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14.07.2014

Landtagspräsident Bernd Busemann im Osnabrücker Friedenssaal

Anlässlich seines Besuchs trug sich der Niedersächsische Landtagspräsident Bernd Busemann am Montag, 14. Juli, in das Goldene Buch der Stadt Osnabrück ein.

2014 07 15 Eintrag Goldenes Buch Busemann 01.
(2014 07 15 Eintrag Goldenes Buch Busemann 01) Landtagspräsident Bernd Busemann trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, der seinen Gast im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses empfing, sagte: „Es hat immer allen Gästen gut getan, wenn sie die historische Atmosphäre unseres Friedenssaales inhalieren. Dieser Saal scheint der perfekte Ort für die Lösung unlösbarer Probleme zu sein ... Wenn Sie also mit der Sanierung des Landtages Probleme bekommen sollten, wovon ich selbstverständlich nicht ausgehe, dann kommen Sie in den Friedenssaal nach Osnabrück: hier finden Sie einen Weg ...

Die europäischen Mächte konnten 1648 hier ihre Verhandlungen mit dem Westfälischen Frieden erfolgreich abschließen. Damit haben sie europäische Geschichte geschrieben. An diese Geschichte erinnern wir alljährlich mit dem Steckenpferdreiten: Alle Viertklässler bauen Steckenpferde, beschäftigen sich mit dem Dreißigjährigen Krieg und dem Westfälischen Frieden und reiten anschließend durch die Osnabrücker Innenstadt, um schließlich auf der Rathaustreppe vom Oberbürgermeister eine süße Brezel zu erhalten. Für mich ist das Steckenpferdreiten das schönste Stadtfest, das ich kenne: Heiter und freundlich erinnern wir an die drei Jahrzehnte im 17. Jahrhundert, die durch Leid, Brutalität und Erbarmungslosigkeit gekennzeichnet waren.

An einen anderen Krieg erinnern auch wir in der Friedensstadt in diesem Jahr: an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. 1929 hat der Osnabrücker Schriftsteller Erich Maria Remarque mit der Veröffentlichung von „Im Westen nichts Neues“ ein Denkmal gesetzt, das bis heute gültig ist. In den vergangenen Wochen haben alle 51 Ratsmitglieder je ein Kapitel dieses Antikriegsromans im Studio von OS-Radio vorgelesen, das die Lesung dann an 51 Tagen ausgestrahlt hat. Bei den Vorbereitungen für dieses Jahr haben wir ein Format gesucht, das nur in Osnabrück ausgefüllt und belebt werden kann, ein Format, das im besten Falle die 100jährige Distanz überwindet, ein unverwechselbares Format für die unverwechselbare Friedensstadt. Ich denke, dass ist uns mit dieser Lesung ziemlich gut gelungen.

Remarque musste bekanntlich vor den Nationalsozialisten fliehen. Und so ist die Friedensstadt den Verfolgten verbunden, die unser Land während der Diktatur der Nationalsozialisten verlassen mussten: So wie Remarque, so wie der in Osnabrück geborene jüdische Maler Felix Nussbaum, der in Auschwitz ermordet worden ist, so wie der Maler Friedrich Vordemberge-Gildewart. Diesen Menschen schulden wir unsere Freiheit. Ihr Schicksal verpflichtet uns, nämlich den Frieden unserer Gesellschaft zu verteidigen. Daran erinnert uns in der Friedensstadt das Remarque-Friedenszentrum, daran erinnert uns auch das von Daniel Libeskind entworfene Felix-Nussbaum-Haus, in dem wir die Bilder dieses großen Malers zeigen.

Im Namen Remarques verleihen wir alle zwei Jahre den Friedenspreis. Mit diesem Preis versuchen wir die Aufmerksamkeit auf jene Menschen zu lenken, die durch ihr Werk zu Statthalter des Friedens geworden sind: so sind im vergangenen Jahr Abdallah Frangi und Avi Primor ausgezeichnet worden, die sich beide für eine Zwei-Staaten-Lösung einsetzen und darin einen friedlichen Ausweg im Konflikt zwischen Israel und Palästina sehen. Ich hoffe, dass die beiden Preisträger diesen Weg immer noch sehen – immer noch und gerade jetzt, da die Turbulenzen im Nahen und Mittleren Osten die Chancen für eine friedliche Entwicklung wieder verkümmern lassen.

Im Namen der Toleranz verleiht die Friedensstadt Osnabrück alle zwei Jahre diesen Preis. Dieser Preis erinnert uns daran, dass wir die Toleranz verteidigen müssen –und zwar um unserer Freiheit willen.“



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