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19.02.2015

''Nur 14 Minuten'' - Ausstellung über den Luftangriff am 13. September 1944 im Dachgeschoss des Rathauses

11.09.2014. „16.19 Osnabrück Öffentliche Luftwarnung. […] 17.52 Uhr Osnabrück Fliegeralarm. […] 18.26 Uhr Bombenabwurf auf Osnabrück […] 18.50 Uhr Osnabrück Luftgefahr vorbei.“ So lautet der Text der Tages- und Ringleitungsmeldungen vom 13. September 1944. Der Luftangriff dauert von 18.26 bis 18.40 Uhr – nur 14 Minuten. In dieser Zeit bombardieren 300 alliierte Flugzeuge die Stadt unter anderem mit 150.000 bis 200.000 Brandbomben. 179 Großbrände sowie 350 mittlere und 300 kleine Brände zerstören weite Teile Osnabrücks. 145 Todesopfer und 198 Verletzte werden gemeldet. Die Gas-, Wasser-, und Stromversorgung in der Innenstadt bricht zunächst völlig zusammen. Zehntausende Menschen werden obdachlos.

Die Ausstellung „Nur 14 Minuten“ im 2. Obergeschoss des historischen Rathauses zeigt ab dem 13. September, der Kulturnacht, anhand von Fotos und Schriftstücken wie der Angriff verlief und welche Folgen dieser hatte. „Jeder Besucher des Rathauses erhält in dieser kleinen Ausstellung einen intensiven Einblick in diese 14 Minuten und deren Folgen. Eine Verfügung des Oberbürgermeisters als Ortspolizeibehörde vom 15. September belegt zum Beispiel, dass 140 Kräfte, die zur Bergung der Leichen eingesetzt wurden, zusätzlich Zigaretten und Branntwein als besondere Ausgabe erhielten“, so Presseamtsleiter und Initiator der Ausstellung, Dr. Sven Jürgensen. „Mit den Auswirkungen der Luftangriffe haben wir heute noch zu tun“, erläutert Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. „Experten gehen von schätzungsweise 4.000 Blindgängern in Osnabrück aus. Über 2.000 Verdachtspunkte sind bereits überprüft worden.“ Die Bilanz der vergangenen Jahre: Fünf Blindgänger mussten vor Ort gesprengt werden, 12 Blindgänger wurden zur Sprengung abtransportiert, 122 Sprengbomben wurden entschärft, 59 Zerscheller oder Brandbombencluster ohne Explosionsgefahr wurden freigelegt und anschließend entsorgt. „Seit Mitte 2000 gab es 64 Evakuierungsmaßnahmen aufgrund des Verdachtes eines Blindgängers. Mit jedem entschärften Blindgänger wird Osnabrück sicherer“, so Griesert. Nina Hoss vom Presseamt hat in verschiedenen Archiven recherchiert und die Materialien zusammengestellt: „Eindrucksvolle Fotos werden um Informationen der meist behördlichen Schriftstücke ergänzt, so dass der Betrachter schnell ein Gefühl für die Situation am 13. September und danach erhält.“ Die Gestaltung der Ausstellung hat Janin Arntzen, Web-Designerin im Presseamt, übernommen. „Wir wollen in Zukunft regelmäßig mit Wechselausstellungen im Rathaus auf Ereignisse der Stadtgeschichte aufmerksam machen“, so Jürgensen. „Wir haben großartiges Material in den Archiven und es gibt ein großes Publikum, das interessiert daran ist, sich auf diese Weise mit der Geschichte der Stadt zu beschäftigen.“

Die Ausstellung im Dachgeschoss des Rathauses ist zu sehen während der Öffnungszeiten des Rathauses montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 16 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr.

Zum Herunterladen:
Flyer "Nur 14 Minuten" (0,7 MB)



www.osnabrueck.de

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