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18.02.2020

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert empfängt das Ensemble von Guercœur nach Inszenierung am Theater Osnabrück

Die Deutsche Erstaufführung der Oper Guercœur am Theater Osnabrück und gleichzeitig die erste Aufführung seit der Premiere 1931 in Paris hat im Juni 2019 Kritiker und Besucher weit über die Friedensstadt hinaus begeistert. Neben Fachzeitschriften berichteten auch die großen Tageszeitungen FAZ, Die Welt und Süddeutsche Zeitung sowie alle wichtigen Radiosender begeistert über das Stück des im Ersten Weltkrieg von deutschen Soldaten getöteten Franzosen Albéric Magnard. Neben der Auszeichnung als Wiederentdeckung des Jahres 2019 durch die Fachzeitschrift Opernwelt ist Guercœur aktuell auch als Wiederentdeckung bei den International Opera Awards in London nominiert. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hat das Ensemble von Guercœur am Dienstag im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses empfangen.

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(2020 02 18 theater rathaus ABrill) Markus Lafleur am Klavier und Rhys Jenkins gaben im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses eine Kostprobe ihres Könnens; Foto: Angela von Brill

„Ein vergleichbares Echo auf eine Produktion des Theaters Osnabrück hatte es noch nie gegeben“, sagte Griesert. Dabei handelte es sich bei Guercœur nicht um eine spektakuläre Uraufführung und auch nicht um die radikale Neudeutung eines Klassikers. Vielmehr war Guercœur eine praktisch völlig unbekannte Oper, die 1931 in Paris uraufgeführt wurde, dann aber von den Bühnen verschwand.

In Guercœur erzählt Albéric Magnard die Geschichte eines verstorbenen Herrschers gleichen Namens, der im Jenseits darum bittet, wieder ins Leben gelassen zu werden. Die dort herrschende Wahrheit gibt ihm seinen Körper zurück, doch auf Erden muss Guercœur feststellen, dass seine Frau einen Geliebten hat: ausgerechnet seinen Schüler, der sich zum Diktator ausrufen lässt und alle demokratischen Reformen Guercœurs zunichtemachen will. Als dieser dem Volk Einhalt gebieten will, wird er erneut getötet. Zurück im Himmel eröffnet ihm die Wahrheit in einer großen Zukunftsvision, dass die Zeit seiner Ideale noch kommen werde. Regisseur Dirk Schmeding zeigt Guercœur als Drama über Verführbarkeit und Vergänglichkeit.

Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, lobte den Mut des Osnabrücker Theaters: „Das Neue, das Unbekannte, zieht sich wie ein roter Faden durch die Spielzeiten.“ Nicht nur zu unterhalten, sondern der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und damit zum Nachdenken anzuregen, sei zentrale Aufgabe des Theaters. „Dass das Theater Osnabrück wie bei Guercœur immer wieder bereit ist, Neuland zu betreten, elektrifiziert Opernfreunde in Deutschland und darüber hinaus.“

Intendant Dr. Ralf Waldschmidt stimmte Thümler zu und betonte: „Erfolg ist kein Zufall, sondern Produkt von langjähriger Aufbauarbeit.“ Das wird auch an Guercœur deutlich. Bereits vor acht Jahren war überlegt worden, die Oper in Osnabrück 2014, also 100 Jahre nach dem Tod Albéric Magnards, aufzuführen. „Doch wir waren uns der großen musikalischen und szenischen Schwierigkeiten bewusst und haben das Projekt schweren Herzens zurückgestellt. Das Ensemble war noch nicht reif für die Aufgabe. Aber das Warten hat sich gelohnt.“

Das unterstrich auch Griesert, der im Friedenssaal die hohe künstlerische Qualität der Aufführung lobte. „An erster Stelle ist hier das Osnabrücker Symphonieorchester zu nennen, dessen 100-jähriges Bestehen wir in dieser Saison feiern, und das seine Rolle als wichtigster künstlerischer Botschafter der Friedensstadt unter Beweis gestellt hat.“ In das Lob bezog der Oberbürgermeister neben den Musikerinnen und Musikern des Orchesters unter der Leitung von Andreas Hotz auch den Chor des Theaters, verstärkt durch einen Extrachor, geleitet von Chordirektor Sierd Quarré, ein.

Beachtlich war zudem, dass mit Lina Liu, Susann Vent-Wunderlich, Erika Simons, Katarina Morfa, Daniel Wagner und Rhys Jenkins Mitglieder aus dem eigenen Ensemble die meisten Partien besetzt haben. Als Gäste kamen Costa Latsos und Nana Dzidziguri hinzu. Auch dem Team rund um das Ensemble gratulierte der Oberbürgermeister zu seinem Erfolg. Regisseur Dirk Schmeding, Bühnenbildnerin Martina Segna, Kostümbildner Frank Lichtenberg, der Videokünstler Roman Kuskowski und Dramaturg Christoph Lang setzten das als unspielbar geltende Werk so um, dass es „das Publikum in jeder Vorstellung über drei Stunden lang in ihren Bann schlug.“

Eine gute Nachricht für alle Opernfreunde hatte Dr. Ralf Waldschmidt zum Schluss: „Für Mai 2021 planen wir, Guercœur noch einmal in den Spielplan aufzunehmen.“


www.osnabrueck.de

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