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04.12.2014

''Auch!'' – Kulturfachbereichsleiterin Dagmar von Kathen verabschiedet

Mit einem knappen "auch" sorgte Dagmar von Kathen für Heiterkeit unter den Gästen, die zu ihrer Verabschiedung in den Friedenssaal des historischen Rathauses gekommen waren. Mit dieser Auskunft und einem strahlenden Lächeln reagierte sie auf das Abschiedsgeschenk von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert: Er habe nämlich gehört, dass sie besonders gern französischen Rotwein trinke. Ebenfalls übergab er ihr eine Karte des Anbaugebietes. Fast 20 Jahre hat von Kathen den Fachbereich Kultur geleitet.

2014 12 03 Verabschiedung Dagmar vonKathen.
(2014 12 03 Verabschiedung Dagmar vonKathen) Oberbürgermeister Wolfgang Griesert überreicht Kulturfachbereichsleiterin Dagmar von Kathen zur Verabschiedung ein Karte des Anbaugebietes.

Griesert sagte: "Wenn man sich mit der Zeit beschäftigt, in der Sie, liebe Frau von Kathen, nach Osnabrück gekommen sind, dann atmen die Artikel, Berichte und Bücher, Fotos und Filme noch heute eine Aufbruchstimmung, wie man sie nicht erzwingen kann. Eine solche Stimmung stellt sich ein durch das Aufeinandertreffen von Menschen an einem Ort unter bestimmten Umständen, die zusammen so etwas wie eine kritische Masse erzeugen und eine Wucht entfalten, die tatsächlich etwas in Bewegung bringen kann. Und Sie kamen dazu und trugen Ihren Teil dazu bei, dass diese kritische Masse erreicht werden konnte. Von dieser Gunst leben wir noch heute.

Und so wurde das Jahr 1998 nicht nur für die ganze Stadt, sondern auch für Sie persönlich zu DER großen Herausforderung: An den Abschluss des Westfälischen Friedens 350 Jahre zuvor wollte die Stadt mit Feiern und Veranstaltungen erinnern, um auch zu verdeutlichen, dass sie „DIE FRIEDENSSTADT“ ist.

In dieses Jahr der Europaratsausstellung, des ökumenischen Gottesdienstes, der Friedensworkshops und -gespräche und des größten protokollarischen Empfanges in der Geschichte der Bundesrepublik fiel dann auch noch die Eröffnung des Felix-Nussbaum-Hauses: des ersten von Daniel Libeskind entworfenen Gebäudes, das seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Außerdem wurde auch noch an den 100. Geburtstag von Erich Maria Remarque erinnert. Dieses Jahr war maßgeblich für das Selbstverständnis der Stadt als Friedensstadt. Und Sie, liebe Frau von Kathen, waren nicht nur dabei, sondern mitten drin. Denn es war ja der von Ihnen geleitete Kulturbereich, der in erster Linie die Jubiläumsveranstaltungen zu managen und dem zuvor zu erfinden hatte. Wenn wir also heute auf dieses Jahr vor 16 Jahren zurückblicken, dann schauen unter anderen auch immer Sie uns entgegen. Und wenn wir uns heute anschauen, dann schauen wir auch immer zurück in dieses Jahr des 350. Jubiläums des Westfälischen Friedens.

Ich könnte mir vorstellen, dass Sie, liebe Frau von Kathen, von mir erwarten, dass ich daran erinnere, dass Sie die so überaus erfolgreiche Kulturnacht mit erfunden haben; ich könnte mir vorstellen, dass Sie erwarten, dass ich das großartige Morgenlandfestival erwähne, dessen Patin Sie über all die Jahre gewesen sind; ich könnte mir vorstellen, dass Sie erwarten, dass ich die Lagerhalle erwähne oder die Freunde der Kunsthalle oder die Städtischen Bühnen oder das Offene virtuelle Museum oder die Ausstellung „Die verborgene Spur“ im Felix-Nussbaum-Haus. Vielleicht sollte ich den Hansetag erwähnen oder auch das Thema „Der Hund ist auch nur ein Mensch“. Wenn ich damit anfinge, dann müsste ich auch den PEN-Kongress erwähnen oder die Arte regionale oder Friedrich Vordemberge-Gildewart. Und so vieles andere mehr!!!

Das mache ich aber nicht. Ich möchte stattdessen nur noch auf die Jahre 2003/04 zu sprechen kommen und damit auf die Bewerbung der Friedensstadt zur Kulturhauptstadt für das Jahr 2010. Daraus ist zwar bekanntlich nichts geworden. Vielleicht wussten das die Unterstützer auch schon vorher, dass die Chancen, Kulturhauptstadt zu werden, verschwindend gering sind. Aber die Chance, die die Stadt kaum hatte, hat sie genutzt. Und das haben wir Ihrer Kraft zu verdanken, liebe Frau von Kathen. Sie haben damals Dinge auf die Beine gestellt, die wir heute kaum noch hinbekommen würden. Sie haben Leute an einen Tisch gebracht, die vorher kaum voneinander wussten. Entstanden ist damals eine Bewerbung, deren Prozess und Ergebnis selbst zu einem Stück Kultur wurde. Dass der Titel letztlich nicht erworben werden konnte, war dann vielleicht nicht mehr ganz so schmerzhaft: Für den Bewerbungsprozess kann man sicherlich sagen, dass der Weg das Ziel gewesen ist – und dieser Weg hatte sich gelohnt."



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