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04.12.2017

Münster und Osnabrück begehen Europäisches Kulturerbejahr: Fünf Ausstellungen zum Thema Frieden und ein Europa-Labor

Im Europäischen Kulturerbejahr 2018 sind die Städte aufgerufen, ihr kulturelles Erbe aus der gemeinsamen europäischen Geschichte zur Sprache zu bringen. Münster und Osnabrück haben Gewichtiges zu sagen: in einer fünfteiligen Friedens-Ausstellung in vier Museen in Münster; mit einem "Labor Europa" in Osnabrück für junge Menschen aus allen 29 Kulturerbe-Stätten Europas; durch die Erschließung der Kulturerbe-Stätte Rathaus Münster mit zeitgemäßen Medien für Besucher. Die große Ausstellung ist vom 28. April bis 2. September geöffnet. Das "Labor Europa" ist für den 16. bis 26. August geplant. Das Rathaus in Münster lädt ab Ende April mit ersten Bausteinen eines "digitalen Vermittlungskonzepts  als Ausgangspunkt für das Gesamtprojekt" ein.

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(2017 12 04 PK muenster) Pressekonferenz zum Kulturerbejahr 2018 im Friedenssaal des Rathauses in Münster (von links): Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Prof. Dr. Gerd Althoff (Exzellenzcluster "Religion und Politik"), Dr. Hermann Arnhold (Sprecher der Ausstellungs-Kooperation), LWL-Direktor Matthias Löb, OB Markus Lewe (Münster), Dr. Uwe Koch (Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz), Stadtrat Wolfgang Beckermann (Osnabrück). - Foto: Presseamt Münster.

Die Rathäuser des Westfälischen Friedens in Osnabrück und Münster sind im Jahr 2015 auf gemeinsamen Antrag der beiden Städte in die Liste der Europäischen Kulturerbe-Stätten aufgenommen worden. Beide haben auch für 2018 für ihr Projekt "Frieden.Europa" im Europäischen Kulturerbejahr 2018 ("Echy") einen gemeinsamen Förderantrag beim Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz eingereicht. Dieses unterstützt das Vorhaben mit 571 000 Euro. Nun realisieren sie eines der größten deutschen Projekte im Kulturerbejahr. 400 Jahre nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges und 100 Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges hat dieses Vorhaben für beide  Städte große Bedeutung. Die Gesamtkoordination liegt bei der Stadt Münster, Münster Marketing. 

Einzigartige Kooperation für große Friedensausstellung

In Münster bringt das Projekt für die Ausstellung "Frieden. Von der Antike bis heute" fünf Institutionen zu einer einzigartigen Kooperation zusammen: das LWL-Museum für Kunst und Kultur, das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, das Archäologische Museum der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU), das Bistum Münster und das Stadtmuseum Münster. Sie erarbeiten die fünfteilige Schau in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster Religion und Politik der WWU. 

Das LWL-Museum ("Wege zum Frieden") zeigt Bilder und Visionen vom Frieden mit Arbeiten unter anderem von Rubens, Delacroix, Lehmbruck, Dix und Kollwitz. Auch bedeutsame Friedensschlüsse werden zu sehen sein und Friedensbilder der jüngeren Zeitgeschichte.

Thema im Archäologischen Museum ("Eirene / Pax - Frieden in der Antike") ist die Bedeutung des Friedens in der griechischen und römischen Antike. Unter den Exponaten: die Kopie des ältesten erhaltenen Friedensvertrages zwischen dem Hethiter-Reich und Ägypten, die Rekonstruktion der Statue der Eirene von der Athener Agora und ein Altar des augusteischen Friedens.

Das Picasso-Museum ("Picasso - Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube") zeigt mit 50 Werken den Einsatz des Spaniers für die Ziele der Friedensbewegung und seinen Versuch, die Schrecken des Spanischen Bürgerkriegs und des Zweiten Weltkriegs künstlerisch zu überwinden. Im Mittelpunkt steht seine Friedenstaube für den ersten Weltfriedenskongress.

Das Stadtmuseum ("Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Frieden") widmet sich der Rezeptionsgeschichte des Westfälischen Friedens. 1898 gedachte Münster erstmals offiziell des epochalen Friedensschlusses. Dokumente aus dem Jahr 1940 zeigen, wie die Nazis den 300. Jahrestag für ihre Zwecke missbrauchen wollten. Der verlorene Weltkrieg ermöglichte eine Neubewertung des Friedensschlusses in der Gedenkwoche 1948.

Das Bistum Münster ("Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?") blickt in einem eigenen Ausstellungsteil zu Gast im LWL-Museum auf Ideen des Friedens im Christentum von der Spätantike bis heute. Die Präsentation mit 100 Leihgaben aus Kunst- und Kulturgeschichte wirft die Frage auf, ob religiöse Werte zur Wahrung des Friedens beitragen können.

Digitale Medien erschließen Friedenssaal

Den Friedenssaal und die Bürgerhalle des Rathauses wird die Stadt Münster im Kulturerbejahr für Besucher inhaltlich fundiert, attraktiv und denkmalpflegerisch angemessen neu erschließen. Wer das Rathaus betritt, wird in der Bürgerhalle eingeladen, sich an Monitoren, Displays und Tablets auf den Westfälischen Frieden einzulassen. Bildmotive und Fakten handeln von den Ereignissen um 1648, von der Rezeptionsgeschichte und aktuellen zeitgeschichtlichen Bezügen. Auch der Internationale Preis des Westfälischen Friedens ist Thema einer Darstellung, die gemeinsam mit der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen Lippe erarbeitet und von dieser unterstützt wird. Wer von der Bürgerhalle den Friedenssaal betritt, kann sich von einer App durch den historischen Originalschauplatz mit der hölzernen Raumausstattung von 1577 und den Portraits der Beteiligten der Friedensverhandlungen führen lassen. 

Fünf Labore zur Geschichte und Zukunft Europas

Das Büro für Friedenskultur der Kulturerbe-Stadt Osnabrück lädt 60 Europäer zwischen 18 und 25 Jahren zu einem Begegnungs- und Beteiligungs-Projekt zur Geschichte und Zukunft Europas ein. Gefragt sind neugierige und weltoffene Menschen mit Erfahrungen im Theaterspielen, Medienkompetenzen, historischem Interesse oder einer künstlerischen oder musischen Ausbildung.

Die jungen Menschen experimentieren, forschen, arbeiten und diskutieren für Europa in fünf Laboren: Geschichte, Bildende Kunst, Theater, Medien, Musik. Dabei werden sie begleitet von Einrichtungen wie dem Theater Osnabrück, der Kunsthalle Osnabrück, dem Institut für Musik, dem Felix-Nussbaum-Haus und dem European Media Art Festival. Die Arbeit in den Laboren wird tagesaktuell in Social-Media-Portalen dokumentiert. Partner bei der Produktion der Social-Media-Auftritte sind Schülerinnen und Schüler eines Osnabrücker Berufsschulzentrums, darunter auch Geflüchtete aus Sprachförderklassen. Nach einem Besuch in Münster präsentiert sich das Labor Europa zum Abschluss bei der Osnabrücker Kulturnacht am 25. August. 



www.osnabrueck.de

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