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24.02.2020

Damit Kulturgüter bei einem Unglücksfall nicht verloren gehen, gibt es den Notfallverbund Osnabrück

Der richtige Umgang mit einzigartigen Kulturgütern, die bei einem Unglücksfall durchnässt und verschmutzt wurden, muss eingeübt werden, wenn ihr Verlust verhindert werden soll. Das haben in jüngerer Zeit verschiedene Hochwasser, Brände oder der Einsturz der Kölner Stadtarchivs 2009 gezeigt. Osnabrücker Museen, Archive und Bibliotheken haben sich daher 2017 zu einem Notfallverbund zusammengeschlossen.

2020 02 24 Notfallverbund.
(2020 02 24 Notfallverbund) Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Übung des Osnabrücker Notfallverbundes im Museumsquartier Osnabrück präsentieren ihre „dokumentierten“ Kulturgüter; Foto: © Anton Hirschle

Mit dabei sind die städtischen Kultureinrichtungen Stadt- und Kreisarchäologie, das Museumsquartier Osnabrück, das Museum am Schölerberg und die Stadtbibliothek. Das Ziel des Verbundes: Schadensfälle gemeinsam bewältigen. 

18 Personen aus verschiedenen Einrichtungen des Notfallverbundes haben sich am 17. Februar im Museumsquartier zu einer Fortbildung getroffen über „Dokumentationsmethoden bei der Erstversorgung von Sammlungs- und Archivobjekten“. Denn die Archivalien, Bücher, Bilder, museale Objekte und archäologischen Funde müssen in einem Ernstfall so dokumentiert werden, dass sie nach der Zwischenlagerung und sachgemäßen Behandlung problemlos wiedergefunden und dem richtigen Standort zugeordnet werden können. Auch die Grunddaten für eine erste Einschätzung des Restaurierungsbedarfs müssen bereits bei der Bergung festgehalten werden. Ein wesentliches Anliegen der Übung bestand darin, diese Abläufe und eine sinnvolle Dokumentation in der Praxis zu trainieren. 

Die Leitung lag in den Händen von Matthias Frankenstein vom Technischen Zentrum des Landesarchivs NRW, der in unterschiedlichen Rettungseinsätzen bei der Bergung von Kulturgut beispielsweise nach dem Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln 2009 oder nach dem Starkregen in Münster-Coerde 2014 bereits verschiedene Dokumentationsmethoden in der Praxis eingesetzt hat. 

Ziel der Dokumentation sollte es sein, die Objekte bei der Bergung zu identifizieren, die Ordnungsstruktur zu erhalten und eine erste Vorsortierung nach Schäden (nass, feucht) zu ermöglichen bzw. nicht geschädigtes Kulturgut zu sichern. So kann auch nach dem Unglück schnell herausgefunden werden, was mit den Kostbarkeiten der eigenen Einrichtung passiert ist. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer probierten mehrere Methoden praktisch aus, wobei sich die Dokumentation mit Smartphone-Fotos für die meisten Zwecke als die geeignetste Methode darstellte. 

Neben der Übung waren aber auch der Austausch untereinander und die Diskussion mit dem erfahrenen Referenten überaus ertragreich: von wertvollen Tipps für die Ausstattung der Notfallboxen über Hinweise zur Notfalllogistik und dem Verhalten von Materialien bei der Stabilisierung bis hin zur individuellen Notfallplan-Beratung für einzelne Kultureinrichtungen. 

So gerüstet hoffen die Mitglieder des Osnabrücker Notfallverbundes natürlich, dass kein Schaden eintritt. Im Falle des Falles ist man nun aber zumindest vorbereitet.


www.osnabrueck.de

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