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27.04.2018

Osnabrück: Ansichten – Bilder einer Stadt

Die Ausstellung „Osnabrück: Ansichten“ im Erdgeschoss des Stadthauses 1, Natruper-Tor-Wall 2, zeigt 33 Fotografien aus den Jahren des Wiederaufbaus der Friedensstadt.

2018 04 23 Ausstellung Stadthaus SimonVonstein.
(2018 04 23 Ausstellung Stadthaus SimonVonstein) Von links: Uwe und Axel Nerger mit dem Foto von Bruno Nerger und Dr. Sven Jürgensen vor der Fotografie vom damaligen Schillerplatz (heute Berliner Platz); Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

„Da habe ich doch als Kind gespielt“, wird der eine oder andere beim Betrachten der Bilder denken. „Hat es hier wirklich mal so ausgesehen?“ wurde schon gefragt. „Der Petersburger Wall ohne Autos aber mit Kopfsteinpflaster – in den 80er Jahren?!“ Und auf der kaum befahrenen Kreuzung am Heger-Tor hängt ein lässiger Hinweis darauf, dass die Lotter Straße Richtung Niederlande, Enschede und Oldenzaal, führt.

Die Fotos der Ausstellung „Osnabrück: Ansichten“ nötigen die vorbeieilenden Menschen dazu, ihre Schritte zu verlangsamen: Erinnerungen werden wach, längst vergessene Bilder werden mit diesen Schwarz-Weiß-Fotos verglichen, die der Fotograf Bruno E. L. Nerger ab 1948 angefertigt hat. In dieser Zeit ist die Stadt noch geprägt von der Zerstörung des Zweiten Weltkrieges, aber der Wiederaufbau ist schon deutlich fortgeschritten: Am Theater vorbei rattert die Straßenbahn, von den Bürgerhäusern am Markt stehen nur die Fassaden, aber das Rathaus ist saniert, im Schlossgarten stehen noch die Nissenhütten, aber das Gebäude der IHK wird gebaut.

Die Bilder zeigen eine Stadt im Wandel in der Bildsprache eines Fotografen, der sich offensichtlich viel Zeit und Ruhe für seine Fotos genommen hat. Nur selten sind Menschen zu sehen. Stattdessen erzählen Gebäude und Straßen ebenso wie Licht und Schatten Geschichten über diese Stadt. „Unser Vater kam 1948 nach Osnabrück und gründete ein Fotoatelier an der Langen Straße“, erzählen seine Söhne Axel und Uwe Nerger. „Er fotografierte Architektur, oft im Auftrag des damaligen Verkehrsamtes der Stadt, oder lichtete Industrie und Produktionsstätten ab, zum Beispiel für Klöckner, Karmann, das OKD oder Hammersen. Anfang der 1960er Jahre, bis zur endgültigen Aufgabe des Ateliers, wurde die Fotografie immer mehr zur Liebhaberei. Die Liebe zur Fotografie haben wir von unserem Vater geerbt“, sind sich die beiden sicher. Daher zeigt die Ausstellung auch Motive von Axel Nerger, die er Mitte der 80er Jahre fotografiert hat, zum Beispiel die Fußgängerzone noch ohne Kamp-Promenade. 

Die Idee für diese Ausstellung verdankt sich eigentlich einem Zufall: Nach der Sanierung des Stadthauses hatte der städtische Eigenbetrieb „Immobilien und Gebäudemanagement“ zunächst Bilderrahmen für die Flure des Erdgeschosses im Bürgeramt und in der Kfz-Stelle im Stadthaus 1 beschafft. Passende Bilder mussten noch ergänzt werden. „Ich wusste seit längerem von dem Fotoschatz“, sagt Pressesprecher Dr. Sven Jürgensen, „und war mir sicher, dass Nergers Söhne hochwertige Kleinbild- und Glasnegative aufbewahren, die unbedingt digitalisiert und gezeigt werden sollten. Das war jetzt also die Gelegenheit! Die Rahmen haben quasi auf die Fotografien der Nergers gewartet. Diese werden nun einem Publikum gezeigt, das in das Stadthaus kommt. So wird sich in den kommenden Jahren fast jeder Osnabrücker diese Fotos anschauen, die zusammen die Stadtgeschichte jener Jahrzehnte wie ein Puzzle zusammensetzen. Diese Fotografien graben Erinnerungen sogar auch bei denen aus, die diese Zeit in anderen Städten erlebt haben.“

Die Ausstellung „Osnabrück: Ansichten“ ist zustande gekommen mit Hilfe der freundlichen Unterstützung von „Hinrichs Licht+Druck“ in Georgsmarienhütte. Die Organisation hat Monika Nestmann vom städtischen Referat für Medien und Öffentlichkeitsarbeit übernommen. Die Fotografien sind zu sehen in den Fluren des Stadthauses 1 im Erdgeschoss.


www.osnabrueck.de

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