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23.09.2020

Filmbegeisterte Schülerinnen und Schüler für Jugend-Jury gesucht

Der Filmpreis für Kinderrechte und das Kinder- und Jugendprogramm des 35. Unabhängigen FilmFests Osnabrück

Vom 21. bis zum 25. Oktober herrscht Festivalatmosphäre in Osnabrück. Das Unabhängige FilmFest Osnabrück feiert ein kleines Jubiläum: Das Festivalteam freut sich auf die 35. Ausgabe! Verteilt auf vier Spielstätten werden 58 Lang- und Kurzfilme aller Genres und Spielarten zu sehen sein. Einige stehen im Wettstreit miteinander, denn das Unabhängige FilmFest Osnabrück vergibt vier Filmpreise. Im Rahmen der feierlichen Schlussveranstaltung am Sonntag, 25. Oktober, wird enthüllt, wer in diesem Jahr zu den Gewinnern gehört.

Mitmalmeister Claude Momaeh.
(Mitmalmeister Claude Momaeh) Mitmalfilm mit Claude Momäh. Quelle: FilmFest Osnabrück

Im Wettbewerb um den Filmpreis für Kinderrechte bewerben sich fünf Einreichungen um den mit 2.000 Euro dotierten Preis, der von der Stadt Osnabrück gestiftet wird. Mit ihm soll ein Film gewürdigt werden, der sich in herausragender Weise mit der Situation von Kindern weltweit auseinandersetzt. Preispate ist das Kinderhilfswerk terre des hommes e. V.

Vergeben wird der Filmpreis für Kinderrechte von einer Jugendjury, für die sich filmbegeisterte Osnabrücker Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren beim FilmFest bewerben können. Bewerbungsschluss ist der 2. Oktober 2020.

Die Wettbewerbsbeiträge stammen aus Österreich, Frankreich, Deutschland/Ukraine, Brasilien und Mexiko/USA. Lisa Weber begleitet in ihrer Dokumentation „Jetzt oder morgen“ die alleinerziehende Mutter Claudia durch ihren tristen Alltag. Der frühen Schwangerschaft wegen brach Claudia die Schule ab. Sie lebt bei ihrer Mutter und kümmert sich liebevoll um Sohn Daniel; das Verhältnis zum ebenfalls sehr jungen Vater des Kindes ist gespannt. „Jetzt oder morgen“ wurde von dem renommierten, vielfach preisgekrönten Dokumentarfilmer Ulrich Seidl produziert.

Der französische Dokumentarfilm „Little Girl“ porträtiert die siebenjährige Sasha, bei der Gender-Dysphoria diagnostiziert wurde. Als Junge geboren, identifiziert sie sich selbst als Mädchen. Ihre Familie unterstützt sie mit ganzer Kraft, allerdings stößt Sashas Selbstbild nicht überall auf Akzeptanz und Verständnis. In der deutsch-ukrainischen Koproduktion „Sommerkrieg“ begleitet das Filmteam um Regisseur Moritz Schulz die beiden Kinder Jasmin und Jastrip. Die zwei kommen aus sehr unterschiedlichen Verhältnissen, treffen sich aber jeden Sommer im Lager Asozev. Hier werden sie von ukrainischen Paramilitärs zu „echten ukrainischen Patriot:innen“ erzogen. Der Film zeigt schockierende Bilder von zwölfjährigen Kindern, die den Umgang mit Sturmgewehren lernen, um irgendwann für ihr Land zu kämpfen, zu töten und zu sterben.

Mit „My Name Is Baghdad“ und „Los lobos“ sind in diesem Jahr zwei Spielfilme lateinamerikanischer Herkunft für den Filmpreis für Kinderrechte nominiert. Die junge Bagdá aus São Paulo ist leidenschaftliche Skaterin. Sie lässt sich von niemandem den Mund verbieten und wird auch von ihren männlichen Skater-Kollegen respektiert. Ihre aufgeweckte Art und die Liebe zu Streichen bringt sie ab und zu mit der Polizei in Berührung, aber Bagdá steht zu sich und zu ihren Werten. Und in Konfliktfällen weiß sie ihre Freundinnen an ihrer Seite …

Samuel Kishi Leopo ist der Sohn einer Mexikanerin, die die Grenze zu den USA überquerte, um ihren Kindern ein besseres Leben bieten zu können. In seinem semibiografischen Film „Los lobos“ hat der junge Regisseur diese Erfahrungen verarbeitet: Max und Leo müssen in ihrer verkommenen Absteige ausharren, während ihre Mutter mehreren prekären Jobs nachgeht. Sie vertreiben sich die Zeit, indem sie Erinnerungen tauschen, Spiele erfinden, von Disneyland träumen. Leopo bereichert die Chronik der zum Versteckspiel gezwungenen Kinder um animierte Sequenzen und dokumentarische Einblicke in das Problemviertel, in dem der Film entstand. Samuels Bruder Kenji Kishi Leopo schrieb die Filmmusik.

Wie alle Filme des Festivals werden die Wettbewerbsbeiträge der Sektion Kinderrechte während der Festivaltage im Online-Angebot ffos+ zur Verfügung stehen. Für das Streaming stehen pro Film maximal 200 Tickets zur Verfügung.

Neben den Abendvorstellungen gibt es im Programm des Unabhängigen FilmFests vielfältige Angebote für Kinder und Jugendliche. An Schülerinnen und Schüler aus Stadt und Landkreis Osnabrück richtet sich eine besondere Filmvorführung am Festival-Sonntag in der Lagerhalle. Im Rahmen des FilmFest FerienKinos wird der englischsprachige Spielfilm „Rocks“ von Sarah Gavron aufgeführt und der Filmtext live in deutscher Sprache eingesprochen.

Das UFOlinos Kurzfilmprogramm zeigt am Sonntagnachmittag Kurzfilme für Kinder ab 4 Jahren. Im Anschluss haben die jungen Besucher:innen die Möglichkeit, am UFOlinos Animationsworkshop teilzunehmen. Beim „Mitmalfilm mit Claude Momäh“ lernen die zukünftigen Filmschaffenden, wie man Bilder in Bewegung versetzt. Sie können das neue Wissen mit Hilfe einer App gleich anwenden und aus eigenen Malereien einen Kurzfilm erstellen.

Wer sich als Berichterstatter:in versuchen möchte, kann unter Anleitung einer Medienpädagogin das FilmFest als Festivalreporter:in live und hautnah miterleben. Die Anmeldung für die Festivalreporter:innen und die Jugendjury ist bis zum 2. Oktober möglich unter info(at)filmfest-osnabrueck.de.

Weitere Informationen zu den Filmen der Sektion Filmpreis für Kinderrechte und das medienpädagogische Jugendprogramm finden Sie in der gedruckten Ausgabe des Programmkatalogs oder auf der Homepage www.filmfest-osnabrueck.de. Das Team um Festivalleiterin Julia Scheck freut sich auf fünf Tage mit engagierten, künstlerisch wertvollen und nicht zuletzt unterhaltsamen Filmen und auf die Begegnungen und Gespräche mit Filmschaffenden und Zuschauer:innen.


www.osnabrueck.de

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