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Regionale Arbeitsstelle (RAZ)

Kommunen sind schon immer gezwungen, einen positiven und pragmatischen Umgang mit Zuwanderung und Integration zu pflegen. Städte sind von Anfang an ohne Zuwanderung nicht denkbar. Die Gestaltung und Entwicklung der Stadtgesellschaft ist ohne eine tagtägliche Integration der unterschiedlichen Bewohnergruppen – also auch der Gruppe der Zuwanderer – in die Gemeinschaft überhaupt nicht denkbar.

Die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien verfolgt seit ihrer Gründung im Jahr 1991 das Ziel, die Chancen der Jugendlichen mit Migrationsgeschichte auf qualifizierte Schul- und Berufsabschlüsse zu erhöhen, ihre soziale Integration zu erleichtern und die Teilhabe an allen gesellschaftlichen Bereichen zu ermöglichen.

Die Lebenslage von Kindern und Jugendlichen in größeren Städten wird kulturell und sozial immer heterogener, die Bildungseinrichtungen hingegen manifestieren das Verbleiben in den sozialen Schichten wie in kaum einem  anderen europäischen Land. Die Stadt Osnabrück hat bereits Mitte der Achtzigerjahre gerade für Kinder mit anderen Muttersprachen unterstützende Maßnahmen konzipiert und finanziert, die außerhalb von Schule und Familie stattfinden. Nachdem sich der Verein zur pädagogischen Förderung ausländischer Kinder VPAK, e. V. jahrelang auf diesem Gebiet engagiert hatte, wurde  die Stadt ebenfalls aktiv, indem sie die RAZ als gemeinsamen Modellversuch mit dem Niedersächsischen Kultusministerium einrichtete. Die gewollt enge und fachliche Kooperation einer städtischen Dienststelle mit einem privaten Verein gibt es in keiner anderen niedersächsischen Stadt. Die Zielgruppe der RAZ sind in erster Linie Kinder und Jugendliche direkt. Aber auch für Pädagogen in Kitas und Schule werden Fortbildungsangebote in Form von Fachtagungen und kleineren Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt. Zu guter Letzt werden auch Eltern mit Aktivierungsprojekten angesprochen. 

Die Räumlichkeiten der RAZ befinden sich seit Januar 2004 in dem "Soziale Stadt Quartier" Rosenplatz, einem Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf, der durch die Ansiedlung von städtischen Einrichtungen und durch die Ansiedlung von Bildungseinrichtungen eine Aufwertung erfährt. In dem renovierten Erdgeschoss des Wohnhauses befinden sich Büroräume und ein Schulungsraum, der vom VPAK für Förderprojekte beziehungsweise für Deutschkurse für Frauen mitgenutzt wird. Er dient häufig als Gruppenraum für die AGs der RAZ und wird ebenfalls von kleineren Gruppen des Quartiers genutzt.

Linktipp:

www.vpak.de

Mitglied in der BAG RAA

Die RAZ ist Mitglied der Steuergruppe der Bundesarbeitsgemeinschaft der Regionalen Arbeitsstellen, BAG-RAA, die ein Innovationsnetzwerk der Regionalen Arbeitsstellen für Zuwandererfamilien RAAs und der Freudenbergstiftung Weinheim sind. Sie wird durch die Leiter der Länder-RAA gesteuert. Es finden jährlich mehre Treffen statt, in denen Fachtagungen und ähnliches für alle RAAs und RAA-Mitarbeitern in den acht Bundesländern vorbereitet werden. So fand der letzte Fachtag im Oktober 2007 in Osnabrück statt. Unter dem Titel: "Alle Anschlüsse erreicht" tauschten sich 150 Fachleute im Historischen Rathaus aus. Zudem werden BAG interne Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt wie beispielsweise im Jahr 2005 ein Besuch des Schulamtes und diverser Schulen mit hohem Migrantenanteil in Toronto, Kanada. Die BAG-RAA wird von der Freudenberg Stiftung Weinheim unterstützt.

Linktipp:

www.BAG-RAA.de

 

Sprachlernklassen

Ab dem Schuljahr 2006/2007 fing in der Stadt Osnabrück ein neues Projekt − "Schullernklassen" genannt − an. Dieses Projekt war von der Landesschulbehörde Osnabrück führend entwickelt, und soll neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen einen schnellen Zugang zu der deutschen Sprache ermöglichen und somit die Integration beschleunigen.

An zwei Standorten (Hauptschule Innenstadt und Käthe-Kollwitz-Schule) werden die Kinder und Jugendliche ohne Deutschkenntnisse im Alter von zehn bis 16 Jahren in einer kleinen Gruppe (15 Personen) bis zu einem Jahr unterrichtet. Auf die deutsche Sprache entfällt die Hälfte der wöchentlichen Unterrichtseinheiten. Nach der Einreise wird den Eltern ein Beratungsgespräch über das deutsche Schulsystem und über das Projekt der Sprachlernklassen in der Leitstelle für Integration angeboten.

Deutsch-italienische Europaklassen

Seit dem Schuljahr  2001/2002 wird an zwei Osnabrücker Grundschulen die italienische Sprache ab der ersten Klasse unterrichtet. Ziele des Projektes sind an beiden Schulen die italiensche Sprache und Kultur zu vermitteln. Der Erwerb von Kenntnissen der italienischen Sprache für alle Kinder, Abbau von Vorurteilen, Kennen lernen anderer Kulturen und der Beitrag zum frühen Fremdsprachenlernen stehen im Zentrum der Arbeit. Durch die Unterstützung des italienischen Konsulates konnte zuerst für die Dauer von zwei Jahren "Italienisch im Primarbereich" als gemeinsames Vorhaben umgesetzt werden. Im Anschluss daran folgten vier Jahre als Schulversuch nach dem niedersächsischen Schulgesetz § 22 an der Johannisschule und der Diesterwegschule. Der Schulversuch ist mittlerweile beendet und der Italienischunterricht gehört zum Regelangebot der Schulen. Die Gesamtschule Schinkel führt das Angebot in Klasse 5 bis zum Ende der Klasse 10 weiter.  Die Universität Osnabrück hatte unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Graf die wissenschaftliche Begleitung übernommen. Der Abschlussbericht liegt seit August 2008 vor.

Unterstützungsfonds für ausgewählte Grundschulen

Hintergrund und Ziel

Auf Vorschlag der Osnabrücker Sozialkonferenz hat der Rat ein Zehn-Punkte-Programm zur Bekämpfung von Kinderarmut verabschiedet und finanzielle Mittel für verschiedene Unterstützungsangebote bereitgestellt. Dazu gehört die Einrichtung von kleinen Fördergruppen an Grundschulen, in denen eine intensive Hausaufgabenhilfe durchgeführt wird und in denen gezielt der Umgang mit der deutschen Sprache gefördert werden soll. Das Angebot richtet sich allerdings nicht explizit an Kinder aus Migrantenfamilien, sondern auch an schwache deutsche Schüler, die Unterstützung brauchen, um adäquate Zuweisungen zu weiterführenden Schulen zu erhalten und ihre Chancen auf erfolgreiche Bildungswege zu verbessern.

Aufgabe der Schule

Die Gruppen werden mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 eingerichtet, vornehmlich für die dritten und vierten Klassen. Sie sollen aus nicht mehr als maximal fünf Kindern bestehen, um eine intensive, individuelle Arbeit zu gewährleisten. Vom Umfang sind bis zu vier Unterrichtsstunden  pro Gruppe vorgesehen, wobei die genaue Zeiteinteilung vor Ort mit den Schulleitern beziehungsweise den Klassenlehrern abgesprochen werden soll.

Auch für die Stundennachweise der Studenten sollen die Schulen zuständig sein, das heißt, dass Honorarverträge mit den Studenten abgeschlossen werden und die Stundennachweise von der Schule beim Fachbereich Schule eingereicht werden. Wichtig und gewünscht sind Kooperationen mit Trägern vor Ort, die bereits in der Schule mit  Horten oder anderen Angeboten präsent  sind.  

Studenten als pädagogische Mitarbeiter

Der Fachbereich Germanistik der Universität Osnabrück unterstützt die Maßnahme durch entsprechend Werbung in ihren Lehrveranstaltungen. Für die (Lehramts-) studenten ergibt sich dadurch die Chance theoretisches Wissen in der Praxis zu erproben. Die Studenten werden in der RAZ von Gabriele Grosser in Form von Teamsitzungen und Einzelberatungen pädagogisch begleitet. Es wird in Kooperation mit dem VPAK eine fachliche Beratung durchgeführt, die eine weitere qualitative Unterstützung ist und an der die Studenten teilnehmen müssen. Die Schulen werden ebenfalls von Gabriele Grosser bei der Einrichtung der Gruppen und bei Fragen, die sich bei der organisatorischen Umsetzung dieses Angebotes ergeben, unterstützt.

http://www.vpak.de


    www.osnabrueck.de

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