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20.08.2019

Künstliche Intelligenz in der Medizin – Klinikum Osnabrück testet neues Verfahren im Darm

Als europaweit erstes Krankenhaus hat das Klinikum Osnabrück nun nach seiner Zulassung das GI-Genius - eine neue Medizintechnik mit künstlicher Intelligenz - getestet. In der Medizinischen Klinik II für Gastroenterologie, Hepatologie, diagnostische und interventionelle Endoskopie wurde unter der Leitung von Chefarzt Privatdozent Dr. Johannes Rey nun das erste verfügbare Verfahren zu künstlicher Intelligenz in der Endoskopie eingesetzt.

Johannes Rey 1.
(Johannes Rey 1) Chefarzt Privat-Dozent Dr. Johannes Rey testete neues Verfahren

 Im Bereich der Koloskopie (Darmspiegelung) beginnt damit ein neues Zeitalter im Rahmen der digitalen Weiterentwicklung endoskopischer Untersuchungsmethoden. Dabei wird dem Untersucher ein virtueller zweiter Beobachter zur Entdeckung von potentiellen Krebsvorstufen im Dickdarm an die Seite gestellt. Vergleichbar ist dieses System mit einem Totwinkelassistenten im Auto, der auf besondere Gefahrensituationen hinweist und verhindert diese zu übersehen. Die Steuerung des Fahrzeuges bleibt im Verantwortungsbereich des Fahrers. Auch in der Dickdarmspiegelung erhält der Untersucher einen visuellen Hinweis im Livebild der Untersuchung. Dabei bleibt die Charakterisierung und Entscheidung zur Therapie in den Händen des Untersuchers.  „Es ist, als wenn 10 zusätzliche Augen die Untersuchung mit durchführen,“ erklärt der Chefarzt. Die neue Technik sei ein exzellenter Assistent, der ohne zusätzliche Risiken für den Patienten eingesetzt werden kann. „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem System erst am Anfang einer vielversprechenden Entwicklung in der endoskopischen Diagnostik stehen“, erläutert Rey. Insbesondere im Hinblick auf die Darmkrebsvorsorge sieht er durch den Einsatz der künstlichen Intelligenz viel Potential für eine noch bessere Prävention. „Wir haben großes Interesse im Rahmen weiterer Studien dieses System in unsere endoskopischen Untersuchungsmethoden zu integrieren und unsere Annahme einer Qualitätsverbesserung für den Patienten zu beweisen“, so das Resümee nach der Testung.

Jährlich erkranken in Deutschland rund 70.000 Menschen an Darmkrebs. Das bedeutet: Im Laufe ihres Lebens sind 6 von 100 Menschen in Deutschland von dieser Erkrankung betroffen. Damit gehört der Dickdarmkrebs zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Die meisten Darmkrebserkrankungen entwickeln sich unbemerkt über einen längeren Zeitraum aus einem Polypen. Wird der Polyp frühzeitig in einer Darmspiegelung erkannt und entfernt ist Dickdarmkrebs sicher vermeidbar. Die neue Technik im Bereich der Darmspiegelung wird in Deutschland in den kommenden Monaten von der Firma Medtronic in den Krankenhäusern vorgestellt. Das Klinikum Osnabrück testete als erstes Krankenhaus in Europa diese neuartige Untersuchungsmethode für die Einführung in den klinischen Alltag.


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