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05.10.2015

Remarque-Friedenspreisträger Henning Mankell gestorben

Es war ein glücklicher Tag für die Friedensstadt Osnabrück, als Henning Mankell am 18. September 2009 mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis geehrt wurde. So viele Gäste hatten sich angekündigt, dass die Festveranstaltung nicht wie gewohnt im Friedenssaal des historischen Rathauses stattfinden konnte, sondern in der Marienkirche stattfinden musste. Henning Mankell, der mit seinen Kurt Wallander-Krimis weltberühmt wurde, ist am Montag, 5. Oktober, im Alter von 67 Jahren gestorben.

Henning Mankell während der Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises 2009; Copyright: Stadt Osnabrück; Fotograf: Uwe Lewandowski.
(Henning Mankell während der Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises 2009; Copyright: Stadt Osnabrück; Fotograf: Uwe Lewandowski) Henning Mankell während der Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises 2009; Copyright: Stadt Osnabrück; Fotograf: Uwe Lewandowski

Damals war Boris Pistorius Oberbürgermeister. Er sagte in seiner Begrüßung: „Afrika als Rohstoffquelle und Müllhalde missbraucht, zwischen furchtbaren Bürgerkriegen, touristischen Inseln des Glückseligkeitskitsches und ökologischen Katastrophen zerrissen. Das ist Afrika! Afrika ist aber vielleicht auch der Kontinent, auf dem sich die Zukunft der Menschheit entscheidet: ein Kontinent des verzweifelten Lebensmutes…“

In Anwesenheit des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff hielt Bundespräsident a.D. Horst Köhler die Laudatio auf seinen Freund Mankell: „Hier wird Afrika nicht auf Kriege, Katastrophen und Krankheiten reduziert. Nein, hier kommt ein Kontinent voller Kreativität und kultureller Vielfalt zu Wort. Henning Mankell führt uns nach Afrika. Wir erleben den Lebensmut, den Zusammenhalt, die Aufgeschlossenheit der Menschen Afrikas. Und es verschlägt uns die Sprache zu sehen, wie ignorant wir sind.

Mankell kleidete seinen unbedingten Optimismus in seiner Dankesrede in folgende Formulierung: „Ich bin überzeugt, dass ein Land wie Mosambik… einer lichten Zukunft entgegengehen kann, wenn die Entwicklung des Landes weiterhin von Frieden, Beistand und Entwicklung geprägt sein wird. Könnte ich in fünfzig Jahren wiederkehren – das kann ich nicht -, und sei es nur für einen einzigen Tag – ich bin überzeugt, dass ich dann ein Land sehen würde, wo die Menschen ein gutes Leben haben.“

Fast zu spät aber doch noch pünktlich traf ein weiterer Freund Mankells ein: der 2010 gestorbene Christoph Schlingensief, dem Mankell einen Teil des Preisgeldes für sein „Operndorf Afrika“ in Burkina Faso gespendet hat.  Die Fotos der Dokumentation zeigen, dass die beiden Künstler einander herzlich verbunden waren.

Henning Mankell, der mit seinen Kurt Wallander-Krimis weltberühmt wurde, ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sagte über den Remarque-Friedenspreisträger: „Henning Mankell wurde 2009 mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück insbesondere für seine Bücher über Afrika geehrt. In seinen Büchern hat er immer wieder Menschen geschildert, deren Lebenskraft allen Schicksalsschlägen widersteht. Seine Bücher schenken Hoffnung.“



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