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23.07.2014

Muslime, Juden und Christen der Friedensstadt Osnabrück rufen gemeinsam mit Oberbürgermeister Griesert zu Gewaltverzicht auf

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfgang Griesert haben am Dienstag, 22. Juli Vertreter des Runden Tisches der Religionen zu Gewaltverzicht aufgerufen.

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(Weinstock 01 2014 07 22 R Scha fer) Muslime, Juden und Christen der Friedensstadt Osnabrück rufen gemeinsam mit Oberbürgermeister Griesert zu Gewaltverzicht auf, Foto: Robert Schäfer

Wir Juden, Christen und Muslime am „Runden Tisch der Religionen in Osnabrück“ sind bestürzt und schockiert über das Leiden, welches das Versagen der Politik und die Eskalation der Gewalt in Israel und Gaza verursacht haben. Gemeinsam trauern wir über getötete und verletzte Familienangehörige und Freunde. Unsere Gebete gelten allen Opfern und ihren Angehörigen. Wir beten zum Gott der Liebe und des Friedens für ein Ende der Gewalt.

Wir sind uns bewusst, dass unsere Bewertungen des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern, Juden und Muslimen different sind. Aber wir alle verurteilen entschieden jede Art von Gewalt. Sie löst den Kreislauf von Hass und Terror nicht auf. Nur Verhandlungen mit dem Ziel persönlicher und gesellschaftlicher Entwicklungsmöglichkeiten und eines gegenseitig gesicherten Existenzrechts ohne Bedrohung können ein friedliches Zusammenleben ermöglichen.

Als Vertreter unserer Religionen setzen wir uns deshalb auf der Basis unserer Friedensethiken entschieden für den Abbau von Feindbildern, den Aufbau von Projekten der Versöhnung und eine Kultur der Begegnung ein.

Wir sehen uns in der Pflicht, auch in Zeiten dieser Gewalt-Eskalation im Nahen Osten in unserer Friedensstadt Osnabrück im Dialog zu bleiben. Der Konflikt dort darf nicht zum Konflikt in unserer Stadt führen. Wir möchten vielmehr im Geiste gegenseitiger Toleranz und gegenseitigen Mitfühlens zur Begegnung und Kooperation aller Bürger und Bürgerinnen unserer Stadt beitragen. Das könnte und sollte in andere Regionen ausstrahlen.

In Erinnerung an den Westfälischen Frieden, der in unserer Stadt geschlossen worden ist, teilen wir die Zuversicht, dass Frieden möglich ist. Wir rufen alle Gläubigen zu intensivem Gebet für diesen Frieden auf.

Der Oberbürgermeister hatte die Vertreter mit folgenden Worten begrüßt:

Wir, die wir in der Friedensstadt geboren sind,

wir, die wir in der Friedensstadt unsere Heimat gefunden haben

rufen 70 Jahre, nachdem unsere früheren Feinde unsere Stadt bombardiert und zerstört haben, um sie schliesslich zu befreien und unsere Freunde zu werden,

rufen 366 Jahre, nachdem hier mit dem Westfälischen Frieden Staaten und Religionen zueinandner gefunden haben,

wir Muslime, Juden, Christen und Glaubenslose rufen die Konfliktparteien in Israel und in Gaza auf, einzuhalten und die Spirale der Gewalt zu stoppen.

Mit der Erinnerung an den Westfälischen Frieden verbinden wir die Hoffnung, dass Menschen in ganz aussichtslosen Situationen die Kraft haben, die Eigendynamik der Ereignisse zu unterbrechen.

Mit der Erinnerung an den Westfälischen Frieden verbinden wir die Zuversicht, dass Menschen immer wieder die Kraft haben, nichts anderes als sich selbst in die Waagschale zu werfen, um der Humanität ihr Recht zu geben. Solche Großartigkeit ist heute in Israel und in Gaza notwendig, um die Idee des Friedens nicht aus dem Blick zu verlieren.

Wir erkennen: ohne die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und ohne das Grauen des Holocaust sind die Konflikte in Israel und Gaza nicht zu verstehen.

Die Angehörigen der abrahamischen Religionen, die in der Friedensstadt Osnabrück leben, bitte ich, in gegenseitiger Toleranz im Gespräch zu bleiben - wissend, dass die unterschiedlichen Perspektiven auf den Konflikt in Israel und in Gaza zwischen Israelis und Palästinensern, Juden und Muslimen verbindliche und verbindende Antworten zurzeit ausschliessen. Gemeinsam aber trauern wir über die Opfer, gemeinsam trauern wir über gestorbene Familienangehörige und Freunde.

Wir wissen: Wir können nicht ohne den anderen oder gegeneinander leben.

Wir wissen: Wir wollen miteinander leben - in Frieden.

Anschließend gingen Griesert und die Vertreter des Runden Tisches der Religionen zum Platz des Westfälischen Friedens, um gemeinsam als Zeichen ihres vertrauensvollen Miteinanders einen Weinstock zu pflanzen.



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