Navigation über die Inhaltsbereiche dieser Seite

Der Hauptinhaltsbereich - hier finden Sie Artikel zum Thema Mobilitätswerkstadt 2025

Auswertung der Bürgerumfrage zur Verkehrswende in Osnabrück

Auto, Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Bus? Wie sind die Menschen in Osnabrück unterwegs und wie werden sie in Zukunft mobil sein. Mit dem Projekt „MobilitätsWerkStadt 2025“ erarbeitet die Stadt Osnabrück zusammen mit vielen lokalen Akteuren einen Konsens für die zukünftige Mobilitätsentwicklung. Um hierbei auch die Meinung der Bürger und Bürgerinnen berücksichtigen zu können, hat die Stadt Osnabrück in der Zeit vom 5. November 2020 bis 22. November 2020 eine Online-Umfrage zur Verkehrswende durchgeführt. Schon allein die überraschend rege Beteiligung an der Umfrage zeigt, wie hoch das Interesse in der Bevölkerung ist: Insgesamt nahmen mehr als 1600 Bürgerinnen und Bürger teil. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer!

An dieser Stelle sollen nun die wesentlichen Ergebnisse der Umfrage dargestellt werden. Für Rückfragen und Erläuterungen zu den Ergebnissen steht Ihnen Maxi Hase gern zur Verfügung (hase@osnabrueck.de).

Für die Interpretation der Ergebnisse muss beachtet werden, dass die Umfrageergebnisse nicht repräsentativ für Osnabrück sind. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer wohnen in den Stadtteilen Wüste, Weststadt, Sonnenhügel, Innenstadt und Schölerberg, sind zwischen 30 bis 49 Jahre alt und leben in einem Zwei-Personen-Haushalt. Es scheint sich vor allem um sehr fahrradaffine Menschen zu handeln.

In der Umfrage geht es sowohl um grundsätzliche Einstellungen und Wünsche, als auch um die gewohnte Nutzung der unterschiedlichen Verkehrsmittel sowie einer möglichen, aktuell veränderten Nutzung.

Machen die Umweltbelastungen, die durch den motorisierten Individualverkehr entstehen, ein grundsätzliches und schnelles Umdenken notwendig? Mehr als 80 Prozent der Befragten stimmten dieser zentralen Frage zu. (Abb. 1)

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

Bei den Fragen zum Pkw-Besitz gaben 73 Prozent an, ein Auto zur Verfügung zu haben, und 90 Prozent der Teilnehmer verfügen über ein Fahrrad. Bei den unter 30-Jährigen befinden sich die meisten Haushalte ohne eigenen Pkw.

Auch die Parksituation stellt sich in den Stadtteilen unterschiedlich dar: In den Stadtteilen Wüste, Weststadt, Westerberg und Innenstadt wird hauptsächlich im öffentlichen Straßenraum geparkt. Besonders in der Wüste und der Innenstadt wird die Situation am schlechtesten eingeschätzt. Die größte Anzahl von Nutzerinnen und Nutzer eines meistens kostenpflichtigen Parkplatzes, wie beispielsweise in angemieteten Garagen oder Stellplätzen in Tiefgaragen oder Parkhäusern, befinden sich hauptsächlich in den Stadtteilen Innenstadt und Schölerberg. In den anderen Stadtteilen werden die Autos hauptsächlich auf dem eigenen Grundstück abgestellt.

Betrachtet man die Nutzung der einzelnen Verkehrsmittel (Pkw, Fahrrad/Pedelec, zu Fuß, Bus, Lastenrad, Stadtteilauto, Tretroller) so fällt auf, dass das Fahrrad in Osnabrück eine zentrale Rolle spielt (Abb. 2).

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

Bei den Wegen zur Arbeit spielt jedoch auch das Auto eine wichtige Rolle, obwohl die Wege bei einer Entfernung von weniger als sechs Kilometern teilweise kurz sind. Zur Erledigung der Einkäufe sowie für die Freizeitaktivitäten wird das Auto meist nur ein bis zwei Mal pro Woche gebraucht. Der Bus, das Lastenrad, das Stadtteilauto und die Tretroller werden hauptsächlich ein bis zwei Mal pro Woche genutzt, wobei das Lastenrad und das Stadtteilauto vorwiegend aufgrund des Transportvolumens zum Einkaufen genutzt werden dürften. Der Bus ist für die Freizeitgestaltung und für den Arbeitsweg wichtiger. Der Fußverkehr spielt auch in Osnabrück eine nicht zu unterschätzende Rolle. Zu Fuß gehen die Menschen vor allem um sich zu erholen, um einzukaufen oder um zum Arbeitsplatz oder Ausbildungsstätte zu kommen.

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

Die meisten der zurückzulegenden Wege der Befragten (zur Arbeit, zur Kinderbetreuung, zum Einkauf, zu Sport und Freizeiteinrichtungen im Freien, in die Innenstadt) haben eine Länge von ein bis sechs Kilometern. Vor allem die Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in einer Entfernung von ein bis drei Kilometern in relativer Nähe der Wohnung. Zur Erreichung der Sportstätten oder Aktivitäten im Freien sowie der Innenstadt werden Wege mit einer Entfernung bis zu sechs Kilometern zurückgelegt. Nur bei den Wegen zur Arbeit variiert die Nennung der Wegelänge zwischen den einzelnen Kategorien weniger stark (Abb. 3). Der Anteil der Wege über sieben Kilometer ist bei diesem Wegezweck am größten.

Die Umfrage geht nicht nur den bisherigen Gewohnheiten im Bereich der Mobilität auf den Grund, sondern beschäftigt sich auch mit den aktuellen Veränderungen durch die Corona-Pandemie (Abb. 4). Hier zeigt sich, dass einerseits mehr Wege mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt werden und gleichzeitig die Nutzung des ÖPNV zurückgegangen ist. Bei der Nutzung des Pkw gibt es dagegen beide Tendenzen gleichermaßen: sowohl einer vermehrten als auch verringerten Nutzung. Diese Aussage kann aber auch auf die derzeitige Nutzung eines Heimarbeitsplatzes bezogen werden. Bei allen Verkehrsmitteln ist jedoch die Gruppe derjenigen am größten, die sagen, dass sich die Nutzung nicht verändert hat.

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

Darüber hinaus wurde der Frage nachgegangen, was die Menschen gerne an ihrer Mobilität in der Zukunft ändern würden und was sie daran hindert (Abb. 5). Es besteht offensichtlich ein grundlegendes Bedürfnis nach Mobilität, denn „generell weniger unterwegs sein“ wollen die wenigsten. Daneben besteht jedoch der Wunsch nach weniger Autofahrten und mehr Wegen, die zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden. Als Gründe, nicht häufiger den Bus, das Rad oder den Weg zu Fuß zu wählen, werden die Unsicherheit mit dem Rad, die längere Fahrzeit/ Wegezeit als mit dem Auto und die ungünstigen Busanbindungen am häufigsten genannt.

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

Die Maßnahmen, die sich die Teilnehmer der Umfrage für die Bereiche Radverkehr, Busverkehr und Straßenraumgestaltung am häufigsten für Osnabrück gewünscht haben, runden das Bild weiter ab. Die fünf meistgewünschten Maßnahmen sind in der Reihenfolge der Nennung: mehr Fahrradstraßen, mehr Grünflächen, der Ausbau des Radschnellwegenetzes, mehr Umweltspuren und günstigere Bustarife.

Die Gründe der Befragten, warum sie den Umweltverbund nicht nutzen, sind vielfältig (Abb.6). Der Umweltverbund setzt sich aus den Verkehrsarten Fußverkehr, Radverkehr und dem öffentlichen Nahverkehr zusammen. Darauf weist auch die Anzahl von 229 Personen hin, die die Antwortkategorie „Sonstiges“ und anschließend eine individuelle Antwort angegeben haben. Bei den vorgefertigten Antwortmöglichkeiten wurden von einer geringen Anzahl angegeben, dass diese sich noch nicht über möglichen Alternativen zur derzeitigen Verkehrsmittelwahl auseinandergesetzt haben. Auch das das Auto am bequemsten ist oder die Witterung eine vermehrte Nutzung erschwert, scheint nicht der Grund zu sein, warum bislang der Umweltverbund nicht gewählt wird. Die meisten Antworten lassen sich in der individuellen Sicherheit auf dem Fahrrad im Straßenverkehr finden. Nachfolgend ist die derzeitig vorherrschende Anbindung an den ÖPNV und eine hohe Fahrzeit/Wegezeit mit dem Umweltverbund als Hindernis genannt worden. 329 Befragte haben zu der Frage keine Angabe gemacht.

Die Antworten auf diese Frage stellen eine wichtige Erkenntnis für die Arbeitskreissitzung dar, welche individuellen Hindernisse die verstärkte Verwendung des Umweltbundes derzeit verhindern.

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

Diese Ergebnisse der Bürgerumfrage zur Verkehrswende in Osnabrück werden in die im Februar und März folgenden nächsten Arbeitskreissitzungen mitgenommen und diskutiert. In diesen Sitzungen wird weiter nach lokalen Strategien für Osnabrück gesucht, um den Umweltverbund zu stärken und die Verkehrsentwicklung in der Stadt nachhaltiger und stadtverträglicher zu gestalten.

Das Projekt "Entwicklung eines ganzheitlichen Mobilitätskonzeptes für Osnabrück – Strategien zur systemischen Verlagerung des Modal Split auf den Umweltverbund" wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01UV2043.

{LLL:EXT:css_styled_content/Resources/Private/Language/locallang.xlf:label.toTop}

www.osnabrueck.de

Datenschutz | Impressum | Urheberrechte © 1996-2021: Stadt Osnabrück | Tel: 0541 323-0

zum Seitenanfang mit der Seitenbereichsnavigation springen