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04.07.2022

Neues System hilft blinden Menschen bei der Orientierung an Baustellen

Am Neumarkt in Osnabrück gibt es nun ein System, dass blinde und sehbeeinträchtigte Menschen sicher um die dortige Baustelle am Zauberwürfel herumführt. Es funktioniert mit einer Smartphone-App und akustischen Signalen.

Baken, die Geräusche machen, um blinde- und sehbeeinträchtigte Menschen sicher durch Baustellen zu führen, gibt es jetzt am Neumarkt. Vorgestellt haben das System (von links) Rudolf Broer von RTB, Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, Gerhard Renzel vom Blinden- und Sehbehindertenverband Deutschland, Steven Brentrop von der städtischen Fachstelle Inklusion, Petra Mathiske vom Osnabrücker Behindertenforum und Lena Kley von Fabema. Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

Das Prinzip ist einfach. Nähert sich jemand, der die App RTB LOC.id auf dem Smartphone installiert hat, der Baustelle, wird an einer Bake ein Ton abgespielt, vergleichbar mit dem Geräusch, das Ampeln von sich geben, um von blinden und sehbeeinträchtigten Menschen bemerkt zu werden. „Der Vorteil des Systems ist, dass der Ton nicht dauerhaft zu hören ist, was Anwohnerinnen und Anwohner als störend empfinden könnten“, sagte Rudolf Broer, Geschäftsführer des Unternehmens RTB, bei der Vorstellung in Osnabrück. „Der Ton ist nur dann wahrnehmbar, wenn sich jemand mit der App nähert.“

Dadurch, dass der Signaltongeber in den Baustellenbaken verbaut ist, die am Anfang und am Ende einer Wegeleitung durch oder um die Baustelle herum aufgestellt sind, können sich blinde und sehbeeinträchtigte Menschen orientieren. Für alle, die kein Smartphone haben, hat das Unternehmen RTB darüber hinaus in Kooperation mit dem Unternehmen Fabema an der Baustelle eine Säule aufgestellt, die das Leitsystem per Knopfdruck startet. „Gerade Baustellen sind für blinde und sehbeeinträchtigte Personen eine große Herausforderung“, sagt Steven Brentrop, Koordinator für Inklusion bei der Stadt Osnabrück. „Das System Loc.id stellt für sie nicht nur eine Vereinfachung im Alltag dar, sondern erhöht auch die Sicherheit.“

In den Stadthäusern 1 und 2 ist das System ebenfalls verbaut und hilft blinden Menschen dabei, den Gebäudeeingang zu finden. In einer Baustelle kommt es dagegen erstmals überhaupt zum Einsatz. Gemeinsam möchten Blinden- und Sehbehindertenvertretungen, die Stadt Osnabrück sowie der Hersteller Erfahrungen sammeln. Sind sie positiv, kann das System zukünftig an allen Baustellen zum Standard werden, beispielsweise durch Vorgaben zur Baustellensicherungspflicht.

Dass das LOC.id-System erstmals in Osnabrück in einer Baustelle eingesetzt wird, freut Oberbürgermeisterin Katharina Pötter. „Es ist ein Beispiel dafür, wie Technik intelligent den Alltag der Menschen und hier ganz konkret die Inklusion beeinträchtigter Menschen vereinfacht und verbessert“, so Pötter. „Genau das ist das Ziel des städtischen Projektes Smart City und dazu trägt ein solches System ganz wunderbar bei.“

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