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11.10.2018

Neue Laichbetten für Kleinfische: Hase in Vortrup wird saniert

Fische und Kleinstlebewesen sollen demnächst in der Hase im Osnabrücker Ortsteil Voxtrup wieder bessere Lebensbedingungen vorfinden. 

Damit künftig beispielsweise Mühlkoppen, Elritze und Bachneunaugen, die jetzt nur noch in Nebengewässern laichen, die Hase wieder als Kinderstube für ihren Nachwuchs nutzen können, laufen zurzeit auf einem etwa 800 Meter langen Abschnitt zwischen der Autobahn 33 und der Sandforter Straße umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Strukturgüte des Osnabrücker Stadtflusses.  

Der Unterhaltungsverband 96 Hase-Bever und die Stadt Osnabrück bauen in einer Gemeinschaftsaktion Strömungslenker in Form von Dreiecksbuhnen und Raubäumen in der Hase ein, die im Zusammenspiel mit der Entfernung von böschungssichernden Gewässerbausteinen die Eigendynamik der Hase fördern. Dabei wird berücksichtigt, dass die südlich an die Hase angrenzenden Flächen im Privatbesitz nicht beeinträchtigt werden.

Außerdem werden in der Gewässersohle abschnittsweise Kiesbänke als Laichplätze für kieslaichende Fische eingebracht. Am Gewässerufer wird zudem eine Zugabestelle für kiesiges Geschiebematerial eingerichtet. Unterhalb des Pegels Lüstringen sollen Findlinge als Störsteine eingebracht sowie die vorhandene Steinschüttung vollflächig mit Kies aufgefüllt werden, wodurch die ökologische Durchgängigkeit der Hase an dieser Stelle deutlich verbessert werden kann. 

Wie der Gewässerökologe Friedrich Hehmann erklärt, werden durch die Maßnahmen Kleinfische künftig gute Bedingungen zum Laichen vorfinden. Durch den Einbau von Wurzeln und anderen Totholzreste wird das Wasser zudem mit Detritus angereichert und so dafür gesorgt, dass Fische und Kleinstlebewesen wieder mehr Nahrung in dem Gewässerabschnitt vorfinden.  

Hehmann hat die Hase in Voxtrup im Vorfeld untersucht: Wie er herausgefunden hat, hat u.a. der Eintrag von Sedimenten dazu geführt, dass das Lückensystem der Hasesohle zugeschlämmt wurde, sodass für die in dem Fluss vorkommenden Kleinfischarten kaum noch Laichmöglichkeiten vorhanden sind und sie sich zum Ablegen ihrer Eier in Nebengewässer wie den Sandforter Bach zurückziehen müssen. Gleichzeitig sind aufgrund fehlender Beschattung durch Ufergehölze Wasserpflanzen herangewachsen, die den Fischen und Kleinstlebewesen noch zusätzlich das Licht und den Sauerstoff entziehen.  

Wie der Ökologe verdeutlicht, sollen die Umbauten am Fluss auch bewirken, dass Sedimente künftig besser abgetragen werden. Hehmann, der auch als Gewässersachverständiger arbeitet, erwartet, dass sich die Strukturgüte der Hase in Voxtrup durch die Maßnahmen deutlich verbessert. Auf der siebenstufigen Bewertungsskala, auf der die Hase in diesem Abschnitt zurzeit als „stark bis sehr stark verändert“ eingestuft werden müsse, könne sich der Zustand leicht um zwei Zähler in den Bereich einer mittelmäßigen Benotung (mäßig verändert) verbessern.  

Hehmann erklärt weiter, dass die Forelle die Leitfischart in der Hase bildet. In Osnabrück kommt sie aber natürlich nicht mehr vor, sondern Anglerverbände sorgen für den Besatz. Zu den weiteren natürlichen Hasebewohnern zählen Kleinfische wie Mühlkoppen, Elritzen, Bachneunaugen, Bachschmerlen und Steinbeißer. Besonders diese Kleinfischarten sollen sich künftig auf den neuen Laichbetten tummeln. 

Nach Angaben von Christiane Balks-Lehmann, der Leiterin des Fachdiensts Naturschutz und Landschaftsplanung im Fachbereich Umwelt und Klimaschutz der Stadt, sollen weiterhin zur ökologischen Verbesserung der Haseaue bestehende Gräben auf kurzen Teilstrecken ausgeweitet und aufgestaut werden.

Dabei wird beachtet, dass dies wasserwirtschaftlich nicht zur Beeinträchtigung der Vorflut angrenzender Flächen führt. Als Lebensraum für Amphibien und weiterer auengewässertypischer Organismen werden zusätzlich Kleingewässer und außerhalb von Schutzstreifen  querender Leitungstrassen Ufergehölzstreifen angelegt. Hauptsächlich werden hier Erlen angepflanzt, die mit ihren Pfahlwurzeln zu einer natürlichen Ufersicherung und mit ihren Baumkronen zu einer Beschattung der Hase beitragen. 

Das Vorhaben wird als gemeinsames Projekt der Stadt Osnabrück und des Unterhaltungsverbandes 96 Hase-Bever realisiert. Dabei übernimmt die Kommune die Kosten für die Baumaßnahmen und hat für die Planung und die wasserrechtliche Genehmigung gesorgt, während die Arbeiten von einem Team des Gewässerunterhaltungsverbands ausgeführt werden. Für die nötige Man-Power sorgen Olaf Hüdepohl, Tobias Grösche und Niclas Otto, die mit einem Bagger und weiterem schweren Gerät am und im Fluss im Einsatz sind. Geplant ist, dass die Arbeiten bis Ende Oktober abgeschlossen sind. 

Mehr zum Thema:

Unterhaltungsverband 96 Hase-Bever

 



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