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25.02.2022

Brief von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter an ihren russischen Amtskollegen Alexey Walentinowitsch Ogonkow

Oberbürgermeisterin Katharina Pötter hat sich anlässlich des Krieges in der Ukraine in einem Brief an ihren Amtskollegen in Osnabrücks russischer Partnerstadt Twer, Alexey Walentinowitsch Ogonkow, gewandt. Den Brief haben wir an dieser Stelle in deutscher und in russischer Version veröffentlicht.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ogonkow, lieber Kollege,

ich habe keinen Zweifel daran, dass alle Beteiligten auf der Welt verhindern wollten, was nun eingetreten ist: Wir hatten gehofft, dass wir in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1989 mit dem folgenden europäischen Einigungsprozess und nach dem Bürgerkrieg im zerfallenden Jugoslawien stabile diplomatische Strukturen geschaffen haben. Sie waren nicht stabil genug: Wir haben Krieg in Europa! Wie furchtbar traurig ist das für Ihr Land, für die Ukraine, für Europa, für die ganze Welt, für die wir so gern ein Vorbild mit unseren europäischen Idealen sein wollten.

Ob wir – Sie und ich – unterschiedliche Einschätzungen dieses Konfliktes haben? Ausgeschlossen ist das nicht. Ich hoffe aber und wünsche mir sehr, dass die Partnerschaft zwischen unseren beiden Städten von diesem Konflikt unberührt bleibt. Ich hoffe, dass die Geschichte, die unsere Städte verbindet, ein Vertrauen aufgebaut hat, dass auch diesen Krieg überstehen wird. Und so hoffe ich, dass die Russen und Ukrainer, die in unserer Stadt leben, gemeinsam mit den Osnabrückerinnen und Osnabrückern den Konflikt friedlich aushalten.

Lieber Kollege, keiner vermag im Moment zu sagen, wann dieser Krieg zu Ende sein wird. Aber irgendwann wird er zu Ende sein. Und dann brauchen wir die deutsch-russischen Städtepartnerschaften, damit die Menschen unserer Länder sich wieder treffen und miteinander sprechen können. Um der friedlichen Zukunft willen hoffe ich also, dass unsere Partnerschaft Bestand hat und diese Zeit, in der Waffen Fakten schaffen sollen, überstehen wird.

Ich grüße Sie ebenso traurig wie herzlich aus der Friedensstadt Osnabrück,

Ihre

Katharina Pötter

 

Дорогой коллега Алексей Валентинович!

Я не сомневаюсь, что все мировое сообщество желало предотвратить то, что произошло сегодня: мы верили, что после Второй мировой войны, после восстановления единства Германии в 1989 году с последующим процессом объединения Европы, после гражданской войны в распадающейся Югославии нам наконец удалось создать стабильные дипломатические структуры в Европе. Увы, они оказались недостаточно стабильны: в Европе началась война! Как это печально для Вашей страны, для Украины, для Европы, для всего мира, в котором мы с нашими европейскими идеалами так хотели быть примером для подражания.

Можем ли мы с Вами по-разному относиться к этому конфликту? Не исключено. Но я очень надеюсь и желаю, чтобы этот конфликт не затронул партнерские отношения между нашими городами. Я надеюсь, что несмотя на эту войну мы сможем сохранить взаимное доверие, которое бережно созидалось в ходе истории партнерства наших городов. И я выражаю надежду, что россияне и украинцы, живущие в нашем городе, вместе с оснабрюкцами смогут выдержать этот конфликт во имя мира.

Мой дорогой коллега, никто сейчас не сможет сказать, когда закончится эта война. Но когда-нибудь ей наступит конец. И тогда нам будут нужны города-побратимы, чтобы жители наших стран могли снова встретиться и поговорить друг с другом. Поэтому ради мирного будущего я надеюсь, что наше партнерство останется таким же прочным и переживет время, когда правду нужно доказывать силой оружия.

С сердечным и грустным приветом

из города мира Оснабрюка,

Ваша

Катарина Пёттер

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