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13.05.2022

Stadt Osnabrück verändert das indirekte Linksabbiegen für Radfahrende

Das indirekte Linksabbiegen gibt Radfahrenden die Möglichkeit, an Kreuzungen links abzubiegen, ohne dabei im fließenden Verkehr Fahrspuren überqueren zu müssen. Hierfür gibt es für sie auf der Kreuzung eine Aufstellfläche rechts vom Radfahrstreifen, auf der sie warten können, bis ihre Ampel grün zeigt. Während dieses Prinzip erhalten bleibt, wird die Stadt Osnabrück in den kommenden 15 Monaten an allen betroffenen Kreuzungen Veränderungen vornehmen, die größer sind, als sie zunächst erscheinen mögen und eine Umgewöhnung der Radfahrenden erforderlich machen.

Der alte Zustand anhand der Kreuzung Eversburger Platz: So stellt sich das indirekte Linksabbiegen bislang dar. Abbildungen: Stadt Osnabrück, Fachbereich Geodaten und Verkehrsanlagen
Neuer Zustand: So wird sich das indirekte Linksabbiegen künftig darstellen.
Aktuell sind beim indirekten Linksabbiegen Ampeln mit drei Feldern (rot, gelb, grün) im Einsatz. Künftig gibt es nur noch zwei Felder (rot, grün), die mit einem nach links zeigenden Pfeil versehen sind.
Symbolfoto Ampel. Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

Zum Hintergrund: Die bundesweit gültigen Vorgaben für Ampeln sind in den Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RiLSA) festgelegt. Hiervon weicht das indirekte Linksabbiegen, wie es in Osnabrück praktiziert wird, ab. Das liegt jedoch nicht daran, dass die Stadt die RiLSA bislang nicht beachtet hat. „Das indirekte Linksabbiegen hat sich mit der Zeit in vielen Städten – so auch in Osnabrück – verbreitet, weil es sich bewährt hat“, erklärt Stadtbaurat Frank Otte. „Umgesetzt wird es überall ähnlich, aber nicht exakt gleich. Um jedoch gleiche Standards zu schaffen, hat der Gesetzgeber Richtlinien formuliert und diese weichen von der Osnabrücker Variante ab.“

Bislang fahren Radfahrende, die nach links abbiegen möchten, in die Kreuzung ein und halten auf der vorgesehenen Aufstellfläche an. Ihr Blick fällt auf die Ampel, die sich in Linksabbiegerichtung auf der anderen Seite der Kreuzung befindet, also am Ziel der Fahrt. Zeigt sie grün an, fahren sie los. „Diese Ampel ist je nach Größe der Kreuzung ein ganzes Stück von der Aufstellfläche entfernt“, so Otte. „Das können durchaus 50 Meter sein.“ Es handelt sich um Dreifeldampeln, die rot, gelb und grün anzeigen können.

Um das indirekte Linksabbiegen richtlinienkonform zu gestalten, wird die Stadt diese Konstellation im Kreuzungsbereich verändern. Die Aufstellfläche bleibt zum Großteil an derselben Stelle wie bisher, auch das Prinzip bleibt gleich. Die für den Radfahrenden maßgebliche Ampel wird sich nach der Umstellung jedoch nicht mehr an der beschriebenen Position, sondern in gerader Richtung unmittelbar vor dem Radfahrenden – also an dessen Startpunkt – befinden. Es wird sich dabei auch nicht mehr um eine Dreifeldampel, sondern um eine Zweifeldampel – rot und grün – handeln, in deren Feldern sich kleine, nach links deutende Pfeile befinden.

Vorteil der neuen Variante ist, dass die Ampel deutlich näher an die Aufstellfläche für die Radfahrenden heranrückt und entsprechend besser zu erkennen ist. Der Wegfall des gelben Ampelfeldes hat keine negativen Auswirkungen, weil das indirekte Linksabbiegen stets aus dem Stillstand heraus geschieht. Das gelbe Feld, das sonst den fließenden Verkehr vorwarnt, dass in Kürze ein neues Signal gezeigt wird, ist also überflüssig. Gleichzeitig ist durch die geänderte Position der Ampel die Blickrichtung der Radfahrenden beim Warten eine andere. Fällt der Blick bislang über die Kreuzung, was bei vermeintlich freier Kreuzung zum Queren trotz roter Ampel verleiten kann, liegt der Fokus der Radfahrenden nach der Umstellung auf der direkt vor der Aufstellfläche liegenden Ampel. Mit der Umstellung gilt dann für alle den Radverkehr betreffenden Ampelsignale, dass sie vor dem Konfliktpunkt im Knotenbereich aufgestellt sind, sich also zwischen Radfahrenden und der maßgeblichen Ampel keine Fahrspuren befinden.

Die Umstellung beginnt im Juni. Insgesamt findet sie an 41 Kreuzungen im Stadtgebiet statt. Zunächst werden Knotenpunkte bearbeitet, an denen wegen des umweltsensitiven Verkehrsmanagements (UVM) sowieso Arbeiten anstehen. Weiter geht es voraussichtlich ab August mit den weiteren Kreuzungen. Ziel ist es, die Arbeiten im dritten Quartal 2023 abzuschließen. Um zu vermeiden, dass an einigen Kreuzungen schon die neue, an anderen aber noch die alte Variante aktiv ist, ist das indirekte Linksabbiegen mit Start der Arbeiten zunächst an keiner Kreuzung mehr möglich. Hierzu werden die vorhandenen Ampeln für das indirekte Linksabbiegen abgedeckt und die Aufstellflächen durchgestrichen. Radfahrende nutzen dann an diesen Kreuzungen, wenn sie nicht direkt über die Autospuren linksabbiegen möchten, die Fußgängerfurten und -signalisierungen – allerdings schiebend.

Die Umstellung nimmt der Fachdienst Verkehrsanlagen der Stadt in Eigenleistung vor.

Hinweis:

Bei den Knotenpunkten, an denen wegen des UVM Arbeiten anstehen, handelt es sich um folgende:

  • Rißmüllerplatz
  • Hasetor
  • Johannisstorwall /Johannisstr.
  • Johannistorwall /Kommenderiestr.
  • Schloßwall / Süsterstr.
  • Schloßwall / Rehmstr.
  • Heinrich-Lübke-Platz
  • Eversburger Platz
  • Iburger Str./ Meller Str.
  • Mindener Str./ Heiligenweg
  • Hansastr./ Mühleneschweg
  • Bremer Str. / Gartlager Weg

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