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01.12.2017

Osnabrück als „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ ausgezeichnet

Zertifikat wird von Bernd Althusmann überreicht und gilt für fünf Jahre

Die Stadt Osnabrück ist als „Fahrradfreundliche Kommune“ zertifiziert worden. Im Rahmen der Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen e.V. (AGFK) nahmen Stadtbaurat Frank Otte und die Radverkehrsbeauftragte Ulla Bauer das Zertifikat für die Stadt entgegen.

2017 11 30 Fahrradfreundliche Kommune AGFK.
(2017 11 30 Fahrradfreundliche Kommune AGFK) Übergabe des Zertifikats, das Osnabrück als „Fahrradfreundliche Kommune Niedersachsen“ auszeichnet: (von links) Bernd Althusmann (niedersächsischer Landesminister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung), Ulla Bauer (Osnabrücker Radverkehrsbeauftragte), Frank Otte (Osnabrücker Stadtbaurat) und Professor Dr. Axel Priebs, der bei der Tagung von Frank Otte als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen Niedersachsen/Bremen e.V. abgelöst wurde. Foto: AGFK.

Schon bevor sich eine Jury mit der Situation des Radverkehrs in einer Stadt befasst, muss die Kommune nachweisen, was sie für die Radfahrer tut. Dabei geht es unter anderem um politische Beschlüsse und finanzielle Aufwendungen, durch die der Radverkehr gefördert wird. Erst danach wird entschieden, ob eine Jury den Ort bereist, um sich ein eigenes Bild zu machen. Diese Jury besteht aus Mitgliedern des Landtages, von Vereinen und Verbänden wie beispielsweise dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und des AGFK-Vorstandes. Frank Otte, selber langjähriges Mitglied des Vorstandes und seit der Fachtagung auch dessen Vorsitzender, hat selbst an vielen dieser Bereisungen teilgenommen. „Hier in Osnabrück war ich selbstverständlich nicht dabei, deshalb war ich schon gespannt, wie die Jury entscheidet und wie sie die Situation für Radfahrer in Osnabrück bewertet“, sagt der Stadtbaurat.

Er freut sich, dass die Jury besonders den angestoßenen Wandel in Osnabrück herausgestellt hat. „In den niedersächsischen Städten gibt es völlig unterschiedliche Radfahr-Traditionen“, erklärt Otte. „Osnabrück galt schon vor 30 Jahren als Autostadt und so ist es zu einem großen Teil auch heute noch.“ Dass die Osnabrücker aber inzwischen 23 Prozent aller innerstädtischen Wege mit dem Rad zurücklegen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Nichtsdestotrotz ist es noch ein weiter Weg, bis die Menschen in Osnabrück nicht mehr das Auto als Verkehrsmittel Nummer Eins betrachten.

Ein wichtiger Schritt dahin ist es, das Sicherheitsempfinden von Radfahrern zu erhöhen. Radwege sollten zukünftig mindestens zwei Meter breit angelegt werden, was sie nicht nur sicherer macht, sondern auch ermöglicht, nebeneinander zu fahren und sich wie in einem Auto miteinander zu unterhalten. „In Dänemark oder den Niederlanden gibt es längst deutlich höhere Standards“, sagt Otte mit dem Verweis, dass Radfahren im Alltag dort seit vielen Jahren deutlich etablierter sei.

Ulla Bauer stuft die Zertifizierung als Beweis ein, „dass wir etwas vorzuweisen haben und die Situation der Radfahrer in Osnabrück nicht so schlecht ist, wie manchmal in der Öffentlichkeit dargestellt.“ Ein breites Aktions-Bündnis wie den Runden Tisch Radverkehr, der in Osnabrück seit 2010 existiert und dem viele gesellschaftliche Akteure angehören, gibt es in anderen Kommunen kaum. Auch rote Flächen, die vor Ampel Radfahrern vorbehalten sind und die das Radfahren nicht nur beschleunigen, sondern auch sicherer machen, sind auch bei Weitem nicht in allen niedersächsischen Kommunen zu finden. Gleichzeitig sieht Bauer die Zertifizierung als Ansporn, weil sie nur bis 2022 gilt. „Alle fünf Jahre müssen wir nun Fortschritte nachweisen“, so die Radverkehrsbeauftragte der Stadt.

Dazu gehört auch, dass Bürgerinnen und Bürger sensibilisiert werden, gerade kurze Strecken mit dem Rad anstatt mit dem Auto zurückzulegen. „Noch immer werden in Osnabrück 60 Prozent aller Strecken unter fünf Kilometer mit dem Auto gefahren“, sagt Frank Otte. Besonders die sogenannten Elterntaxis sind ihm ein Dorn im Auge. „Den Kindern wird nicht vermittelt, dass es möglich ist, das Auto auch einmal stehenzulassen.“ Deshalb hebt Otte den Wert von Programmen hervor, bei denen Kinder Meilen sammeln und so einen Ansporn bekommen, mit dem Fahrrad zu fahren.



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