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01.12.2016

Wasser ist Trumpf: "Wiedergeburt der Hase im Herzen der Stadt"

Neue Steg- und Brückenkonstruktion "Oewer de Hase" macht den Osnabrücker Stadtfluss wieder zugänglich

 

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Jürgen Schmidt (Stadt), Verleger Hermann Elstermann, Lutz Vorreyer (Stadt) und Bauunternehmer Mark Hofschröer (v.l.) durchschnitten ein blaues Band zur Eröffnung..
Tag der Freude: Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Verleger Hermann Elstermann..
Die Umfassungen der Bäume sollen als Sitzfläche dienen..
Wiedergeburt der Hase: Der Fluss ist jetzt im Hasequartier noch besser sichtbar..
Direkte Wageverbindung in die Gutenberg-Passage..

An der Hase in der Osnabrücker Innenstadt hat sich im vergangenen Jahr viel bewegt. Ganz buchstäblich: Um den Fluss im Bereich „Oewer de Hase" auf einem 65 Meter langen Stück von seinem „Deckel" zu befreien, wurden 700 Kubikmeter alter Beton abgebrochen. Für die neue Brückenkonstruktion wurden 130 Tonnen Stahl und 270 Kubikmeter neuer Beton verbaut, 600 Meter Rohre verlegt und 200 Meter neues Geländer gebaut. Dadurch hat sich auch im übertragenen Sinne viel bewegt: Aus der Gebäuderückseite, die jahrzehntelang ein eher tristes Dasein als Zufahrt und Parkplatz fristete, ist durch den Rückbau des alten Betondeckels ein schmucker Fußgängerbereich geworden, der mit Wassernähe, einem modernen Architekturstil, abgeschirmten Flächen zum Verweilen und weiteren Vorzügen trumpft.  

Das Kunststück, das Hasequartier, also den Bereich zwischen Georgstraße, Möserstraße und Neumarkt, attraktiv an die Fußgängerzone anzubinden und dadurch insgesamt die Innenstadt aufzuwerten, hat das Rückbauvorhaben jedenfalls gleich geschafft. Diese Meinung vertrat Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert jetzt beim Festakt zur Eröffnung. Griesert nannte es einen „weisen Entschluss" der Stadtverwaltung, dass der Fluss im Bereich „Oewer de Hase" auf dem zweiten Teilstück geöffnet wurde. „Heute feiern wir eine Wiedergeburt der Hase im Herzen der Stadt", so Griesert. 

Der Oberbürgermeister, Verleger Hermann Elstermann, Bauunternehmer Mark Hofschröer sowie Projektleiter Jürgen Schmidt und Bauleiter Lutz Vorreyer von der Stadt Osnabrück durchschnitten ein blaues Band auf einem der drei Stege, die nun über den geöffneten Fluss führen. Griesert wies darauf hin, dass die beiden Überwege mit den Baumvasen bewusst schmaler gehalten wurden, da die Umfassungen der Bäume als Sitz- und Rückzugsfläche dienen sollen.  

Der Oberbürgermeister erinnerte an die Bedeutung der Hase für die Stadt Osnabrück. Schon der Name Osnabrück leite sich von dem Fluss ab. Griesert ging weiter auf die „bewegte Geschichte" ein, in der die Hase von der Nutzung als Abwasserkanal bis zum Verschwindenlassen unter Beton viel habe ertragen müssen. Er lobte, dass das schwierige Projekt termin- und kostengerecht abgeschlossen wurde. Baustart war im Februar 2016 und die Kosten belaufen sich auf 1,5 Mio. Euro, die je zur Hälfte die Stadt und die Anlieger tragen.  

Griesert dankte Verleger Hermann Elstermann, dessen Betreiben entscheidend für beide Öffnungsvorhaben im Bereich „Oewer de Hase" gewesen sei. Nachdem Elstermann sich zunächst für die Öffnung des ersten Teilstücks in den 1990er Jahren eingesetzt habe, sei sein Eintreten nun ebenfalls entscheidend für das zweite Öffnungsprojekt gewesen. Wie Elstermann berichtete, war eine ursprünglich von der Stadt geplante „Ertüchtigung" des alten Hasedeckels, die den Anliegern des Viertels angekündigt worden sei, ausschlaggebend für sein Eintreten für dieses Projekt. Nachdem er und sein Sohn Dirk von der geplanten Sanierung des Betonüberbaus erfahren hätten, die etwa eine halbe Million Euro kosten sollte, hätten sie sich dafür eingesetzt, „das Geld nicht in die Deckelung, sondern lieber in die Öffnung zu stecken". Für ihn sei es ein „Tag der Freude", sagte Elstermann. 

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert erinnerte bei der Übergabe der neuen Steg- und Brückenkonstruktion auch an den Ausbau des Haseuferwegs: „Der Öffnung ist ein Teil des Gesamtprojekts Haseuferweg, das wir noch fortsetzen werden", sagte Griesert. Beim Ausbau des insgesamt 17 Kilometer langen Rad- und Fußwegs entlang der Hase steht der Schluss der letzten Lücke unmittelbar bevor.  

Der Osnabrücker Stadtfluss war in den 1950er und 1960er Jahren an mehreren Stellen in der Innenstadt überbaut worden, um neue Park- und Verkehrsflächen zu schaffen. Nachdem zunächst 1999/2000 auf dem ersten etwa 70 Meter langen Abschnitt zwischen Galeria Kaufhof und der Gutenberg-Passage der Überbau wieder entfernt wurde, folgte 2003/2004 mit dem Rückbau zwischen der Bruchstraße und Konrad-Adenauer-Ring auf einer Länge von etwa 50 Metern die zweite „Entdeckelung". Nun wurde ein 65 Meter langes Stück freigelegt, das sich von der Gutenberg-Passage bis zur Georgstraße an den ersten geöffneten Abschnitt anschließt. Die Pläne für den neuen Rückbau stammen von den Landschaftsarchitekten Jan Wehberg und Cornelia Müller vom Büro Lützow 7 (Berlin). Die Steg- und Brückenkonstruktion, die den Haseuferweg vom Neumarkt bis zur Neuen Mühle führt, wurde in den Jahren 2009 und 2001 errichtet. 


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