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06.01.2015

Handgiftentag im Osnabrücker Rathaus

Nach einem aus dem späten Mittelalter überlieferten Brauch beging der Rat der Stadt Osnabrück am Montag, 5. Januar, wieder den Handgiftentag. Bei dieser festlichen Zusammenkunft mit zahlreichen Ehrengästen wurde mit einem kräftigen Händedruck die Bereitschaft, zum Wohl der Allgemeinheit tätig zu werden, im Friedenssaal des historischen Rathauses besiegelt.

Der Tradition folgend blickte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert auf die wichtigsten Ereignisse des Vorjahres und skizzierte die Ziele, für die er sich im neuen Jahr besonders einsetzen möchte.

Die Entstehung des Handgiftentages ("Handgifften-Dag",1348; "Handgiftentach", 1613) ist mit den Ursprüngen der städtischen Selbstverwaltung eng verbunden. Damals reichten sich die an den jährlichen Ratswahlen beteiligten Wahlmänner die Hände als Zeichen guter und ehrbarer Absichten.

Die aus dem Jahr 1348 in mittelalterlicher niederdeutscher Sprache überlieferte Sate, die Verfassung der Stadt Osnabrück, beschreibt, was diesen Januartag in Osnabrück einst auszeichnete: "...jeder Bürger, der einen eigenen Hausstand innerhalb Osnabrücks hat, ohne jene, die im Rat gesessen haben, soll jedes Jahr am Tag nach Neujahr zum Rathaus gehen, wo man die Ratsherren wählen soll, sobald die Glocke läutet; wer das nicht tut, den soll man mit drei Schillingen Osnabrückischer Münze bestrafen, wie es der Stadt altes Recht ist". Die Sate wurde alljährlich am Handgiftentag vom Stadtschreiber vor der versammelten Gemeinde verlesen. Eine Glocke der benachbarten Marienkirche verkündete, dass die Wahl vollzogen war. Auch wenn am Handgiftentag der neueren Zeit keine Ratswahlen mehr stattfinden, hat der Tag nach wie vor eine unverwechselbare Bedeutung. Die Stadtgeschichte wird durch Grundsatzreden "fortgeschrieben", und alle Beteiligten bekräftigen den guten Willen, sich für die Stadt zu engagieren. Der Begriff "Handgiftentag" steht dafür als wertvolles Symbol. Zum Herunterladen und zur Bildergalerie:



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