Navigation über die Inhaltsbereiche dieser Seite

Der Hauptinhaltsbereich - hier finden Sie Artikel zum Thema Aktuelles

10.10.2017

Stadtgeschichte: Übergabe einer historischen Akte der Polizei Osnabrück

Gemeinsam mit dem Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Polizeipräsident Bernhard Witthaut wurde am Dienstag, 10. Oktober, ein Beitrag zur Stadtgeschichte geleistet. Gemeinsam mit der Polizeihistorikerin Barbara Riegger vom Polizeimuseum Niedersachsen und Nina Koch vom Niedersächsischen Landesarchiv Standort Osnabrück fand in der Polizeidirektion Osnabrück die Übergabe besonderer historischer Dokumente statt.

U bergabe Akte.
(U bergabe Akte) Von links: Polizeihistorikerin Barbara Riegger Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Polizeipräsident Bernhard Witthaut und Nina Koch vom Niedersächsischen Landesarchiv Standort Osnabrück

Vor gut einem Jahr hat das Polizeimuseum einen Raum im Studienort der Polizeiakademie in Hann. Münden gesichtet, in dem diverse Unterrichtsmaterialien aus der ehemaligen Landespolizeischule (1946-1996) lagerten. Darunter befand sich auch eine Akte der Polizei Osnabrück. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich um eine Originalakte der Zeit von 1927 bis 1937 handelte.
Die Akte in Fadenheftung stammt offensichtlich vom Polizeirevier der Altstadt in Osnabrück und enthält die vom Oberbürgermeister der Polizei zur Kenntnis gegebenen Erlasse und Verfügungen.

Diese Anordnungen hatte der Oberbürgermeister in der Regel vom damaligen preußischen Innenministerium erhalten. Innenminister war der Nationalsozialist Hermann Göring. Göring nutzte die Möglichkeiten als Innenminister Zugriff auf die Polizei zu haben aus, um die Herrschaft des Nationalsozialismus durchzusetzen und zu festigen. Aus diesem Grund ist die Akte, die genau die Dekade von 1927 bis 1937 abdeckt, eine interessante Quelle zur NS-Zeit in Osnabrück und wird aus diesem Grund dem Niedersächsischen Landesarchiv mit Standort in Osnabrück übergeben.
Während der NS-Zeit fand eine starke Umformung der Polizei durch die NS-Machthaber statt. Sie nutzten die Polizei nicht nur zur Etablierung und Festigung ihrer Macht, sondern die Polizei wurde spätestens ab 1936 mit dem Zugriff des SS-Führers Heinrich Himmler auf die Polizei zu einem elementaren Bestandteil des NS-Gewaltstaates. Sie diente als Herrschaftsinstrument zur Durchsetzung der rassistischen Staatsideologie bis hin zu planmäßigen Mordaktionen. Um dies zu erreichen und möglichst effizient zu gestalten wurde die traditionell föderativ und weitgehend auch lokal organisierte Polizei in Deutschland der Zeit vor 1933 zentralisiert und damit den lokalen Polizeiverantwortlichen entzogen.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem ein Fotoalbum aus der unmittelbaren Nachkriegszeit veröffentlicht. Das Album stammt aus England und zeigt Polizeiverantwortliche, Dienstgebäude und Dienstsituationen aus Bereichen der heutigen Polizeidirektion Osnabrück. Die Reproduktion des Albums wurde an Polizeipräsident Bernhard Witthaut übergeben.

Mit der Übergabe der Akte und des Albums durch die Polizeihistorikerin Barbara Riegger knüpft das Polizeimuseum der Polizeiakademie Niedersachsen an die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und der Stadt Osnabrück an, die sich im Rahmen der Ausstellung „Ordnung und Vernichtung. Die Polizei im NS-Staat“ im Jahr 2014 ergeben hatte. Damals wurde die Ausstellung in den Räumen der Polizeidirektion vom 19. Oktober bis zum 30. November gezeigt.



www.osnabrueck.de

Datenschutz | Impressum | Urheberrechte © 1996-2017: Stadt Osnabrück | Tel: 0541 323-0

zum Seitenanfang mit der Seitenbereichsnavigation springen