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Osnabrück – Die Friedensstadt

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Klinke zum Rathaus, Foto (c) Arthur Selbach / Merian

Auszeichnung mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel

Die Europäische Kommission hat im März 2015 den Rathäusern in Osnabrück und Münster das Europäische Kulturerbe-Siegel als „Stätten des Westfälischen Friedens“ verliehen hat. Mit dem Siegel werden Orte ausgezeichnet, die eine bedeutende Rolle in der Geschichte Europas gespielt haben. Der in den Rathäusern von Osnabrück und Münster auf dem Verhandlungswege geschlossene Westfälische Frieden legte erste Grundlagen für eine europäische Staatengemeinschaft. Die Friedensverträge entwickelten sich zu einer Säule internationaler Beziehungen, die noch heute von großer Bedeutung sind. Zudem wurde in Osnabrück eine besondere, deutschlandweit einmalige, Errungenschaft vereinbart. Die alternative Sukzession bestimmte eine abwechselnde Amtsfolge von evangelischen und katholischen Fürstbischöfen, die bis 1803 bestand hatte. Mehr zur Auszeichnung Europäisches Kulturerbe-Siegel

Stadtgründung und Mitgliedschaft in der Hanse

Die Gründung der Stadt geht zurück auf die Errichtung einer Missionszelle durch Karl den Großen um 780. Die günstige Lage an einem Knotenpunkt alter Handelsstraßen von Skandinavien nach Westeuropa und von den Niederlanden nach Osteuropa beförderte die Entwicklung der Siedlung zu einer blühenden Handelsstadt. Osnabrück war von 1412 an führendes Mitglied der Hanse und neben weiteren acht Städten bei der letzten Tagfahrt im Jahr 1669 in Lübeck vertreten. Die alten Handelswege durch die Innenstadt haben sich zu lebhaften Einkaufsmeilen gewandelt und ihr Flair verdankt die Stadt heute dem Nebeneinander von modernen Gebäuden wie dem Felix-Nussbaum-Haus und schmucken Altstadtgassen im Heger Tor Viertel.

Der Friedensgedanke in Osnabrück

„Frieden als Aufgabe – dem Frieden verpflichtet“: Dieser Leitsatz bestimmt das politische und kulturelle Leben der Stadt.

Nach dem 30-jährigen Krieg in der Mitte Europas wurde 1648 von der Rathaustreppe in Osnabrück der Westfälische Friede verkündet. Der Friedensschluss von 1648 ist das herausragende Ereignis der Stadtgeschichte, mit dem sich Osnabrück noch heute als Friedensstadt identifiziert. Die Stadt versteht dieses historische Vermächtnis als Auftrag, sich friedenspolitisch zu engagieren, sowohl nach außen als auch innerhalb der Stadtgesellschaft.

Der Friedensgedanke und friedenspolitische Auftrag wird nicht nur von der Politik und Verwaltung getragen. Unter dem Eindruck der Friedensbewegung in den neunzehnhundertsiebziger und -achtziger Jahren entstand in der Stadt eine breite Akzeptanz unter den Osnabrückern. In mehr als 50 Einrichtungen und Gruppierungen setzen sich die Bürger aktiv für den Friedensgedanken ein.

Friedensstiftung und Organisationen mit Sitz in Osnabrück

Osnabrück will friedensstiftend und stabilisierend wirken und zeigt Verantwortung für globale Entwicklungen. Die Deutsche Stiftung Friedensforschung, das Kinderhilfswerk "terre des hommes" sowie die Osnabrücker Friedensgespräche sind einige der überregional wirkenden, friedensstiftenden Vereinigungen. Auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat ihren Sitz in Osnabrück.

Die StädtebotschafterInnen

Der bundesweit einmalige Austausch von Städtebotschafterinnen und Städtebotschaftern mit den Partnerstädten Angers, Derby, Haarlem, Twer und Canakkale ist eine gelebte Friedensarbeit über die Grenzen hinweg.

Die Friedenskultur

Die aktive friedenspolitische Arbeit führte 1992 zur Verabschiedung eines Konzeptes zur Förderung der Friedenskultur. Mit Beteiligung zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen wurde das Konzept 2001 überarbeitet und als "Handlungskonzept zur Förderung der Friedenskultur in Osnabrück" vom Rat der Stadt verabschiedet. Das städtische „Büro für Friedenskultur“ setzt den Friedensgedanken um.

Der Vertrag des Westfälischen Friedens und Europa

1648 war ein historischer Wendepunkt in der Geschichte Europas. Der Vertrag des Westfälischen Friedens, den die europäischen Mächte in Osnabrück und Münster fünf Jahre lang ausgehandelt haben, beendete nicht nur einen langjährigen Krieg, sondern entwickelte eine ganz neue Idee: den europäischen Gedanken. Durch diese Vereinbarung eines ersten Völkerrechts wurde ein übergeordnetes Recht geschaffen, dem sich alle bestehenden Gesetze, Privilegien, Beschlüsse und päpstlichen Verfügungen unterzuordnen hatten.

Das Prinzip der religiösen und politischen Vielfalt wurde im Sinne des heutigen Europas entwickelt und durchgesetzt. Angestrebt wurde eine generelle Friedensordnung für einen blühenden Handel und kulturellen Austausch in ganz Europa.

Die Hoffnung auf Frieden, wie sie im Friedensvertrag des "Instrumentum pacis Osnabrugense" formuliert wurde, wurde zum Modell für alle nachfolgenden Konferenzen über Frieden, Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

Die Vertragsverhandlungen zum Westfälischen Frieden in Osnabrück und Münster

Im evangelischen Osnabrück verhandelten die Abgesandten der protestantischen Reichsstände, die Kaiserlichen und die Schweden, deren junge, friedliebende Königin Christine durch ihr persönliches Eingreifen die Verhandlungen beschleunigte.

Im katholischen Münster verhandelten der Kaiser, die katholischen Reichsstände, Frankreich, Spanien und die Niederlande, ebenso Abgesandte der Schweiz. Hier bediente man sich zur Erleichterung der Verhandlungen der Vermittlung des päpstlichen Nuntius Fabius Chigis (später Papst Alexander VII.) und des Venezianers Alvise Contarini.

Etwa 150 Gesandtschaften aus dem Reich und ganz Europa unterzubringen und zu versorgen, stellte die beiden Städte vor große Probleme, zumal es ein Teil der Verhandlungsstrategie - insbesondere der größeren Höfe - war, durch Glanz und aufwändige Repräsentationen die Verhandlungspartner zu beeindrucken. So führten viele Gesandtschaften einen ganzen Hofstaat mit.

In den beiden neutralisierten Friedensstädten wurde jahrelang - meist im kleinen Kreis - intensiv beraten. Auch der Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses war 1645 zeitweise Verhandlungsort. In Osnabrück wurde dann im Sommer 1648 ein wichtiger Durchbruch erzielt: Am 8. August wurde im Gesandtschaftssaal des schwedischen Prinzipalgesandten Oxenstierna, der mit seiner großen Gesandtschaft an der Großen Domsfreiheit residierte, das nach Osnabrück benannte Friedenswerk, das "Instrumentum pacis Caesareo-Suecicum sive Osnabrugense" zwischen dem Kaiser, den Reichsständen und der Krone Schwedens abgeschlossen.

Nachdem in Münster auch der Frieden zwischen dem Kaiser und Frankreich ausgehandelt war, schritt man am 24. Oktober 1648 zur Unterzeichnung der beiden Friedensverträge. Der in Münster anwesende Osnabrücker Bürgermeister Schademann und der Syndikus der Stadt Bögers brachten am 25. Oktober die Botschaft nach Osnabrück.

Die Friedensverträge beendeten den Dreißigjährigen Krieg in Deutschland. Der Osnabrücker Friedensvertrag beinhaltete die Gleichberechtigung der nunmehr drei Konfessionen und sicherte einen dauerhaften religiösen Frieden. Er schuf zudem für das Reich eine Verfassung, die bis zu dessen Auflösung im Jahre 1806 Gültigkeit behielt.

Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648

23.05.1618

Beginn des Krieges mit dem Prager Fenstersturz

1618-1623

Böhmisch- Pfälzischer Krieg

1625-1629

Dänisch- Niedersächsischer Krieg

1630-1634

Schwedischer Krieg

30.05.1635

Prager Frieden

1635-1648

Französisch-Schwedischer Krieg

25.12.1641

Hamburger Präliminarvertrag : Auswahl der Verhandlungsorte Münster und Osnabrück; Osnabrück auf besonderen Wunsch Königin Christines von Schweden

18.06.1643

Neutralitätserklärung der Stadt Osnabrück

04.12.1644

Offizieller Beginn des Friedenskongresses

15.05.1648

Beschwörung des Spanisch- Niederländischen Friedens im Rathaus zu Münster

24.10.1648

Unterzeichnung des Kaiserlich- Schwedischen und des Kaiserlich- Französischen Friedens

18.02.1649

Austausch der Ratifikationsurkunden

 

 

 


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