der Not den Fonds zur Hilfe der Osnabrücker Kulturszene gefördert,“ sagt Johannes Andrews von den Evangelischen Stiftungen.  „Unter dem Wegfall aller kulturellen Aktivitäten leiden alle Menschen in Osnabrück. Dabei sind gerade kulturelle Veranstaltungen in Krisenzeiten wichtig, um den Menschen Freude zu bringen und sie damit auch zu stärken,“ so Johannes Andrews weiter. Für die Evangelischen Stiftungen seien Vielfalt und Qualität kultureller Veranstaltungen wichtig für die Seele der Stadt und damit besonders förderwürdig. „Deshalb unterstützen wir noch fünf weitere konkrete Kulturprojekte“, erklärt der Stiftungsvorsitzende.

Die Jury für die Förderung Bildende Kunst bestand neben internen Experten aus den Fachdiensten im städtischen Fachbereich Kultur unter anderem aus externen Fachexpertinnen und –experten, wie Prof. Dr. Andreas Brenne (Kunst und ihre Didaktik/Kunstpädagogik an der Universität Osnabrück), Prof. Dr. Susanne Düchting, (Theorie und Geschichte der Produktgestaltung an der Hochschule Osnabrück) sowie dem freischaffenden Künstler Christoph Seidel.

Die Jury für Musik bestand neben internen Experten aus dem Fachbereich Kultur aus den folgenden externen Fachexpertinnen und -experten: Prof. Sascha Wienhausen (Pop-Gesang/Fachdidaktik an der Hochschule Osnabrück), Todor Todorovic von der Blues Company und der Musikwissenschaftlerin Dorit Schleissing. Todor Todorovic erklärt: „Ich bin stolz darauf, in einer Stadt zu leben, welche die freie Kunst- und Kulturszene in dieser schlimmen Zeit mit dieser fantastischen Aktion unterstützt!“

Für die kulturelle Projektförderung sowie für sogenannte Dauerprojektförderungen stehen im Haushaltsjahr 2020 planmäßig 122.500 Euro zur Verfügung. Nach Abwicklung der ersten Antragsfrist für das Jahr 2020 und unter Berücksichtigung von Rückzahlungen und nicht abgerufenen Zuschüssen sowie den zusätzlich bereitgestellten Mitteln von 250.000 Euro standen im Rahmen der zweiten Antragsfrist und der Sonderfrist anlässlich der Corona-Pandemie rund 330.000 Euro Fördermittel zur Verfügung. 

Insgesamt sind 207 Förderanträge eingegangen, davon 34 Anträge mit der Frist zum 1. März und 173 Anträge mit der Frist zum 17. Mai. Insgesamt wurden rund 842.000 Euro Fördermittel beantragt. Die Summe der bewilligten städtischen Fördermittel liegt derzeit bei rund 300.000 Euro.

Die Kulturverwaltung war bereits vor Beginn des Verfahrens mit regionalen Stiftungen im Gespräch. Diese wollten ebenfalls zeitnah Kulturschaffende unterstützen. Deshalb wurden sie direkt in das Verfahren der Verwaltung eingebunden. Weitere rund 128.000 Euro zur Förderung von Projekten werden voraussichtlich von regionalen Stiftungen (Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung, Felicitas und Werner Egerland Stiftung, Evangelische Stiftungen, Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur, Stiftung der Sparkasse Osnabrück) zur Verfügung gestellt. Mit den Mitteln der Stiftungen wurden Projekte im Umfang von 430.000 Euro bewilligt

Die Kulturverwaltung dankt den externen Jurymitgliedern für ihren hohen ehrenamtlichen Einsatz. „Viele Kulturschaffende haben seit dem 1. März keine Aufträge, und auch bis Jahressende sind diese nicht in Sicht. Die Projektförderung ist ein kleiner Schritt, das Kulturleben in Osnabrück wieder an den Start zu bringen. Weitere Schritte müssen folgen“, betont Patricia Mersinger, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur.


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