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14.01.2003

Die Hase vor 100 Jahren

Anfang 1913 (24. Januar, das Osnabrücker Tageblatt berichtet) ist schon abzusehen, dass es mit dem Baden in der Hase – zumindest nahe der Stadt an der Neuen Mühle – wieder nichts wird. Der damalige Oberbürgermeister macht vor der städtischen Bürgervertretung, den Kollegien, unmissverständlich deutlich, dass an eine Wiedereröffnung des Flussbades erst in drei Jahren, nach Vollendung der Hauptkanäle des städtischen Großprojektes Kanalisation, zu denken sei. Da geht es den Schinkelanern besser: Hier soll ein Stauziel in der Hase für einen allzeit genügenden Wasserstand zum fröhlichen Plantschen angelegt werden (OT, 17.02.1913).

Osnabrücker Tageblatt, 11. Februar 1913

Nettedüker als bauliches „Highlight“

Währenddessen gehen die wasserbaulichen Arbeiten im neu entstehenden Hafen weiter: die Hase ist bereits - begleitet von öffentlichem Beifall - verlegt und begradigt. Jetzt wird die Nette unter dem Kanal durchgeführt, fachkundig ausgeführt von Maurermeister Andreas Mittelberg (Osnabrücker Tageblatt, 11. Februar, 14. April). Die Zeitung schreibt: „...denn man stelle sich folgendes vor: unter dem Kanal und diesen kreuzend der Nette-Lauf, über dem Kanal der eiserne Brückenbogen, von dem aus sich … künftig ein außerordentlich vielseitiges Bild nach dem Piesberg und dem Kanal im Norden, nach der Stadt und dem Hafen im Süden dem Auge erschließen wird ...“

Kommt die Brücke Schlagvorderstraße?

Noch ein weiteres Bauvorhaben kommt 1913 zur Sprache: Im Februar (Osnabrücker Tageblatt, 15. Februar) meldet sich Bürgervorsteher Schweigmann zu Wort und fordert die Überbrückung der Hase im Zuge der Schlagvorderstraße. Auch wenn OB Rißmüller diesen Wunsch teilt, kann er dessen Erfüllung nicht zusichern. Zwar sei das Projekt auf dem Papier schon realisiert, aber – die Kosten! Diese müsste allein die Stadt berappen, da die Bürger – leider – in einem solchen Falle nicht zur Kasse gebeten werden könnten. Und die Stadt ist klamm. Nichtsdestotrotz ließen sich vielleicht einige an dem Brückenbau interessierte Anlieger zu einer Finanzierungsbeteiligung bewegen.

Das alte Lied

Im Sommer 1913 dann wieder das sich ewig wiederholende Haseelend:
„Die Haseverunreinigung hat heute vormittag wieder einen geradezu skandalösen Grad erreicht. Das Wasser ist vollständig grau und undurchsichtig, ungezählte Unratflocken sind darin wahrzunehmen und eine Oel- und Fettschicht, die auf dem Wasserspiegel schwimmt, verbreitet den ganzen Haselauf entlang einen widerlichen Gestank; anders kann man sich nicht ausdrücken. Der Fischbestand der Hase ist, genau wie vor 2 Jahren, wieder dahin, denn massenhaft sind die Fischleichen, kleine und große, wahrzunehmen. Eine gründliche Untersuchung über die Herkunft des Unrats scheint dringend geboten. Es ist einfach unerhört, daß trotz der wiederholten Klagen sich solche Wasserverseuchung, die bekanntlich schon zur Schließung der Hase-Badeanstalten geführt hat und auch durch die ekelhaften Ausdünstungen die weitesten Kreise in Mitleidenschaft zieht, sich in solchem Umfange wiederholen kann.
Weiter wird uns noch geschrieben: Eine schwarz-graue undefinierbare Masse wälzt sich im Hasebett dahin, untermischt mit einer öligen Fettschicht, die in allen Regenbogenfarben schillert. Jegliches Lebewesen muß in einem derartig verschmutzten Gewässer zugrunde gehen. Offenbar hat man die Schmutz- usw. Ablagerungen, die sich im Laufe der Zeit von früheren Verunreinigungen her auf dem Hasebett niedergeschlagen haben, durch die Arbeiten zur Hase- "Reinigung" wieder aufgerührt und in Fluß gebracht.“ (Osnabrücker Tageblatt, 21. Juli)

Hasepromenade am Stadteingang

Im Herbst 1913 (Osnabrücker Tageblatt, 14. November) kommt es in den städtischen Kollegien zu einer lebhaften Diskussion um die Anlage einer Promenade an der Hase ähnlich der am Herrenteichswall. Der Verlauf ist entlang des Flusses von der Bruchstraße in Richtung Innenstadt zur Neuen Mühle geplant. OB Rißmüller spricht von einer der schönsten Promenaden der Stadt. Es scheint sich eine Mehrheit für dieses Ansinnen abzuzeichnen, wobei die bauliche Ausgestaltung des umliegenden Terrains noch erheblichen Diskussionsbedarf aufweist.

 

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Die Orginalartikel sind nachzulesen im NUSO-Archiv

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